Rettungshubschrauber Christoph 4 | Hannover

Wenn ein Unfall geschieht, entscheiden oft wenige Minuten über Leben oder Tod. Dank moderner Rettungssysteme kann der Rettungsdienst in ganz Deutschland heute binnen kürzester Zeit an der Unfallstelle eintreffen und die erforderlichen Notfallversorgungsmaßnahmen einleiten.

Einen entscheidenden Beitrag für die schnelle Hilfe leisten Rettungshubschrauber wie der Christoph 4. Das Fluggerät ist Kernbestandteil des Unfall- und Rettungszentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Auf über 60 000 Einsätze kann der seit 1972 stationierte Hubschrauber mittlerweile verweisen – mit zunehmend erfolgreichem Ausgang: Fortschritte in der medizinischen wie technischen Entwicklung und Erfahrungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Zeit bis zum Eintreffen zunehmend kürzer wurde, das Sterberisiko der Patienten während und nach den Einsätzen zunehmend gesunken ist und auch die anschließende Genesungs- und Rehabilitationsphase zufriedenstellend verläuft.

Im Jahr 2004 wurde der Hubschrauber zertifiziert – eine zusätzliche Absicherung der Einhaltung aller organisatorischen Lenkungsmechanismen. Die erfolgreiche und effektive Arbeit des Unfall- und Rettungszentrums in Hannover wird von Betroffenen wie Experten weit über die Grenzen Niedersachsens
hinaus hoch geschätzt. Das Zentrum gilt als Vorbild für Stationen im Luftrettungsdienst weltweit.

Wir freuen uns sehr, Ihnen auf diesen Seiten den Christoph 4, seine Funktionsweise und die Menschen, die mit ihm arbeiten, näher vorstellen zu dürfen.

Thomas Mähnert
Mitglied des Landesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Niedersachsen/Bremen

Neuer leitender Hubschrauberarzt

Dr. Christian Macke übernimmt ärztliche Leitung bei Christoph 4
Gleich zweifacher Wechsel im Team des Rettungshubschraubers Christoph 4: Dr. Christian Macke, Facharzt an der MHH-Klinik für Unfallchirurgie, folgt als neuer ärztlicher Leiter auf  Dr. Christian Zeckey. Der zweite „Neue“ im Bund ist Dr. Mohamed Omar als Stellvertreter, seit 2012 im Team der Unfallchirurgie und Nachfolger von Dr. Christian Schröter. „Ein neues Team in der Verantwortung, aber eines mit viel Erfahrung“, betont Dr. Macke. Fünf bis sechs Tage im Monat versehen sie ihren Dienst auf dem Hubschrauber, neben der unfallchirurgischen Tätigkeit in der Klinik.
Welche  Bedingungen muss man erfüllen, um „Hubschrauberarzt“ zu werden? „Zunächst einmal muss man die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin besitzen, um überhaupt als Notarzt tätig sein zu dürfen. Darüber hinaus fordern wir sechs Monate auf einer unfallchirurgischen Intensivstation gearbeitet zu haben, mindestens 200 Einsätze als bodengebundener Notarzt, jährliche Unterweisungen in den Hubschrauber und das Equipment sowie regelmäßige Hubschrauber-Simulationstrainings, um die oft schwierigen Trauma- und Kindernotfälle sicher beherrschen zu können“, erklärt Christian Macke. Er selbst blickt auf fast 2000 Notarzteinsätze zurück. Und auf über 13 Jahre MHH: erst als Medizinstudent von 2003 bis 2009, dann als Assistenzarzt in der Unfallchirurgie seit 2010 und schließlich als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie seit 2016. Seit 2012 ist er regelmäßig als Notarzt auf dem NEF 5 oder dem Christoph 4 im Einsatz gewesen und regelmäßig im „Christoph Life“ aktiv, dem Simulationshubschrauber der Traumastiftung und der Johanniter-Akademie in Hannover. Was hat ihn gereizt an dieser Fachrichtung und dem Einsatz als Notarzt? „Die Unfallchirurgie hat mich schon seit meinem ersten Pflegepraktikum in der Schule fasziniert. Man arbeitet mit allen Altersgruppen, vom Säugling bis zum hohen Lebensalter, man kann aktiv etwas tun, um direkt zu helfen und man bekommt durch den Patienten direktes Feedback, ob eine Entscheidung gut oder schlecht war. Das macht diesen Beruf so herausfordernd und zugleich zufriedenstellend“, sagt Christian Dr. Macke. Seit Juni 2016 ist Dr. Macke auch Mitglied in der Gruppe der „leitenden Notärzte der Stadt Hannover“ – ein Ehrenamt. „Eine Gruppe von 25 sehr erfahrenen Notärzten, je zwei von uns haben jeden Tag Rufbereitschaft. Diese beiden haben im Bedarfsfall dann die organisatorisch-medizinische Leitung bei einem so genannten Massenanfall von Verletzten“, schildert der Unfallchirurg. „Das sind alle Einsätze ab einer möglichen Anzahl von fünf Verletzten.“ Wie verarbeitet man das, was man während der Einsätze gesehen hat? „Während eines Einsatzes gibt es dafür keine Zeit, dort funktioniert man einfach. Im Nachhinein sind Familie und Kollegenkreis ein starker Rückhalt, darüber hinaus gibt es Angebote unserer Psychologen im Haus“, sagt Dr. Macke. Eine feste Bank sind außerdem die Notfallsanitäter der Johanniter-Unfall-Hilfe, die seit Beginn zum Team des Christoph 4 gehören. „Die Kollegen sind mit jeweils mehr als 10.000 Einsätzen auf dem Hubschrauber so unglaublich erfahren, es gibt quasi nichts, was Sie noch nicht gesehen haben. Letztlich gibt es bei uns nicht DEN Notarzt sondern DAS Team und im Bedarfsfall profitieren alle von dieser Erfahrung, vor allem der Patient!

Luftrettungsbilanz 2015

1627 Einsätze für Rettungshubschrauber Christoph 4

Genau 1672-mal wurde das Team des Rettungshubschraubers Christoph 4 im vergangenem Jahr zu einem Notfalleinsatz gerufen. Dieses Einsatzaufkommen entspricht etwa dem des Vorjahres.

30 Jahre auf Christoph 4 – vergangen (wie) im Flug

Volker Hubrich feiert Dienstjubiläum

Sie sind von den frühen Morgenstunden bis Sonnenuntergang im Einsatz, fliegen jährlich rund 1350 Einsätze, durchschnittlich fünf am Tag: das Team von Christoph 4. Bis heute kann Volker Hubrich, leitender Notfallsanitäter des Hubschraubers, über 16 000 Einsätze vorweisen.

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