“Ich helfe wahnsinnig gerne"

Sie ist seit 21 Jahren die erste Stimme, die Menschen hören, wenn sie bei den Johannitern in Köln anrufen: Theresia Winkler (55) sitzt in der Zentrale, organisiert Blut- und Organtransporte und sorgt dafür, dass erkrankte Fördermitglieder aus dem Ausland zurück nach Hause kommen. Ihre Kollegen beschreiben sie als die gute Seele des Empfangs.

Theresia, du bist schon seit 21 Jahren bei den Johannitern. Was genau ist dein Aufgabenbereich?

Ich nehme sämtliche Telefonanrufe entgegen, die bei uns im Haus eingehen. Aber da kommen noch einige weitere Aufgaben hinzu: Ich bin noch Disponentin, organisiere Blut- und Organtransporte und koordiniere den Rückholdienst. Ich sorge also dafür, dass Fördermitglieder, die einen Unfall im Ausland hatten sicher zurück nach Deutschland geholt werden.  

Was bedeutet das genau?

Den Rückholdienst können all unsere Fördermitglieder in Anspruch nehmen.

Wenn also eines unserer Fördermitglieder im Ausland erkrankt oder einen Unfall hat und auf unsere Hilfe angewiesen ist, um zurück in die Heimat zu kommen, dann beginnt für mich die Arbeit. Ich organisiere zunächst ein Gespräch zwischen dem behandelnden Arzt  im Ausland und einem Arzt in Deutschland. In meiner Kartei finde ich Ärzte, die bis zu vier Sprachen fließend beherrschen. Dieses Gespräch ist dringend notwendig, um zu klären, ob der Patient überhaupt transportfähig ist und wenn ja, welche medizinische Versorgung er während des Transports braucht. Dann muss geklärt werden, welche Weiterbehandlung Zuhause nötig ist

Wie läuft so ein Transport dann ab? 

Für den eigentlichen Transport organisiere ich die Fahrt vom Krankenhaus bis zum Flughafen, unseren Ambulanzflieger sowie den Transport vom Flughafen zum Zielkrankenhaus. Für den Ambulanzflieger, der immer von Köln aus startet, haben wir einen Kooperationspartner, der Flugzeug und Pilot stellt. Von den Johannitern fliegt dann immer eine eigene medizinische Crew mit. In einigen Fällen organisiere ich auch einen Bodentransport. 

Und bei den Bluttransporten?

Bei den Bluttransporten bin ich dafür verantwortlich, dass Blutkonserven von der Blutbank zum Krankenhaus kommen. Wenn also ein Krankenhaus anruft und sagt, sie brauchen eine bestimmte Menge Blutkonserven für einen Patienten, dann kümmere ich mich darum, dass alles so schnell wie möglich in die Wege geleitet wird. 

Bekommst  du denn auch manchmal eine Rückmeldung, wenn alles glatt gelaufen ist? 

Ja, etwa die Hälfte der Leute bedanken sich in irgendeiner Form. Meistens schreiben sie uns. Erst kürzlich erhielt ich einen sehr rührenden Brief von einer Frau, deren Mann in Polen verunglückt war und den wir zurück nach Hause geholt haben. Das ist ein toller Lohn für unsere Arbeit!

Was macht die Arbeit bei den Johannitern für dich so besonders?

Ich helfe den Menschen wahnsinnig gerne und versuche immer, mitfühlend auf sie einzugehen. Wenn alles klappt, bin ich überglücklich. Für mich ist meine Arbeit ein Dienst am Menschen. 

Zurück zur Übersichtsseite