Wenn ich groß bin, werde ich Notfallsanitäter!

Benedikt Bläsing (30) kam schon als Kind zu den Johannitern und arbeitet als Notfallsanitäter und Praxisanleiter. Er bildet die nächste Generation aus – und das nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in der Freizeit. 

Benedikt, wie bist du als 9-Jähriger zu den Johannitern gekommen?

Zwei Freunde haben mich dazu gebracht, in die Johanniter-Jugendgruppe einzutreten, weil sie selbst dabei waren. Ich habe dann erstmal als Sanitätshelfer mitgewirkt und konnte so in den Rettungsdienst reinschnuppern.

Und wie ging es dann weiter?

Nach dem Fach-Abi habe ich mein freiwilliges soziales Jahr im Rettungsdienst gemacht. Danach kam für mich nur eine Ausbildung zum Rettungsassistent in Frage. Das Anerkennungsjahr machte ich bei den Johannitern und bekam danach direkt einen Festvertrag. Heute arbeite ich immer noch im Rettungsdienst, bin als Praxisanleiter aber auch zusätzlich dafür verantwortlich, Notfallsanitäter auszubilden. Dafür setze ich mich auch in meiner Freizeit ein.

Du scheinst ja deinen Traumberuf gefunden zu haben. 

Ich bekomme extrem viel geboten und trage ein hohes Maß an Verantwortung. Ich versorge die Notfallpatienten und muss am Einsatzort schnell entscheiden, welche Patienten ich zuerst behandle oder welche Maßnahmen ich zuerst einleite. Das ist das, was mich reizt: In kritischen Situationen die Nerven behalten. Ich habe beispielsweise schon Geburten miterlebt. Das erlebt man als Sanitäter ja auch nicht alle Tage. 

Du sprichst schon die außergewöhnlichen Situationen an. Wie gehst du mit besonders ergreifenden Erlebnissen um?

Ich rede mit meinen Freunden, die auch alle im Gesundheitswesen unterwegs sind mit meinen Kollegen über solche Ereignisse. Wir achten aufeinander und merken, wenn jemand einen schlechten Tag hat. Dann haken wir nach und fragen, was los ist. Reden hilft, das Erlebte zu verarbeiten.

Klingt nach einem eingespielten Team. Was ist für dich an der Arbeit mit den Kollegen so besonders?

Wir sind gute Freunde geworden und es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Im Einsatz sind wir auf ein funktionierendes Team angewiesen. Wir haben hier ganz unterschiedliche Charaktere. Manche sind lustig, mit anderen wiederum kann ich gut reden. Manchmal gehen wir auch zusammen essen oder zum Sport.

Die Johanniter-Kampagne zeigt ja, dass auch Notfallsanitäter bei der Arbeit Spaß haben dürfen. Wie siehst du das: Dürfen Sanitäter im Blaulicht strahlen?

Ich denke, das ist eine Grundbedingung für den Job. Uns muss der Job Spaß machen, da wir auch Dinge sehen, die nicht so schön sind.  Auf der anderen Seite ist es dafür auch ein tolles Gefühl, einem Patienten geholfen zu haben! 

Zurück zur Übersichtsseite