Erste Hilfe Online-Lexikon

Was ist bei einem Herzinfarkt zu tun? Was hilft bei einem Sonnenstich? Und wie reagiert man bei einem Vergiftungsverdacht? In unserem Erste-Hilfe Online-Lexikon finden Sie Antworten auf Ihre Fragen, um im Ernstfall schnell und effektiv Hilfe leisten zu können.

Schützen – Melden – Helfen

Wer als Ersthelfer zu einem Unfall kommt, sollte sich einen Überblick verschaffen, danach professionelle Hilfe rufen und sich dann um die Betroffenen kümmern.

 

 Ihre Aufgaben als Ersthelfer lassen sich dabei kurz und knapp zusammenfassen:

  • Schützen: sich selber, den Betroffenen und andere Menschen im Umfeld
  • Melden: z. B. durch einen Notruf
  • Helfen: alle Erste-Hilfe-Maßnahmen in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit

Der Ablauf von Maßnahmen im Notfall

Schützen

  • Auf den ersten Blick: Überblick über die Situation verschaffen, Lage einschätzen
  • Eigenschutz und Fremdschutz: Absichern und Eigensicherung; Vermeidung von Nachfolgeunfällen
  • Gegebenenfalls aus dem Gefahrenbereich retten

Melden

  • Notruf: Verständigung und Kommunikation mit den Hilfskräften

Helfen

Diagnose und Ganzkörperuntersuchung

  • Kontrolle von Bewusstsein und Atmung
  • Ganzkörperuntersuchung: Kontrolle auf Verletzungen

Anschließend

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit
  • Das PAKET - vier Maßnahmen, die immer richtig sind

Schützen - Vorgehen am Notfallort

1. Auf den ersten Blick - Überblick verschaffen

Bewahren Sie Ruhe! Sammeln Sie sich, damit Sie Ihre Nervosität, Unsicherheit oder Angst nicht auf Betroffene übertragen.

Verschaffen Sie sich bei der Annäherung an die Unfallstelle einen Überblick. Viele wertvolle Informationen erhalten Sie, wenn Sie die vorgefundene Situation genau betrachten:

  • Unfallursache?
  • Anzahl der Beteiligten / Betroffenen?
  • Erste Hinweise auf mögliche Verletzung oder Erkrankung des Betroffenen?
  • Verhalten der Betroffenen?
  • Mögliche Gefahren: ausgelaufenes Benzin, fließender Verkehr, Feuer oder Rauchentwicklung, Gefahrguttransporter, elektrischer Strom usw. ?
  • Sind schon andere Helfer aktiv?

 

2. Eigenschutz und Fremdschutz
Sicherheit muss im Notfall großgeschrieben werden. Von Ihnen als Ersthelfer wird kein falsches Heldentum erwartet. So kann in manchen Fällen – wie bei Starkstromunfällen oder Unfällen mit Gas – der unverzügliche Notruf die einzige Maßnahme sein, die Sie ohne erhebliche Gefahr für Ihr eigenes Leben durchführen können.
Grundsätzlich gehen Maßnahmen des Absicherns und der Eigensicherung vor Maßnahmen am Betroffenen! Die Sicherheit vieler steht – z. B. nach einem Verkehrsunfall – vor der Rettung eines
Einzelnen!

Wenn Sie sich einen Überblick verschafft haben, erkennen Sie auch folgende Gefahren:

  • Freisetzung von Gasen oder gefährlichen Substanzen?
  • Kontaktgifte?
  • Feuer- / Explosionsgefahr?
  • (Stark-)Strom?
  • laufende, gefährliche Maschinen?
  • fließender Verkehr?
  • Infektionsgefahr?
  • Ertrinkungsunfall, z. B. in stark fließenden Gewässern oder Einbruch im Eis?

 

In vielen Bereichen werden Sie durch Kennzeichnungen, Warntafeln u. Ä. auf besondere Gefahren hingewiesen: z. B. im Betrieb, bei Gefahrguttransportern, bei Verpackungsbeschriftungen von gefährlichen Substanzen.

In allen Bereichen der Ersten Hilfe sind folgende Maßnahmen zu Ihrer eigenen Sicherheit richtig und wichtig:

Bei möglichem Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut oder Kontaktgiften: Ziehen Sie Einmalhandschuhe an!

Bei der Beatmung: Bei Kontaktgiften können Sie den Betroffenen nur mit Hilfsmitteln beatmen (Beatmungsmaske, Beatmungsbeutel). Verwenden Sie gegebenenfalls Beatmungstücher oder -hilfen bei möglichem Kontakt mit Körperflüssigkeiten.

