Mit der Schreibmaschine in Uganda

Helga Zander kam zu den Johannitern, als die Bundeshauptstadt noch Bonn hieß. Seit über 36 Jahren verstärkt sie das Team der Johanniter in der Stadt am Rhein. Heute rechnet sie Krankentransporte ab, früher waren es Auslandseinsätze. Helga zeigt: Auch im Rechnungswesen kann man mit dem nötigen Feingefühl ein Stück die Welt verändern.

Helga, erzähl doch mal bitte, wie du zu den Johannitern gekommen bist?

Eine ehemalige Kollegin von mir wechselte zu den Johannitern. Dadurch bin auch ich auf die Johanniter aufmerksam geworden.

Seitdem hast du dich ja hauptsächlich um die Abrechnungen gekümmert – früher für Auslandseinsätze, heute für den Krankentransport. Was für Aufgaben hast du da?

Ich stelle die Krankentransporte in Rechnung und telefoniere oft mit Krankenkassen, Krankenhäusern oder privat versicherten Kunden, um die Kosten abzuwickeln. Außerdem kümmere ich mich um die noch offenen Forderungen. Alleine die technischen Entwicklungen haben meine Arbeit verändert. Wer hatte denn damals einen PC oder einen Kopierer, als ich anfing? Und heute kommen die Einsatzmeldungen alle digital zu uns.

Du hast ja auch viele Kollegen um dich herum. Was macht für dich die Arbeit mit ihnen so besonders?

Ich schätze das nette Miteinander im großen Team des Krankentransportes. Auch mit den Kolleginnen und Kollegen in unserer  Leitstelle und unserem Buchhaltungszentrum komme ich sehr gut aus. Ich bin mit den Johannitern verbunden und es ist und bleibt ein guter Arbeitgeber.

Du bist ja jetzt seit über 36 Jahren bei den Johannitern. Gibt es ein Ereignis, das dir besonders gut in Erinnerung geblieben ist?

Gleich, nachdem ich 1981 angefangen habe, musste ich einen 90-seitigen Bericht über den bis dahin als schwierigsten geltenden Auslandseinsatz in Uganda mit einer Schreibmaschine verfassen. 90 Seiten auf der Schreibmaschine tippen … das können sich die meisten Leute heute wahrscheinlich noch nicht einmal mehr vorstellen! In dem Bericht beschrieb ich die Aufgaben des Johanniter-Teams und den Aufbau eines Krankenhauses. Für mich war das besonders, weil ich das Gefühl hatte hautnah dabei zu sein - und das von daheim am Schreibtisch aus.

Die Johanniter-Kampagne zeigt ja, dass ihr bei der Arbeit viel Verantwortung habt. Was meinst du, rettest du vom Schreibtisch aus die Welt?

Ja, das denke ich schon ein Stück weit. Wenn ich Abrechnungen schreibe oder Forderungen einholen muss, dann brauche ich viel Gefühl und Empathie, um auf die Kundenanliegen mit Ratschlägen und Lösungen einzugehen. Wir beraten die Kunden, wenn sie eine Rechnung für den Krankentransport erhalten haben und nicht wissen, was sie machen sollen. Die sind dann oft sehr aufgewühlt. Ich kümmere mich dann darum und zeige den Kunden ihre Möglichkeiten auf, die offenen Beträge zu begleichen, etwa in Raten. Die Dankbarkeit und Zufriedenheit kann ich sofort aus den Telefonaten entnehmen.

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