Sauberes Trinkwasser für 10500 Menschen

In Gemeinschaftsarbeit werden die Gräben für die unterirdischen Wasserleitungen ausgehoben, Fotos: Florian Kopp

Gemeinsam mit den örtlichen indigenen Gemeinschaften verlegen die Johanniter über 220 Kilometer Trinkwasserleitung im nördlichen Andenhochland Ecuadors. 10500 Menschen erhalten so Zugang zu sauberem Wasser. Darüber hinaus engagieren sich die Johanniter für den Erhalt der Quellgebiete in der Region.

Die Páramo-Ökosysteme im Andenhochland Ecuadors gelten als unersetzbare Wasserspeicher für große Teile des Landes. Durch Klimawandel und landwirtschaftliche Nutzung hat das Ökosystem in den vergangenen Jahrzehnten aber seine natürliche Regenerationsfähigkeit eingebüßt und die Wasserhaltekapazitäten wurden minimiert. Diese Situation stößt auf schwache örtliche Organisationsstrukturen. Kenntnisse über Schutz und Management von Wassereinzugsgebieten, Wasserverschmutzung, Hygiene und wasserbedingte Krankheiten sind mangelhaft. Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen ist die Wasserversorgung der umliegenden indigenen Dörfer und Städte gefährdet.

In den Provinzen Imbambura und Pichincha verlegen die Johanniter bis 2019 gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation IEDECA und der örtlichen indigenen Bevölkerung über 220 Kilometer Wasserleitungen. Bereits vorhandene Leitungen werden repariert. Der Bau bzw. die Instandsetzung der Trinkwasserversorgungssysteme wird zur Sicherstellung einer quantitativen und qualitativen Trinkwasserversorgung für 1.953 indigene Hochlandfamilien aus 20 Gemeinden beitragen. Zudem schafft es die notwendigen Voraussetzungen für eine bessere Gesundheit und verringert die Arbeitsbelastung für Frauen und Kinder, z.B. durch tägliches Wasserholen. Die Wassereinzugsgebiete (Quellen und anliegende Hochlagen) werden effektiv geschützt, so dass damit eine mittel- bzw. langfristige Wasserverfügbarkeit für die Gemeinden gewährleistet wird, denen vielfach die Mittel für umfangreiche Maßnahmen dieser Art fehlen.

Der Großteil der Bevölkerung in dieser Region lebt in tiefer Armut“, schildert Kirsten Wesenberg, Leiterin des Johanniter-Büros in Ecuador die Situation in der Projektregion. „Wasser für die Haushalte entnehmen die Menschen aus offenen Kanälen, doch das ist durch Tierexkremente, landwirtschaftlich genutzte Chemikalien und unhygienischen Umgang stark verschmutzt. Daher leiden viele Bewohner an Haut- und Magen-Darm Erkrankungen.“

Die Arbeiten für die  Verlegung der Rohre übernehmen die Bewohner unter Anleitung selbst. Die Johanniter und IEDECA haben in der Vergangenheit damit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht, denn die Menschen eignen sich durch die aktive Teilnahme die Wartung und den Schutz der Leitungen an, begleitet von Aufklärungsmaßnahmen. Schutzpläne für die Einzugsgebiete werden während der Projektumsetzung ausgearbeitet und Wartungsteams ausgebildet und ausgestattet. Ein kommunales Tarifsystem stellt sicher, dass das Geld für zukünftige Reparaturen zur Verfügung steht. So kann sichergestellt werden, dass die Leitungen langfristig funktionieren und Schutzmaßnahmen Bestand haben.

Ihr Ansprechpartner Christine Leicht

Lützowstr. 94
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