Quartier für Lebensqualität

Wenn Susanne Felka von ihrer Arbeit erzählt, sieht und hört jeder ihre Begeisterung. Die 51-Jährige ist Quartiersmanagerin im Südstadtzentrum von Salzgitter und betreut dort Menschen im Stadtteil Bad, die sonst niemanden haben. Selbst an Heiligabend und Silvester ist sie im Einsatz.

Susanne, welche Aufgaben warten auf dich, wenn du als Quartiersmanagerin morgens zur Arbeit kommst?

Mein Job ist es, Angebote für bedürftige Menschen zu schaffen. Im Johanniter-Quartier bieten wir ganz unterschiedliche Kurse, Freizeitangebote und Treffen für Jung und Alt. Gerade Senioren brauchen jemanden, der sie auffängt. Dafür bin ich dann gerne auch mal am Wochenende im Einsatz.

Deine Kurse sind alle sehr gut besucht. Welche Angebote schaffst du denn genau?

Das stimmt, wir sind immer komplett ausgebucht. Gerade jetzt bauen wir eine Kindergruppe auf, mit der wir Kekse backen, zu Weihnachten basteln oder später in die Erste Hilfe einsteigen. Für die Senioren und andere Menschen, die an Weihnachten alleine sind, veranstalten wir an Heiligabend ein Treffen, bei dem wir gemeinsam Kaffee trinken und später zu Abend essen. An Silvester gibt es einen Brunch. Ansonsten gibt es über das Jahr verteilt alles vom Malen, über das Kochen bis hin zu Gesprächsrunden.

In eurem Quartier geht es sehr kreativ zu. Die Kunst spielt in deinem Leben auch eine große Rolle, oder?

Ich male total gerne und das lasse ich auch in meine Arbeit mit einfließen. Wir haben hier im Quartier eine Kreativgruppe, in der wir schon viele Bilder gemalt und die wir sogar mal ausgestellt haben. Im Quartier hängen außerdem immer aktuelle Werke von uns und machen so unsere vier Wände hier zu etwas ganz Besonderem. Die Teilnehmer freut es. wenn sie ihre Werke hier an der Wand hängen sehen.

Du scheinst deinen Beruf wirklich zu lieben.

Ich identifiziere mich total mit meinem Job udn auch mit den Johannitern. Selbst meine Familie sagt, dass ich mich total verändert habe, seitdem ich hier arbeite. Ich bin noch sozialer geworden. Ich hatte vorher einen Bürojob, der mich nicht erfüllt hat. Mir hat der Kontakt mit Menschen gefehlt. Jetzt kann ich etwas Gutes tun, etwas Sinnvolles für andere Menschen. Jeden Tag bekomme ich die Bestätigung, dass das genau das Richtige ist und dass ich für jemanden den Tag ein wenig besser gemacht habe. Ich liebe meine Arbeit. 

Dir begegnen im Arbeitsalltag aber auch manchmal schwierige Situationen. Wie gehst du mit ergreifenden Erlebnissen um?

Ich arbeite auch viel mit Flüchtlingen und wenn ich da so manche Geschichte höre, die Menschen mir erzählen, dass sie Familie haben, die in Angst lebt - das sind Geschichten, die gehen mir nahe. Es gibt ansonsten aber auch bei den Johannitern das Angebot, sich Unterstützung bei der Verarbeitung von schwierigen Erlebnissen zu holen. Ich mache derzeit eine Ausbildung in der psychosozialen Notfallversorgung. Mit dieser Ausbildung kann ich Menschen in Zeiten von Unglücken, Unfällen oder Verlusten unterstützen, in der Krisenintervention oder der Einsatznachsorge eingesetzt werden, um so auch Kollegen im Umgang mit belastenden Situation zu helfen.

 

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