Notfallsanitäter erhalten klinische Ausbildung an MHH

Hannover, 13. Juni 2017

Vertreter der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Landesarbeitsgemeinschaft der Rettungsdienstschulen in Niedersachsen haben Kooperationsvertrag für die klinische Ausbildung von Notfallsanitätern unterzeichnet.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) steht künftig der Berufsfachschule für Notfallsanitäter Feuerwehr Hannover, den Rettungsschulen des DRK in Hannover und Goslar sowie der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Niedersachsen/Bremen als weiterer starker Partner in der Ausbildung von Notfallsanitätern in der Region Hannover zu Seite. Neben dem Klinikum Region Hannover (KRH), der Diakovere und anderen Häusern schloss nun auch die MHH den Vertrag mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Rettungsdienstschulen in Niedersachsen. „In Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern wollen wir an der MHH unseren Beitrag zu einer praxisorientierten Berufsausbildung zum Notfallsanitäter leisten, welche die Schüler optimal auf die vielseitigen Aufgaben im Bereich der präklinischen Notfallmedizin vorbereitet“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Koppert, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin an der MHH und Landesarzt des DRK in Niedersachsen.

Mit der Vereinbarung stehen den beteiligten Schulen sechs weitere Einsatzorte für die klinische Ausbildung zur Verfügung. Hier stehen den Schulen gleichzeitig bis zu zehn weitere Plätze für die dreijährige Ausbildung zur Verfügung. Diese gliedert sich in drei verzahnte Teilbereiche. In der schulischen Ausbildung an den Rettungsdienstschulen werden die Lernziele theoretisch, aber möglichst praxisnah vermittelt oder selbstständig unter Anleitung erarbeitet. Die Ausbildung in der Klinik gewährleistet das Lernen von invasiven Maßnahmen, wie das Anlegen einer Infusion, wobei diverse Fachdisziplinen wie Anästhesie, Notaufnahme und Intensiv durchlaufen werden. Den dritten Lernort bildet die Rettungswache des jeweiligen Arbeitgebers. Hier werden die erlernten Inhalte angewendet und praktische Erfahrungen im Berufsalltag gesammelt.

Kersten Enke, Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft der Rettungsdienstschulen in Niedersachsen zeigt sich zufrieden: „Ich freue mich, dass wir auch bei diesem Projekt wieder einmal partnerschaftlich an einem Strang zogen und dadurch zu einem guten Ergebnis für alle Beteiligten gelangt sind. Gerne nehme ich die Rolle als zentraler Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaft für die beteiligten Kooperationspartner wahr. Das Prinzip ‚alles aus einer Hand’ kommt gut an und überzeugte wieder einmal.“

„Die MHH, die viele Notärzte stellt, und die Rettungskräfte in der Region Hannover arbeiten seit Jahren gut zusammen. Die intensive und praxisorientierte Ausbildung der Notfallsanitäter wird zu einer noch engeren und intensiveren Zusammenarbeit aller Beteiligten führen und somit auch die Qualität der gemeinsamen Arbeit bei der Versorgung von Notfallpatienten noch verbessern“, ist sich Dr. Hans-Peter Reiffen, Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Landesarzt der Johanniter in Niedersachsen und Bremen sicher. Dazu tragen auch erweiterte Ausbildungsinhalte in Bereichen wie Kommunikation und Interaktion bei. Gerade die Entwicklung sozialer Kompetenzen gewinnt immer mehr an Bedeutung. In diesem dreigliedrigen Strang der Ausbildung nicht unerheblich – schließlich verfügt der Notfallsanitäter als der qualifizierteste Rettungsfachberuf über umfassendere, eigenständigere Handlungskompetenzen als der Rettungsassistent und ist berechtigt - unter Mitwirkung des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst - heilkundliche Maßnahmen durchzuführen.