Südsudan: Johanniter versorgen Vertriebene in Wau

Berlin, 30. Juni 2016

Rund 100.000 Menschen sind auf der Flucht
Die Lage in der südsudanesischen Stadt Wau spitzt sich zu: Aufgrund von Kämpfen zwischen der Regierungsarmee und Rebellengruppen flohen am Wochenende laut Berichten verschiedener Organisationen rund 100.000 Menschen innerhalb der Stadt sowie in angrenzende Regionen.

Die Verteilung der Flüchtlinge innerhalb des Bezirks Wau County. Quelle: IOM

Die Johanniter unterhalten ein Büro in Wau. Deren Mitarbeiter suchten Schutz auf dem Gelände der Friedensmission der Vereinten Nationen. Hier und in umgrenzenden Stadtteilen versorgen die Johanniter nun die Geflüchteten mit nährstoffreicher Zusatznahrung.

„Bereits gestern haben wir 426 Kinder auf Unterernährung untersucht. 70 von ihnen behandelten wir direkt mit therapeutischer Zusatznahrung. 25 der Kinder brauchten weitergehende Hilfe, weshalb sie an die Krankenhäuser befreundeter Hilfsorganisationen verwiesen wurden“, berichtet Johanniter-Landesbüroleiter Mishiki Mamboleo aus dem Südsudan.

Durch Gewalt und Vertreibung erhöht sich die Gefahr einer Hungersnot. Foto: JUH/Gutierrez

Die Johanniter sind seit 2011 im Südsudan aktiv und führen in der Provinz Western Bahr El Ghazal Projekte zur Bekämpfung von Unterernährung durch. Rund 90.000 Patienten hatten die Johanniter in den vergangenen Monaten in den Distrikten Jur River, Wau und Raga County mit therapeutischer Zusatznahrung behandelt. Zur langfristigen Verbesserung der Ernährungssituation werden Gemeinden in der Region bei der Landwirtschaft beraten sowie mit Saatgut und Nutztieren unterstützt. Aufgrund der aktuellen Ausschreitungen mussten die Johanniter ihre laufenden Aktivitäten unterbrechen und konzentrieren nun ihre Hilfe auf die Stadt Wau.

Hintergrund:
Laut einem neuen Bericht der Vereinten Nationen sind im Südsudan rund 4,8 Millionen Menschen von akutem Hunger bedroht – dies entspricht etwa jedem zweiten Einwohner. Die Kämpfe in der Provinz Western Bahr El Ghazal im Westen des Landes verschlimmern die Situation weiter.

Für Ihre Arbeit im Südsudan sind die Johanniter auf Spenden angewiesen. Bitte unterstützen Sie uns!

Spenden Sie jetzt

Hinweis an Redaktionen: Der Landesbüroleiter Mishiki Mamboleo sowie unsere Südsudan-Mitarbeiter in Deutschland stehen für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an den Fachbereich Kommunikation - Sandra Lorenz, 030 / 26 997 356.

Mehr über die Arbeit der Johanniter im  Südsudan finden Sie hier

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin