Ein Wiener in Hannover

Hannover, 20. März 2017

Hauptinspektionsoffizier Hannes C. Pfaller aus Wien besucht Johanniter-Kollegen in Niedersachsen

Die Teilnahme am 19. Hannoverschen Notfallsymposium, ein Gastdienst auf einem Rettungswagen der Johanniter in Wunstorf, ein Nachtdienst auf einem Notarzteinsatzfahrzeug der Kollegen in Langenhagen und die Ausbildung zum Organisatorischen Leiter (OrgL) an der Johanniter-Akademie I Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen standen für Hannes C. Pfaller, Hauptinspektionsoffizier bei der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Wien, bei seinem einwöchigen Besuch in Hannover auf dem Programm.

„Die Unterschiede der Rettungssysteme und deren Abläufe standen für mich im Vordergrund der Reise nach Hannover. Parallelen zu dem österreichischen System sind klar vorhanden, jedoch können wir noch viel voneinander lernen“, erzählt Pfaller. „Die Ausbildung zum OrgL war intensiv, sehr lehrreich und von der Akademie bestens organisiert." Pfaller ist als Hauptinspektionsoffizier in seiner Heimat für die Einsatzführung und Einsatztaktik der JUH zuständig und koordiniert organisationsübergreifende Einsätze, auch mit den österreichischen Behörden.

Neben der JUH sind das Österreichische Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariter-Bund und der Malteser Hospitaldienst Austria in die Wiener Berufsrettung eingebunden, welche eine im landesgesetzlichen Auftrag tätige Rettungsorganisation ist. Sie stellt den Großteil aller in Wien eingesetzten Rettungswagen und betreibt die Leitstelle sowie die Disposition – ähnlich beispielsweise der Berufsfeuerwehr Hannover. Die JUH in Wien ist mit zwei Rettungswagen im Einsatz, die anders als in Deutschland jeweils immer zu dritt besetzt wird. Auch die Ausbildungsstrukturen im Rettungswesen sind anders. Die Dauer der Ausbildung ist teilweise kürzer und die Kompetenzen spezifisch geregelt. „Gerade auf diesem Gebiet spielen die Johanniter in Österreich eine Vorreiterrolle. In Sachen Mitarbeiterausbildung waren wir schon immer visionär und genießen einen guten Ruf in der Szene“, erklärt Pfaller stolz. Der Fachkräftemangel im Rettungsdienst, wie beim Hannoverschen Notfallsymposium vorgestellt, ist in Österreich aktuell noch nicht so ein gravierendes Thema. „Das kann aber durchaus noch so kommen“, sagt der Wiener Hauptinspektionsoffizier.

Internationaler Austausch unter den Johannitern

Der Einblick in das deutsche Rettungswesen und seine Strukturen waren für Pfaller interessant und aufschlussreich. Ein erneuter Besuch der niedersächsischen Kollegen ist nicht ausgeschlossen. „Ein großer Dank gilt auch Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie in Hannover. Er setzt sich immer sehr für den internationalen Austausch ein“, freut sich Pfaller, der eine zukünftige Zusammenarbeit und einen Erfahrungsaustausch zwischen Wien und Hannover als hervorragende Chance sieht, die Qualität diverser organisationsinterner Abläufe, aber auch bei Einsätzen zu optimieren und weiterzuentwickeln. „Die Kollegen sind herzlich eingeladen, mich in Wien zu besuchen.“

Zum 20. Hannoverschen Notfallsymposium ist Pfaller gern wieder dabei: „Mir gefällt die Veranstaltung sehr. Das breite Spektrum der Themen ist spannend – sowohl für den Notfallmediziner als auch den Sanitäter im Rettungsdienst ist etwas dabei. Die bündigen Impulsreferate machen das Format recht kurzweilig.“

Die Johanniter in Österreich

Die Johanniter-Unfall-Hilfe wurde in Österreich 1974 – genau 20 Jahre später als in Deutschland – gegründet. Damals starteten die Johanniter in Wien mit einem Krankentransportwagen, den sie von den deutschen Kollegen als Einstandsgeschenk erhielten, und einer Hand voll engagierter Ehrenamtlicher. Heute sind die Johanniter in unterschiedlichen sozialen Bereichen in Wien, Innsbruck, Patergassen und Orth an der Donau tätig. Die Dienste der Hilfsorganisation sind auch in Österreich mittlerweile aus dem Gesundheitssystem nicht mehr wegzudenken. Dazu zählen neben dem Rettungsdienst, der Erste-Hilfe-Ausbildung und den Fahrdiensten unter anderem auch der Hausnotruf Akkon-Tel, die mobile Palliativpflege, der Pflegenotdienst, Wohnprojekte wie die Johanniter-Residenz oder das Projekt „superhands“, welches Kinder und Jugendliche in der Pflege von Angehörigen unterstützt.

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