Zum 1. April neue Regelungen zur Erste Hilfe-Ausbildung

Berlin, 01. April 2015

99 Prozent der Menschen in Deutschland finden es wichtig, sich mit Erste Hilfe auszukennen – aber bei jedem fünften liegt der Erste Hilfe-Kurs mehr als fünf Jahre zurück, bei jeden dritten sogar mehr als 10 Jahren. Das ist das aktuelle Ergebnis einer von der Johanniter-Unfall-Hilfe in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Studie. Auch die Bundesregierung hat auf die mangelnden Kenntnisse bei den lebensrettenden Handgriffe reagiert und eine Gesetzesänderung erlassen: Ob Lebensrettende Sofortmaßnamen für Führerscheinanwärter, Ausbildung von Betriebshelfern oder Fortbildungen – alle verpflichtenden Erste-Hilfe-Kurse dauern künftig neun Unterrichtsstunden.
Auf die Frage, warum Menschen bei Unfallsituationen nicht helfen, antworteten 44 Prozent der Forsa-Befragten: aus Angst etwas falsch zu machen. „Nur wer gar nichts tut, handelt falsch. Wir haben die Herausforderung der Konzentration auf das Wesentliche gerne angenommen und unsere Methodik an die Bedürfnisse angepasst“, erklärt Ralf Sick, Bereichsleiter für Bildung, Erziehung und Ehrenamt bei den Johannitern. Die Kurse wurden zugunsten von viel Praxis inhaltlich entschlackt. Um die lebensrettenden Handgriffe noch besser zu verinnerlichen, habe die Johanniter das Ausbildungskonzept um den 360 Grad-Ansatz ergänzt: Die Kursteilnehmer nehmen in kleinen Gruppen jeweils immer die Perspektive von Retter, Betroffenen u.ä. ein und betrachten die Unfallsituation auch von außen. „Wir hoffen dadurch, den Menschen die Angst vorm Helfen zu nehmen“, so Sick.


Kern der Neuregelungen zur Ersten Hilfe-Ausbildung ist die geänderte Vorschrift 1 der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, die ab dem 1. April gilt. Zudem ändert sich noch in diesem Jahr die Fahrerlaubnisverordnung. Bei Führerschein-Anwärtern und Fortgeschrittenen dauert der Kurs nun neun statt acht Stunden – bei den Betriebshelfern mussten die Inhalte von 16 auf 9 Stunden gestrafft werden. Die Johanniter begrüßen die neuen gesetzlichen Regelungen. „Die Anforderungen an Ersthelfer am Unfallort sind immer dieselben – deshalb kann es aus unserer Sicht nur eine Erste Hilfe geben“, sagt Sick.