Quer durch die Republik zum Glück

Nach der Wende hing Liane Kunkel ihren Job als Kindererzieherin an den Nagel und machte eine Umschulung zur Krankenschwester. Seit zehn Jahren arbeitet sie nun bei den Johannitern, zunächst als Pflegedienstleitung, später als Krankenschwester für Senioren und hilfsbedürftige Menschen. Doch die Kinderbetreuung ließ sie nie ganz los. 

Liane, was hat dich dazu bewogen bei den Johannitern anzufangen?

Nach der Wende bin ich in die neuen Bundesländer gegangen und habe als Krankenschwester gearbeitet. Als mein Vater 2007 starb und meine Mutter Hilfe bei der Pflege ihres großen Grundstücks brauchte, wusste ich: Ich möchte zurück in die Heimat. Als ich dann erfuhr, dass die Johanniter in Stendal noch Leute suchen, habe ich mich beworben. Erst habe ich als Pflegedienstleitung gearbeitet, aber da ich privat mit meiner Mama viel um die Ohren hatte, wurde es mir zu viel. Ich bin sehr dankbar, dass die Johanniter mir die Möglichkeit gegeben haben, in meinen alten Beruf als Krankenschwester zurückzugehen. 

Was macht denn für dich der Beruf bei den Johannitern aus?

Die Nächstenliebe! Die ist in unserem Beruf sehr wichtig. Man muss mit dem Herzen bei seinen Aufgaben sein. Menschen zu helfen, das ist schon mein Ding. Es ist meine Berufung. Man gibt den Patienten ja ein Stück weit eine soziale Umgebung und baut eine Beziehung zu ihnen auf. Gerade für Patienten, die nicht mehr viele soziale Kontakte haben, nehme ich mir besonders viel  Zeit. 

Wie sieht denn dann ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Ich fange meistens um sechs Uhr an. Dann fahre ich zu den Patienten, helfe ihnen bei der Körperpflege oder versorge sie medizinisch. Da ich viele Leute betreue, ist das schon ein enger Zeitplan. Dennoch habe ich in unserer Einrichtung immer die Zeit für ein paar nette Worte.

Da kommt es manchmal bestimmt auch zu emotionalen und aufwühlenden Ereignissen. Wie gehst du damit um?

Ich lasse es raus und fresse es nicht in mich hinein. Mit meinem Mann rede ich über so etwas. Oder ich schnappe mir meine zwei Hunde und gehe mit ihnen raus.

Und was machst du sonst noch als Ausgleich  in deiner Freizeit?

Da wir ein großes Grundstück haben, fällt immer irgendwo Arbeit an. Wir bauen selber Obst und Gemüse an. m Garten ist immer genug zu tun. Ich lese auch gerne mal, wenn Zeit dafür ist und ich passe gerne auf die Kinder unserer Verwandtschaft auf.

 

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