Zum Helfen einmal um die Welt

Sie war in Indonesien, Myanmar, Ecuador – dabei hatte Sie stets die Menschen im Blick, die nichts haben. Als Fachbereichsleiterin für Lateinamerika und Südostasien unterstützt sie Menschen, etwa nach Naturkatastrophen. Jutta Meissner (64) hat ihren Traum zum Beruf gemacht und würde ihren Job nie wieder eintauschen wollen.

Wie führte dich dein Weg zu den Johannitern?

Damals in den Siebzigern habe ich Soziologie mit dem Schwerpunkt auf Entwicklung studiert. Ich wollte schon immer wissen, warum es reiche und arme Länder gibt. Nach dem Studium habe ich 20 Jahre lang in Ecuador gelebt und gearbeitet und als ich zurück nach Deutschland kam, habe ich in der Zeitung gesehen, dass die Johanniter eine Leiterin für die Soforthilfe gesucht haben. 

Und was macht so eine Soforthilfe? 

Die Soforthilfe koordiniert alle Aktivitäten der Johanniter zur Vorbereitung und Durchführung von weltweiten Auslandseinsätzen. Nach einem Jahr im Job wurde die Auslandshilfe nach Berlin verlegt und ich bin mit umgezogen.

Wie können wir uns den Job einer Fachbereichsleiterin für Auslandshilfe vorstellen?

Mein Team und ich leisten zusammen mit den anderen Kollegen und ehrenamtlichen Mitarbeitern Soforthilfe, wenn Katastrophen den Menschen ihre existenzielle Grundlage entziehen. Von Berlin aus plane ich diese Einsätze sowie die mittel- und langfristigen Programme zusammen mit den Menschen vor Ort und unseren Mitarbeitern in den jeweiligen Ländern.Vor Ort schauen wir, was ihnen fehlt. Wir legen den Schwerpunkt auf Gesundheit. Also versorgen wir mit Medikamenten und Lebensmitteln und helfen dabei, dass sich die Menschen möglichst schnell wieder selbst versorgen können. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass sie wieder auf den Feldern ihr Gemüse anbauen können und langfristig mit dem Wichtigsten zum Überleben versorgt sind.  

Das klingt nach einer sehr herausfordernden Aufgabe.

Das ist sie definitiv. Wir waren beispielsweise nach der Tsunami-Katastrophe von Indonesien in der Region Aceh. Hier war die Trennung von Mann und Frau sehr strikt, da das Land sehr muslimisch geprägt ist. Frauen hatten weniger Chancen, waren sehr arm. Wir haben sie gefragt, was sie sich für die Zukunft wünschen würden und sie haben uns gesagt, dass sie gerne arbeiten gehen würden, aber nicht lesen und schreiben können. Daraufhin haben wir ein Projekt zur Alphabetisierung gestartet.

Was macht für dich diese Tätigkeit so reizvoll?

Ich kann meine Erfahrungen einbringen, denn ich war selber viel vor Ort. Trotzdem wissen die Leute natürlich selbst am besten, was sie brauchen, weshalb wir sie immer auf Augenhöhe einbeziehen und nicht an ihren Bedürfnissen vorbei planen. Wenn ich dann auf einer Dienstreise sehe, dass die Projekte vor Ort gut laufen, stellt mich das sehr zufrieden. Ich mache einfach das, was ich schon immer machen wollte.

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