Der Abstand des Warndreiecks zur Gefahrenstelle wird oft unterschätzt. Als Faustregel gilt: In Metern mindestens so weit, wie in Stundenkilometern gefahren wird.

Das müssen Sie bei Unfällen im Straßenverkehr beachten:

Freisetzung von Gasen oder gefährlichen Substanzen

  • Achten Sie darauf, ob ein Gefahrguttransporter am Unfall beteiligt ist und ggf. gefährliche Substanzen auslaufen.
  • Wahren Sie Sicherheitsabstand bei auffälligem Geruch, auslaufenden Flüssigkeiten, austretenden Gasen oder ähnlichen Warnhinweisen und halten Sie sich nicht in Windrichtung dazu auf!
  • Merken Sie sich die Zahlen auf den Gefahrguttafeln am betroffenen Fahrzeug! Sie sind für die Feuerwehr bei Ihrem Notruf sehr hilfreich.

 

Fließender Verkehr

  • Schalten Sie schon bei der Annäherung an die Unfallstelle das Warnblinklicht ein. Fahren Sie langsam an die Unfallstelle heran! Vermeiden Sie nach Möglichkeit scharfes Bremsen.
  • Halten Sie in ausreichendem Abstand von der Unfallstelle. Bringen Sie Ihr Kfz vor der Unfallstelle zum Stehen. So wirkt es während Ihrer Versorgung der Betroffenen als Schutz zwischen Ihnen und dem nachfolgenden Verkehr. Öffnen Sie den Kofferraum als Blickfang.
  • Stellen Sie ein Warndreieck und ggf. eine Warnleuchte in ausreichendem Abstand auf. Faustregel: In Metern mindestens so weit wie in Stundenkilometern gefahren wird (innerorts 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter).
  • Bei einer Unfallstelle an schlecht einsehbaren Stellen (Bergkuppe, Kurvenverlauf usw.) sollte das Warnzeichen vor diesem Sichthindernis aufgestellt werden. Auch der Verkehr aus der entgegen kommenden Fahrtrichtung muss gewarnt werden.
  • Laufen Sie auf dem Weg zum Aufstellen sehr weit am Fahrbahnrand oder hinter den Leitplanken. Halten Sie das Warndreieck vor sich und zeigen Sie dem entgegenkommenden Verkehr durch Winken die Gefahr an. Nehmen Sie nachts nach Möglichkeit eine Taschenlampe zu Hilfe!
  • Stellen Sie die Zündung des Unfallwagens ab.
  • Achten Sie auf auslaufendes Benzin oder Anzeichen eines entstehenden Brandes.
  • Vermeiden Sie an der Unfallstelle unbedingt Funken und offenes Feuer. (Auch die "Beruhigungszigarette" für den aufgeregten Unfallfahrer ist tabu.)

Das müssen Sie bei Bränden und der Bekämpfung von entstehenden Bränden beachten:

Bekämpfung von Bränden

Ein Löschversuch sollte nur unternommen werden, wenn:

  • gefährdete Personen in Sicherheit sind,
  • vorhandene Löschgeräte für die Art des Brandes geeignet sind,
  • die Durchführung ohne Eigen- / Fremdgefährdung möglich ist. Die Rettung von Menschenleben hat Vorrang vor der Brandbekämpfung!

 

Bei einem Löschversuch sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Gefahrenquelle ausschalten! Elektrische Verbraucher vom Netz nehmen und Gashähne schließen.
  • Feuerlöscher erst am Brandherd einsetzen!
  • Brand in Windrichtung angreifen! Löschmittel mit Unterstützung des Windes in den Brandherd einbringen.
  • Flächenbrände vorn beginnend ablöschen! Sprühen Sie das Löschmittel mitten in die Flammen, werden diese auseinander gedrückt und die Fläche des Brandes vergrößert sich.
  • Tropf- / Fließbrände von oben nach unten löschen! Die brennende Flüssigkeit tropft / fließt von der Leckstelle ab und führt so zu einem Tropf- und Flächenbrand.
  • Wandbrände von unten nach oben löschen! Um die Ausbreitung des Brandes zu verhindern, müssen Sie die unten liegende Brandquelle bekämpfen.
  • Setzen Sie ausreichend Feuerlöscher gleichzeitig ein und nicht nacheinander! Nur so können Sie eine ausreichende Menge Löschmittel auf den Brandherd bringen.
  • Vorsicht vor Rückzündung! Brennbare Dämpfe können sich an heißen Teilen wieder entzünden. Bereits abgelöschte Flächen deshalb nicht überqueren.
  • Vorsicht bei Kohlendioxidlöschanlagen in Betrieben: Es besteht Erstickungsgefahr und die Gefahr von Erfrierungen!
  • Fettbrände nie mit Wasser löschen! Die Temperatur von heißem Fett liegt weit über dem Siedepunkt von Wasser. Dieses würde sich bei einem Löschversuch explosionsartig ausbreiten.

