“Ich wollte noch mehr lernen”

Sie wollte die Großstadt kennenlernen und mehr Einsätze fahren, Vanessa Stötzel (25) ist seit drei Jahren im Rettungsdienst der Johanniter in Frankfurt tätig. Vor allem den Zusammenhalt in ihrem Team und die vielfältigen Einsätze schätzt sie besonders. Langweilig wird ihr nie.  

Vanessa, wie bist du zu den Johannitern gekommen?

Das war eher zufällig. Ich habe im Siegerland gewohnt und war da schon als Rettungsassistentin bei einer anderen Hilfsorganisation unterwegs. Ich wusste einfach, dass ich in der Großstadt noch weitere Erfahrungen sammeln und lernen kann. 

Hast du da ein konkretes Beispiel?

Ich weiß morgens nie, was mich am Tag erwartet. Die Einsätze überraschen einen immer wieder. Wir sind immer unterwegs und haben quasi minütlich einen anderen Arbeitsplatz.

Gerade für mich als Landei war die Großstadt mit ihren verschiedenen Facetten und genauso verschiedenen Einwohnern erstmal ein Kulturschock. 

Was schätzt du denn besonders an deinen Kollegen?

Die Verlässlichkeit. Wir verstehen uns blind und sind zu 100 Prozent füreinander da. Hier ist es auch sehr familiär, da wir viel Zeit miteinander verbringen. Fast alle guten Freundschaften, die ich habe, sind bei den Johannitern entstanden. Mit zwei ehemaligen Kollegen gehe ich regelmäßig klettern.

Ihr erlebt ja bestimmt auch Ereignisse, die euch länger beschäftigen. Wie gehst du mit diesen Erlebnissen um?

Ich arbeite selber ehrenamtlich in einem Einsatznachsorge-Team und habe damals einen Kurs für Stressbewältigung nach belastenden Ereignissen mitgemacht. Ich habe sehr viel darüber erfahren und würde sowas auch in Anspruch nehmen, wenn es mir schlecht gehen würde. Das Angebot ist da und die Teamleiter wissen das. Wenn jemand das Gefühl hat, dass er reden muss und Sorgen hat, dann sollte er das machen.

Wie macht sich Hilfsbereitschaft für dich bezahlt?

Wenn wir Patienten nach einem Einsatz irgendwo wieder treffen, dann bedanken die sich oft. Im Einsatz selbst geht das manchmal unter. Aber letztens hat eine Patientin einem Kollegen und mir eine Dankeskarte geschrieben. Die hat sich erstmal quer durch die ganze Dienststelle telefoniert, bis die unsere Namen hatte. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

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