Im Einsatz für leuchtende Kinderaugen

2012 hat Ulrich Kraus neben seinem Job als Rettungsdienstleiter das Projekt Weihnachtstrucker ehrenamtlich übernommen. Das wurde so groß, dass er es seit 2016 hauptamtlich betreut. Letztes Jahr hat das Team 55.000 Päckchen unter anderem nach Rumänien, Bosnien und Albanien gebracht. Auch dieses Jahr hofft der 31-Jährige, dass sie mindestens die gleiche Zahl an Kinderaugen zum Leuchten bringen werden.

Ulrich, jetzt brennt uns eine Frage wirklich unter den Nägeln: Wie wird man Weihnachtstrucker bei den Johannitern?

Von Anfang: Ich habe ganz klassisch als Zivi 2006 angefangen und 2007 als Rettungssanitäter weitergemacht. Damals hat mich vor allem die Vorstellung getrieben, mal mit Blaulicht über eine rote Ampel zu fahren. Aber der Job ist viel mehr. 2009 wurde ich Sachgebietsleiter Rettungsdienst des Regionalverbands Schwaben und habe nebenbei meine Rettungsassistenten-Ausbildung gemacht. 2012 habe ich die Logistik für die Johanniter-Weihnachtstrucker ehrenamtlich übernommen.

Aber dabei ist es nicht geblieben?

Nein. Im Oktober 2016 kam das Angebot hauptamtlich ins Projekt zu wechseln. Da musste ich nicht lange überlegen, weil es einfach grandios ist! Wir hatten uns entschieden, das Projekt bundesweit aufzuziehen und über die Grenzen Bayerns hinaus zu tragen. Das ist natürlich erheblich mehr Arbeit.

Also geht es nicht ohne Team?

Keinesfalls. Das Team ist toll – sowohl innerhalb der Landesgeschäftsstelle als auch mit allen anderen Beteiligten! Wir brechen am 26. Dezember mit rund 40 Lkw auf - alleine würde ich das gar nicht schaffen. Mit all den Ehrenamtlichen erreichen wir so viel mehr. Manchmal rufen Speditionen an und stellen uns schonmal weitere Lkw zur Verfügung, so dass wir bis zu 40 Trucks mehr losschicken könnten. 400 Lkw-Fahrer ohne eigenes Fahrzeug fragen jedes Jahr an. So viele kriegen wir leider (noch) nicht voll. Aber das ist ein Wahnsinns-Gefühl und gibt einem so viel Kraft zum Weitermachen.

Was macht diese Tätigkeit für dich so besonders?

Dass wir Kinder und Familien glücklich machen, die es nicht so gut haben wie wir. Die bekommen eine Tafel Schokolade oder eine Zahnbürste und freuen sich riesig darüber. Das wiederum macht mich immer nachdenklich. Denn obwohl diese Menschen wesentlich weniger haben als wir hier, sind sie nicht unglücklicher. Deshalb ist mir die Aktion auch jede Minute wert, die ich auf Weihnachten verzichten muss. Gerade jetzt, als frisch gebackener Papa, ist das nicht leicht für mich. Aber ich bin sicher, dass meine Tochter das in den nächsten Jahren verstehen wird und mir nicht übel nimmt.

Die meiste Zeit sitzt du ja nicht im Lkw. Glaubst du, du kannst auch von deinem Schreibtisch aus die Welt retten?

Absolut. Vielleicht nicht die ganze Welt, aber dort, wo wir hinkommen, auf jeden Fall. Und auch in der Einstellung aller Beteiligten. Man kann so viel Freude bringen und so viel Gutes tun. Oft rufen große Firmen bei mir an, die von der Aktion gehört haben und wollen auch 200, 300 oder noch mehr Päckchen packen und mitmachen. Für mich eine absolute Herzensangelegenheit. Einmal Weihnachtstrucker, immer Weihnachtstrucker!



Wer noch mehr über die Weihnachtstrucker erfahren möchte, findet hier weitere Informationen: www.johanniter-weihnachtstrucker.de

 

 

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