Wie eine Familie

Dirk Fassbender ist nicht nur organisatorischer Leiter der Jugendhilfe-Einrichtung "Kompass" in Geilenkirchen bei Aachen, sondern auch Rettungsassistent und in Auslandseinsätzen unterwegs. Als Führungskraft nimmt er sich viel Zeit für die Belange der Mitarbeiter – privat wie beruflich. Er ist immer für seine Mitarbeiter da und sorgt mit seiner positiven Art für eine ausgeglichene Stimmung im Team.

Wie bist du zu den Johannitern gekommen?

Vor über zwei Jahren habe ich einen Job gesucht. Ich war vorher schon im sozialen Bereich tätig, wollte aber mein ehrenamtliches Engagement für Auslandseinsätze und meinen Beruf besser  miteinander vereinen. Ein Freund, der schon bei den Johannitern war, hat mir dann erzählt, dass sie insbesondere insbesondere für die Aufnahme und Betreuung von geflüchteten Menschen Mitarbeiter suchen. 

Welche Aufgaben hast du dann nach deinem Wechsel übernommen? 

Ich habe eine Ausbildung als Rettungsassistent und konnte so direkt die medizinische Abteilung in einer Flüchtlingsunterkunft der Johanniter übernehmen. Schon kurze Zeit später habe ich die Notunterkunft in Eschweiler geleitet. Irgendwann bekamen wir eine Anfrage vom Jugendamt, ob wir auch jugendliche Flüchtlinge übernehmen können. Aus dieser Anfrage ist unsere heutige Einrichtung „Kompass” entstanden. Diese Aufgabe teile ich mir mit einer Kollegin. Sie ist für den pädagogischen, ich für den organisatorischen  Part verantwortlich.   

Was macht denn „Kompass” genau?

Kompass ist mittlerweile keine reine Flüchtlingseinrichtung mehr, sondern eine auf Integration ausgerichtete Jugendhilfeeinrichtung für geflüchtete und für aus Deutschland stammende Jugendliche geworden. Bis zu neun Jugendliche wohnen hier auf 300 Quadratmetern. Sie lernen Deutsch, kümmern sich um den gemeinsamen Garten, gehen zur Schule oder, wenn sie mit der Schule schon fertig sind, helfen wir ihnen eine Lehrstelle oder einen Job zu finden. Neben dieser stationären Wohngruppe gibt es noch zwei Verselbstständigungsgruppen im Nachbarort. In diese Gruppen ziehen die Jungs, die sich gut selbst versorgen können und bei dem Übergang in die Selbstständigkeit Unterstützung brauchen. Sie haben ihre eigene kleine Wohnung, waschen selbst, kochen, gehen einkaufen. 

Was würdest du heute sagen, war der Jobwechsel eine gute Idee?

Auf jeden Fall! Mir war am ersten Tag klar, dass ich das Richtige gemacht habe! In der Flüchtlingsarbeit kann ich etwas bewirken und die Menschen sind so dankbar. Viele der Jungs kenne ich auch schon, seitdem sie hier angekommen sind. Wir haben sie auf ihrem Weg begleitet und wir sind fast wie eine Familie. Für viele hier, bin ich eine Art Vaterfigur. Ich habe zwar keine eigenen Kinder, aber ein bisschen sind die Jungs schon wie meine eigenen Söhne geworden. Ich könnte mir nichts anderes mehr vorstellen.

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