Erst Computer, dann Rettungswagen

Früher war Jost Lappe als IT-Experte tätig. Nach einem Schlüsselmoment wurde ihm klar, dass er sich beruflich verändern wollte. Er beschloss Rettungssanitäter zu werden. 2010 fing der 51-Jährige Detmolder bei den Johannitern an, erst als Fahrer im Kassenärztlichen Notdienst und später als Rettungsassistent. 

Jost, wie bist du bei den Johannitern gelandet?

Ich wollte mich beruflich verändern und nicht mehr als IT-Experte tätig sein. Damals im Wehrdienst bei der Marine war ich schon im Bereich Rettung tätig. Das hat mir viel Spaß gemacht. Schnell war mir klar, dass ich Rettungssanitäter werden wollte. Durch einen Freund, der auch bei den Johannitern arbeitet, erfuhr ich, dass die Johanniter noch Fahrer im Kassenärztlichen Notdienst suchten. Das war ein idealer Einstieg. Zwei Jahre später konnte ich im Rettungsdienst arbeiten. Heute bin also ausgebildeter Rettungsassistent. 

Da verbringt man ja viel Zeit mit seinen Kollegen. Schweißt das zusammen?

Wir sind ein tolles Team und machen auch privat viel zusammen. Man geht mal bowlen oder trifft sich auf Geburtstagen. Die Verbundenheit und der Zusammenhalt sind ganz groß. Wenn jemand ein Problem hat, dann reden wir darüber. Sie sind auch oft gute Ansprechpartner, wenn es um Erlebnisse aus dem Berufsalltag geht. Die können ganz anders damit umgehen, als vielleicht unbeteiligte Personen.

Und wenn du mal abschalten musst und deine Ruhe brauchst? 

Ich gehe sehr gerne wandern und bin viel in der Natur unterwegs. Ich unternehme auch viel mit meinen Kindern. Da kann ich auch wieder ein bisschen Kind sein. Das Lego spielen habe ich jedenfalls wieder für mich entdeckt. Meine Familie und Freunde sind mir sehr wichtig und bedeuten für mich Lebensqualität.

Was denkst du: Dürfen Sanitäter im Blaulicht strahlen?

Ja, ich finde es sogar sehr wichtig, den Leuten das Gefühl zu geben, dass etwa eine Verletzung eventuell gar nicht so schlimm ist, wie sie aussieht. Es gibt auch Momente am Einsatzort, da schenke ich zum Beispiel der Mutter eines Kindes, das sich verletzt hat, ein Lächeln. So weiß sie, dass es ihrem Kind gut geht. Man muss professionell und einfühlsam sein. Ich versuche den Leuten mit meiner Art die Angst zu nehmen und dazu gehört auch mal ein Lächeln. 

 

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