Um sich nicht selbst zu gefährden, muss ein Brand immer mit ausreichendem Sicherheitsabstand gelöscht werden.

Löschen von brennenden Fahrzeugen

Löschmittel kann nur am Brandherd seine Wirkung richtig entfalten. Daher sollten Sie, z. B. bei einem Motorbrand, die Motorraumverriegelung öffnen. Durch den Spalt zwischen Motorhaube und Kühlergrill können Sie Löschpulver in den Motorraum einbringen. Ist das Öffnen nicht möglich, nutzen Sie andere Öffnungen oder gehen Sie den Brandherd von unten her an. Nutzen Sie Löschmittel primär zum Retten von Menschenleben! Ein Löschen am Tankverschluss kann auch durch das bloße Abdecken mit einer Decke durchgeführt werden (evtl. durch Verstopfen des Tankeinfüllstutzens mit einem Tuch).

 

Feuerlöscher

Handfeuerlöscher sind mit einer "Handhabungsbeschreibung" versehen, die u. a. angibt, wie der jeweilige Feuerlöscher funktioniert und für welche Brandklassen er geeignet ist. Feuerlöscher können für verschiedene Brandklassen zugelassen sein:

  • Wasserlöscher: Brandklasse A
  • Schaumlöscher: Brandklasse A+B
  • Pulverlöscher ABC: Brandklasse A+B+C
  • Pulverlöscher D: Brandklasse D
  • CO2-Löscher: Brandklasse B (für Elektrogeräte geeignet)

Je nach Größe des Löschers beträgt die Ausbringungszeit bei ununterbrochener Löschmittelabgabe 6 bis 25 Sekunden. Wichtig ist das vollständige Öffnen der Entnahmeeinrichtung (z. B. Löschpistole).

Das Löschen ist schussweise durchzuführen. Nur beim Brand einer Flüssigkeit muss in einem Zug durchgelöscht werden.

Feuerlöscher sollten regelmäßig auf ihre
Funktionsfähigkeit hin überprüft werden. Meist ist dies alle zwei Jahre der Fall.

Was tun, wenn Bekleidung brennt

Ohne Eigengefährdung können Sie einen solchen Brand nur bekämpfen, wenn Sie aus einem für Sie sicheren Abstand heraus handeln. Dies ist möglich, wenn zum Ablöschen ein Handfeuerlöscher oder ein Wasserschlauch verwendet wird.

Wenn möglich, sollte der Löschstrahl dabei nicht direkt auf das Gesicht des Betroffenen gerichtet sein, um Schädigungen der Augen oder das Eindringen des Löschmittels in die Atemwege zu vermeiden. Beachten Sie ferner, dass CO2-Löscher nicht in engen und unbelüfteten Räumen eingesetzt werden dürfen.

Hilfsweise können Sie bei Personenbränden eine Löschdecke einsetzen. Dies ist aber selbst für den Geübten mit einem nicht unerheblichen Maß an Eigengefährdung verbunden (Flammen / Abwehrbewegungen des Betroffenen). Gefährlich ist es ebenso, eine brennende, in Panik umherlaufende Person "einzufangen".

 

Einsatz einer Löschdecke bei Entstehungsbränden

Löschdecken (200 x 160 cm) sind anwendungsgerecht gefaltet in entsprechenden Behältern vor Ort verwahrt. In der Einsatztaktik ist das Personal gesondert zu schulen. Von den Löschdecken zu unterscheiden sind die Brandschutzdecken (ohne Normung, Größen: 100 x 100 cm oder 125 x 180 cm). Zur deren Handhabung gibt die örtliche Feuerwehr nähere Auskunft.

Der Einsatz anderer Decken ist mit Gefahren für den Anwender und den Betroffenen verbunden, da diese Decken meistens neben Wolle (schwer entflammbar) auch Kunstfasergewebe (brennbar) beinhalten. Zur Bekämpfung von Entstehungsbränden sind diese Decken nicht geeignet!

Schützen - Vorgehen am Notfallort

3. Retten aus dem Gefahrenbereich

Nicht abwendbare Zusatzgefahren, die Sie als Ersthelfer und den Betroffenen bedrohen (z. B. Feuer, Rauch) machen es erforderlich, dass Sie - gegebenenfalls mit Unterstützung weiterer Helfer - den Betroffenen aus dem Gefahrenbereich retten. Als Hilfe kann hier der Rautek-Rettungsgriff dienen. Diesen können Sie auch anwenden, um eine bewusstlose Person aus dem Auto heraus zur Versorgung an einen sicheren Platz umzulagern.

