Erste Hilfe im Verkehr

Rettungsgasse

Erste-Hilfe Online

Es ist Reisezeit: Das Verkehrsaufkommen steigt und Staus und vermehrte Unfälle auf deutschen Autobahnen sind absehbar. Auch für die Johanniter-Einsatzkräfte ist dann wieder Saison. Doch ob als Stauhelfer oder im Rettungsdienst: Ihre Arbeit wird immer wieder durch falsches Verhalten bei der so genannten Rettungsgasse behindert.

Rettungsgasse auf der Autobahn, Foto: Jürgen Mahnke

„Unsere Rettungsdienstmitarbeiter müssen das bei ihren Einsätzen täglich erleben“, erklärt Mario Preller, Fachbereichsleiter Einsatzdienste in der Bundesgeschäftsstelle. „Es geht um Minuten, die über das Überleben der Verletzten entscheiden. Doch viele Verkehrsteilnehmer wissen nicht, wie sie die lebensrettende Rettungsgasse bilden sollen.“

Rettungs(G)asse sind wir alle!

Eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der JUH bestätigt dies eindrücklich: 64 Prozent aller Führerscheinbesitzer in Deutschland wissen nicht, was zu tun ist, wenn sich auf einer dreispurigen Straße ein Rettungswagen von hinten nähert. Auch bei einer Straße mit zwei Spuren je Richtung gaben 41 Prozent der Teilnehmer auf die Frage, wie sie den Einsatzfahrzeugen Platz machen sollten, eine falsche Antwort.

Dabei ist ein deutliches Gefälle zwischen den Altersgruppen festzustellen: Während sich 53 Prozent der Führerscheinbesitzer zwischen 18 und 29 Jahren an das in der Fahrschule Gelernte erinnern, sind es bei den über 60-Jährigen nur 24 Prozent.

So bilden Sie eine korrekte Rettungsgasse

So sehen die korrekten Rettungsgassen aus

Bei einer zweispurigen Fahrtrichtung scheren die anhaltenden Fahrzeuge auf der linken Spur nach links und auf der rechten Spur nach rechts aus.

Auf dreispurigen Autobahnen ziehen die Fahrzeuge, die sich auf der ganz linken Überholspur befinden, nach links, während diejenigen, die sich auf der mittleren und der rechten Spur befinden, sich komplett nach rechts bewegen.

Auf dreispurigen Autobahnen ziehen die Fahrzeuge, die sich auf der ganz linken Überholspur befinden, nach links, während diejenigen, die sich auf der mittleren und der rechten Spur befinden, sich komplett nach rechts bewegen.

Immer dabei: Verbandskasten, Warndreieck und Warnwesten

Die Vorbereitung für eine längere Urlaubsreise mit dem Auto beginnt mit der Überprüfung des Verbandkastens. Ist dieser aktuell bestückt und entspricht er der gültigen DIN-Norm 13164? Hier lesen Sie den gesamten vorgeschriebenen Inhalt eines Verbandskastens.

Hier finden Sie eine entsprechende Checkliste

Mit der aktualisierten Norm sind zwei Feuchttücher zur Hautreinigung, ein 14-teiliges Pflasterset mit zwei Fingerkuppenverbänden und ein kleines Verbandpäckchen als neuer Inhalt des Verbandkastens dazu gekommen.

Wichtig ist den Inhalt regelmäßig zu kontrollieren. Es kann zum Beispiel passieren, dass sterile Wundauflagen verkeimen, Pflaster nicht mehr kleben oder Fixierbinden durch Temperaturwechsel ihre Elastizität verlieren.

Der Verbandkasten sollte ebenso wie das Warndreieck griffbereit aufbewahrt werden und nicht unter Gepäckstücken verschwinden.

Seit dem 1. Juli 2014 gilt auch in Deutschland eine allgemeine Warnwestenpflicht. In jedem Fahrzeug muss unabhängig von der Zahl der mitfahrenden Personen eine Warnweste vorhanden sein. Die Weste in rot, gelb oder orange muss der DIN EN 471 bzw. der EN ISO 20471:2013 entsprechen. Die Johanniter raten, nicht nur für den Fahrer, sondern für alle Fahrzeuginsassen je ein Exemplar griffbereit im Fahrzeuginnern bereitzuhalten.