Von der Krankenschwester zur Retterin?

Vor 18 Jahren kam Andrea Kronmüller ehrenamtlich zu den Johannitern. Neben ihrem eigentlich Beruf als Krankenschwester absolvierte sie die Ausbildung zur Rettungssanitäterin. Im Jahr 2003 fasste sie dann den Entschluss, ihren Job als Kinderkrankenschwester aufzugeben und als Rettungssanitäterin bei den Johannitern zu starten. Mittlerweile ist Andrea Teamleiterin und sorgt seitdem immer für das richtige Material – ob im Krankenwagen oder im Kindergarten.

Andrea Wie bist du denn vor 18 Jahren zu den Johannitern gekommen?

Das war tatsächlich eher durch Zufall. Ich bin gelernte Kinderkrankenschwester, aber der Rettungsdienst hat mich schon immer fasziniert. Da habe ich geschaut, wo ich mal mit auf Einsätze fahren könnte. Ich habe alle Hilfsorganisationen in Frankfurt abtelefoniert und die Johanniter waren die Einzigen, die gesagt haben, dass das kein Problem sei, obwohl ich noch keine rettungsdienstliche Ausbildung hatte. Ich wollte ja auch erst mal nur reinschnuppern. Aber von da an saß ich jede freie Minute im Rettungswagen und habe meine Ausbildung zur Rettungssanitäterin und später zur Rettungsassistentin gemacht.

Heute bist du Teamleiterin Einsatzdienste. Was genau gehört hier zu deinen Aufgaben?

In meinem Job dreht sich alles um das Organisieren und koordinieren. Ich kümmere mich vorwiegend um Materialeinkauf, -lagerung und -auslieferung für den Rettungsdienst, unsere drei Kindergärten, die Flüchtlingsunterkünfte und die ambulanten Pflegedienste. Ich bin das Bindeglied zwischen Rettungswachen, Sanitätern, Medizinprodukteberatern und Behörden und trage durch meine Arbeit zu mehr Sicherheit und Qualität in der Anwendung von Medizinprodukten bei – auch für unser SALT-Team der Auslandshilfe. SALT steht für „Sammlungsraum Logistik und Training Rhein-Main“ und wir sind dafür verantwortlich dass die Kollegen in Auslandseinsätzen alles da haben, was sie brauchen.  

Was ist das Wichtigste worauf es in Deinem Job zu achten gilt?

Auf das Medizinproduktegesetz (MPG). Es regelt den Umgang mit Medizinprodukten und hat den Zweck für die Sicherheit, Eignung und Leistung der Medizinprodukte sowie die Gesundheit und den erforderlichen Schutz der Patienten, Anwender und Dritter zu sorgen. 

Was schätzt du besonders an dieser Tätigkeit?

Ich mag die Abwechslung in meiner Arbeit und dass ich mit all unseren Abteilungen in ständigem Kontakt stehe und viele Händlerkontakte pflege. 

Würdest du denn behaupten, dass du vom Schreibtisch aus die Welt retten kannst?

Ich bin ja in meiner Tätigkeit auch noch für die Auslandshilfe zuständig. Wir sind zwar nicht vor Ort, um die Welt zu retten, aber wir schicken die Helfer raus und versorgen sie mit Material und dem nötigen Know-How. Wir „Innendienstler“ halten das System der Johanniter aufrecht, damit andere das praktisch umsetzen, was wir theoretisch planen. 

An Heiligabend hilfst du zudem noch bei der Suppenküche der Johanniter aus, die Obdachlose und Bedürftige mit warmen Mahlzeiten und Kleidung versorgt.

Ja, das ist das Highlight meiner Weihnachtszeit. Letztes Jahr konnte ich krankheitsbedingt nicht teilnehmen, was mich sehr betrübt hat. Ohne das fehlt einfach ein wichtiger Teil von Weihnachten. 

 

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