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Hannoversches Notfallsymposium

16. Hannoversche Notfallsymposium

Hannover, 15. März 2014

 

„Notfallsanitäter – demnächst ein gesuchter Beruf“

Das 16. Hannoversche Notfallsymposium bot ein Podium zum Diskurs

Notärzte, Rettungsdienstmitarbeiter und Fachleute aus Notfallvorsorge, Intensivmedizin und Einsatznachsorge trafen sich zum heutigen 16. Hannoverschen Notfallsymposium in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Insgesamt besuchten rund 600 Teilnehmer die jährlich stattfindende Veranstaltung, die von der Johanniter-Akademie in Kooperation mit der MHH organisiert wird und erneut unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Innenministers, Boris Pistorius, stand. Sie bot Besuchern, Referenten und Ausstellern der angegliederten Produktschau ein Forum, um sich miteinander zu vernetzen und Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag auszutauschen.

 

Der Bundesarzt der Johanniter, Dr. Jörg Oberfeld, und Landesvorstand Thomas Mähnert, Landesverband Niedersachsen/Bremen, eröffneten mit kurzen Grußworten das Symposium. Mähnert griff das aktuell meistdiskutierte Thema im Rettungswesen und zugleich den Schwerpunkt der Fortbildungsveranstaltung auf – die neue Berufsausbildung zum Notfallsanitäter. Für ihn liegt hier eine große Chance der Personalentwicklung, um Fachkräfte für die eigene Organisation heranzubilden. Sein Wunsch für die Zukunft ist klar definiert: „Bei uns Johannitern wird es in einiger Zeit keine Rettungswache mehr geben, in der nicht mindestens ein bis zwei Auszubildende arbeiten!“

 

Moderiert wurde der erste Themenblock neben dem Bundesarzt noch von Dr. Hans-Peter Reiffen, stellvertretender Landesarzt der Johanniter, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der MHH und erfahrener Notarzt, sowie von Ministerialrat Dr. Uwe Lühmann vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover, skizzierte in seinem Vortrag die Perspektiven und die möglichen Auswirkungen, die der Beruf seit der Einführung des Notfallsanitätergesetzes (NotSanG) vom Januar 2014 mit sich bringt. Er sieht in dem neuen Beruf einen wahren Gewinn für das Rettungswesen: „Es ist mehr als eine Diskussion um einen neuen Beruf! Wir alle sind aufgefordert zu handeln, um diese Wertsteigerung des Berufs, der dazu dient, Leben zu retten, durchzusetzen.“ Dr. Andreas Flemming, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) der Landeshauptstadt Hannover und Oberarzt an der MHH, beschrieb den bundesweiten Abstimmungsprozess aller Beteiligten, den der Bundesverband der ÄLRD federführend durchgeführt hat. Er betonte vehement, dass nicht nur die Handlungskompetenz die Versorgungsqualität sichert, sondern dass die sogenannten Soft Skills ein entscheidender Faktor sind.

 

In der anschließenden Diskussion betonte auch Dr. Dag Danzglock vom Niedersächsischen Kultusministerium, dass der Notfallsanitäter „ein Quantensprung für die berufliche Ausbildung“ im Rettungswesen sei. Die Fragen von Seiten des Publikums wurden gezielt gestellt: Die Anwesenden wollten nicht nur wissen, wer die Finanzierung des neuen Berufszweigs übernimmt, sondern fragten auch nach einem konkreten Termin für den Beginn der Ausbildung und nach dem dualen Bachelor-Studiengang. Auch Lühmann versprach, dass die noch offenen Fragen nicht mehr lange ungeklärt bleiben werden. Zum Ende des ersten Themenblocks forderte er auf: „Der Beruf des Notfallsanitäters wird ein gesuchter Beruf sein – haben Sie Mut!“

 

Das weit gefächerte Programm des Notfallsymposiums wurde durch das Thema „Schlaganfall und mögliche Therapieansätze“ ergänzt. Unter dem Titel „Mit CT zum Patienten?“ beschrieb Dr. Alexander Kunz, Facharzt für Neurologie von der Berliner Charité, erste Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag mit einem Computertomographen (CT) in einem speziellen Notarztwagen. Die Akutversorgung bei Schlaganfallpatienten in einer Stroke-Unit hatte sich Dr. Michael Ziehme aus der Neurologischen Klinik des Diakoniekrankenhauses Friederikenstift in Hannover zum Thema gemacht. Der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie schilderte die Arbeit der Stroke-Unit, die von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert ist und „eine besonders intensive Betreuung für Patienten mit akutem Schlaganfall bietet“.

 

Die fachlichen Vorträge am Nachmittag waren den Themen Notfallmedizinische Einsätze bei Amoklagen, Verwendung von Medizinpräparaten wie HES (Hydroxyethylstärke) – das unter anderem als Infusion bei Schockzuständen verabreicht wird und aktuell massiv wegen schwerer Nierenschädigungen diskutiert wird – und RTH (Rettungs-Transport-Hubschrauber) gewidmet. So wurde beispielsweise über die Zusammenarbeit mit polizeilichen Spezialeinheiten in Amoklagen und über das Einsatzspektrum der Luftrettung im Wandel der Zeit referiert. Nach Ende des dritten Blocks wurde schließlich das Tableau zur Diskussion eröffnet und die Redner schilderten interaktive Fallbeispiele nach Abstimmung: Die Teilnehmer konnten per TED entscheiden, wie sie sich im Einsatz verhalten würden.

 

Parallel zu dem Programm konnten sich Interessierte in drei Workshops über die Aspekte „NIV-/CPAP-Beatmung (Nicht invasive Beatmung/Continuous Positive Airway Pressure)“, „Thoraxdrainage“ und „12-Kanal-EKG-Schnellinterpretation“ informieren. Dr. Thorben Dieck aus der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover referierte zusammen mit Dr. Andreas Flemming zum Thema NIV-Beatmung im Rettungsdienst. „Seit einiger Zeit gehört die NIV-Beatmung zum Standardrepertoire der präklinischen Versorgung. Leider ist diese Behandlung mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten für das Rettungspersonal wie für den Patienten verbunden“, erläuterte Dieck den Workshop-Teilnehmern, die hier lernen konnten, welche Krankheitsbilder für eine NIV-Therapie in Frage kommen, was die physiologischen Grundlagen sind und wie diese Form der Beatmung optimal eingesetzt werden kann.

Ansprechpartner und Links


Das nächste Hannoversche Notfallsymposium findet

vom 8.-13. Juni 2015 im Rahmen der INTERSCHUTZ statt. 

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