Erzieher/-in

Berufsbeschreibung

Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert 2 bis 4 1/2 Jahre. Dabei können auch Zusatzqualifikationen erworben werden. An Hochschulen werden auch Bachelor- und Master-Studiengänge für Erzieher/innen angeboten.

Erzieher/innen betreuen und fördern Kinder und Jugendliche. Sie sind vor allem in der vorschulischen Erziehung, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Heimerziehung tätig.

Aufgaben

  • Beobachten und Planen
  • Verhalten und Befinden der betreuten Kinder und Jugendlichen beobachten
  • Beobachtungsergebnisse und andere Informationen nach pädagogischen Grundsätzen analysieren und beurteilen, z.B. den (altersgemäßen) Entwicklungsstand, die Motivation und das Sozialverhalten, außerdem Kenntnisse, Fertigkeiten und Lernfortschritte, psychische Stabilität und Verhaltensauffälligkeiten
  • ggf. langfristige Erziehungspläne erstellen; dabei vor allem Vorgaben der Einrichtung, rechtliche und organisatorische Vorgaben, Erziehungsziele, Erziehungsmittel und spezielle Erziehungsprobleme berücksichtigen
  • Aktivitäten und pädagogische Maßnahmen vorbereiten, orientiert an individuellen Neigungen und Fähigkeiten der Betreuten sowie an den pädagogischen Zielen
  • Materialien für Lernen, Sport und Spiel beschaffen und vorbereiten
  • Anschauungsmaterial wie Bildtafeln und Arbeitsblätter erstellen
  • Ausflüge, Feiern und andere Veranstaltungen vorbereiten
  • Musisch-künstlerisches Fördern
  • zusammen zeichnen, malen, formen, etwa mit Ton und Farbe, oder die Kinder und Jugendlichen dazu anregen und dabei begleiten
  • die Kinder und Jugendlichen in verschiedenen gestalterischen Techniken anleiten, z.B. Linolschnitt, Batik, Stoffdruck
  • gemeinsam singen und musizieren, z.B. unter Verwendung des Orff-Instrumentariums
  • Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Fördern
  • die Entwicklung feinmotorischer und manuell-technischer Fähigkeiten und Fertigkeiten fördern, z.B. durch Gewässeruntersuchungen mit Becherlupen
  • altersgerechte Experimente zu naturwissenschaftlichen Themen vorbereiten, z.B. zur Entwicklung von Raupen zu Schmetterlingen
  • eine systematische Begegnung der Kinder mit Naturphänomen unterstützen, z.B. durch jahreszeitliche Naturbetrachtungen
  • Erziehen, Betreuen und Fördern
  • altersgemäße Lern- und soziale Prozesse fördern (z.B. bei Kindern unter drei Jahren, Kindern im Vorschulalter)
  • zu entwicklungsfördernden, kooperativen, kommunikativen und kreativen Beschäftigungen wie freiem oder gelenktem Spiel oder Teamarbeiten anregen und ggf. dabei anleiten
  • Schulkinder beim Anfertigen der Hausaufgaben betreuen und unterstützen, ggf. schulischen Ergänzungsunterricht abhalten
  • körperliche Entwicklung der Betreuten fördern, etwa durch Spiele im Freien, bewegungserzieherische Maßnahmen (wie Haltungsgymnastik), Bewegungsspiele und Sport (wie Jazzgymnastik, Ballspiel), Übungen zur Stärkung von Sinneswahrnehmungen
  • bei Problemen zur Verfügung stehen; (Beratungs-)Gespräche führen
  • Konzentrationsübungen und andere förderpädagogische Maßnahmen durchführen
  • Kinder und Jugendliche in ihrer sprachlichen Entwicklung fördern, kindgerechtes Fremdsprachentraining leiten
  • Kindern im Vorschulalter naturwissenschaftliche Themen näherbringen und sie zu Umweltbewusstsein erziehen
  • Maßnahmen zur Leseförderung durchführen, z.B. Kindern vorlesen oder gemeinsam Bilderbücher anschauen
  • Kinder und Jugendliche zum verantwortungsbewussten Umgang mit Medien erziehen
  • Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen
  • Feiern und Aufführungen - beispielsweise zu Jahreszeiten, Feiertagen oder Geburtstagen - gestalten
  • Kinder und Jugendliche im Rahmen von Erziehungszielen (z.B. Toleranz und Gewaltfreiheit) in Konfliktsituationen unterstützen: Streit schlichten, körperliche Auseinandersetzungen unterbinden, Konfliktgespräche führen oder moderieren
  • Menschen in Schwierigkeiten trösten, ggf. einschließlich körperlicher Zuwendung (z.B. Kinder in den Arm nehmen)
  • mit durch Krankheit oder Behinderung beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen motorisch-funktionelle Übungen oder Übungen zur Alltagsbewältigung durchführen

Dokumentieren

  • Erziehungsmaßnahmen und deren Ergebnisse dokumentieren, etwa Berichte über Einzelfallentwicklungen oder Gutachten für Jugendämter erstellen
  • erzieherische Arbeit im Team reflektieren, ggf. zusammen mit Vorgesetzten
  • je nach Aufgabenstellung und Sachlage Fachleute aus Medizin, Psychologie, Therapie sowie andere sozialpädagogische Fachkräfte oder Behörden (z.B. Jugendämter) konsultieren und mit ihnen zusammenarbeiten

Pflegen

  • Ruhepausen und Schlafzeiten überwachen
  • warme und kalte Speisen zubereiten
  • leichte Erkrankungen und Verletzungen behandeln
  • Betten, Einrichtungsgegenstände, Hilfsmittel etc. reinigen und ggf. desinfizieren
  • Kinder bei der Körperpflege unterstützen und sie zur Hygiene anhalten, Kleinkindern oder Menschen mit Behinderung bei Aktivitäten wie Zähneputzen, Essen oder Anziehen helfen, Kleinkinder wickeln

Informieren

  • Informations- und Aufnahmegespräche mit Eltern und Erziehungsberechtigten bzw. anderen Angehörigen führen und dokumentieren
  • Elternabende und -kurse durchführen
  • Hilfskräfte, ehrenamtliche Mitarbeiter/innen und Praktikanten/Praktikantinnen anleiten

·         Elternarbeit innerhalb der entsprechenden Einrichtung koordinieren