Die singende Pflegerin

Mit ihrem Lied „Kind. Mutter. Mensch“ erreichte sie über 51.000 Menschen auf YouTube, mit ihrer Arbeit als Pflegerin erreicht sie jeden Tag die Herzen ihrer Patienten. Mit ihrem Lied möchte sie die Leute wachrütteln. 

Elisabeth, warum ist für dich der Beruf als Altenpflegerin genau der richtige?

Ich wusste von Kindesbeinen an, dass ich einen sozialen Beruf machen möchte. Mein Opa wurde von meinen Eltern zu Hause gepflegt. Ich bin mit dem Thema aufgewachsen. Je älter ich wurde, desto wichtiger wurde mir der Beruf. Ich habe gemerkt, dass es um die Geschichte hinter den alten Menschen geht und dass ich ihm helfen kann. Ich lerne jeden Tag etwas Neues für mein eigenes Leben. So bin ich beispielsweise geduldiger und noch rücksichtsvoller geworden. Ich habe auch gelernt, hinter die Fassade eines Menschen zu blicken und ihm ohne Vorurteile zu begegnen.

Warum hast du dich damals für die Johanniter entschieden?

Eine Freundin hat hier ihr Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und durch sie habe ich gehört, dass es ein sehr lockeres und entspanntes Team ist. Die Johanniter sind modern, weil sie gerade auch die jungen Leute ansprechen und fördern. Mir war klar, hier wird mir was ermöglicht. Das hat mich direkt angesprochen. 

Deine Patienten sind bestimmt dankbar dafür, dass du deine Arbeit mit so viel Herzblut machst.

Ja, ich mache viele Späße und rede mit ihnen. Oft integriere ich auch Musik in meinen Arbeitsalltag. So habe ich zum Beispiel einen bettlägerigen Patienten. Der darf sich immer eine Band wünschen, die ich über mein Handy abspiele, während ich ihn pflege. Ich merke, dass ihm das gefällt, weil er sich immer freut, mich zu sehen. Manchmal kommen seine Musikvorschläge, wie aus der Pistole geschossen, da bin ich noch nicht richtig in der Wohnung. Mir macht das richtig Spaß, wenn ich sehe, dass ich ihm was Gutes tun kann.

Neben deinem Beruf schreibst du auch noch eigene Songs. In deinem Lied „Kind. Mutter. Mensch.“ sprichst du genau das an. Wie bist du auf die Idee für den Song gekommen?

Nach der Arbeit bin ich teilweise mit schlechtem Gewissen nach Hause gefahren, weil wir als Pflegekräfte nur zwei- bis dreimal am Tag bei den Leuten sind. Den Rest des Tages verbringen einige von ihnen sonst allein. Das hat mich manchmal traurig gemacht. Diese Menschen brauchen mehr Nähe und da muss mehr hinter die Fassade geschaut werden. Die Musik bewegt Menschen, man kann mit Musik auch wachrütteln und das möchte ich gerne mit meinen Songs erreichen. Ich bin zum Beispiel schon bei einem “CareSlam”, also einer Art Poetry Slam für Menschen in Pflegeberufen aufgetreten, wo ich mein Anliegen durch die Musik transportieren konnte. Aber auch in Altenheimen spiele ich gerne für die Bewohner, denn egal, wo ich auftrete, es ist ein tolles Gefühl Menschen zu berühren. 

Wer Elisabeth gerne selbst singen hören möchte: Hier geht’s lang zu ihrem Lied “Kind. Mutter. Mensch” https://www.youtube.com/watch?v=bFkseCMcQbk

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