 

Der Betroffene liegt auf dem Rücken:

  • Stellen Sie sich ans Kopfende des Betroffenen.
  • Greifen Sie mit beiden Händen weit unter Schulter / Hals / Kopf des Betroffenen und richten Sie seinen Oberkörper mit genügend Schwung auf.
  • Stützen Sie ihn in dieser Position mit Ihrem Bein ab.
  • Greifen Sie unter seinen Achseln durch und umfassen Sie einen möglichst unverletzten Arm mit beiden Händen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie mit allen Fingern (inkl. Daumen) von oben überhaken (Affengriff, Abb. 1) und dass Ihre Hände möglichst weit auseinanderliegen (Zugkraft auf den Arm verteilen).
  • Gehen Sie leicht in die Knie und ziehen Sie dann den Betroffenen mit Schwung auf Ihr Bein. Beim Anheben des Betroffenen gehen Sie aus den Knien nach oben. Legen Sie ihn sich schnell auf einem Ihrer Beine als Stütze ab, um Ihre Wirbelsäule zu entlasten.
  • Lagern Sie den Betroffenen auf einem flachen, sicheren Untergrund, wenn möglich auf einer Rettungsdecke.

Der Betroffene sitzt im Fahrzeug:

  • Airbag beachten! Da dieser auch verzögert auslösen kann, sollten Sie den Raum zwischen dem Lenkrad und dem Betroffenen meiden.
  • Motor ausschalten!
  • Handbremse ziehen!
  • Ggf. eingeklemmte Beine des Betroffenen befreien!
  • Sicherheitsgurt lösen, ggf. durchtrennen (Gurtmesser)!
  • Drehen Sie den Betroffenen im Sitz mit dem Rücken zu sich. Dazu fassen Sie mit einer Hand am Rücken vorbei an der fernen Hüfte an. Dort ziehen Sie, während Sie mit der anderen Hand das nahe Knie des Betroffenen von sich weg drücken.
  • Greifen Sie unter den Achseln des Betroffenen hindurch und umfassen Sie einen möglichst unverletzten Arm mit beiden Händen im Affengriff (Finger und Daumen parallel, nicht umklammern).
  • Gehen Sie leicht in die Knie und ziehen Sie den Betroffenen möglichst waagerecht auf Ihr Knie. Der zweite Helfer hält und führt dabei die Beine des Betroffenen.
  • Lagern Sie den Betroffenen auf einem flachen, sicheren Untergrund, wenn möglich auf einer Rettungsdecke.

Melden - Vorgehen am Notfallort

4. Notruf 112

Sind Menschen verletzt oder akut erkrankt, sind sie bewusstlos oder gar ohne Atmung und Kreislauf, ist eine frühzeitige medizinische Hilfe dringend nötig. Der Notruf durch Sie oder eine weitere anwesende Person hält die Rettungskette zusammen.

Die notwendigen Angaben bei einem Notruf

  1. WO ist es passiert?
  2. WAS ist passiert?
  3. WIE VIELE Verletzte / Erkrankte gibt es?
  4. WELCHE Verletzungen / Erkrankungen konnten Sie entdecken?
  5. WARTEN Sie auf Rückfragen

Helfen - Vorgehen am Notfallort

5. Maßnahmen am Betroffenen

Diagnostischer Block und Ganzkörperuntersuchung

 

Kontrolle von Bewusstsein und Atmung

  • Auf den ersten Blick
    Aussehen, Position und Verhalten des Betroffenen liefern Ihnen erste Informationen über seinen Zustand
  • Bewusstsein
    Können Sie eine reglose Person durch lautes Ansprechen und leichtes Rütteln an der Schulter nicht erwecken, dann ist diese Person bewusstlos.
    - Rufen Sie laut um Hilfe!
    - Machen Sie die Atemwege frei!
  • Atmung
    Ist die Person bewusstlos,
    - überstrecken Sie den Kopf / Hals (lebensrettender Handgriff),
    - entfernen ggf. sofort sichtbare behindernde Fremdkörper im Mundraum,
    - beugen Sie sich zur der Person nieder und prüfen Sie die Atmung.
  • Spüren Sie an Ihrer Wange die Ausatemluft?
    Hören Sie Ausatemgeräusche und sehen Sie, wie sich der Brustkorb hebt und senkt?
    - Hat der Betroffene eine normale Atmung, wird er in die Stabile Seitenlage gebracht (Maßnahmenpaket "Nicht erweckbar").
    - Hat der Betroffene keine normale Atmung, führen Sie die Wiederbelebung so durch, wie sie im Maßnahmenpaket Keine Atmung beschrieben ist.

Ganzkörperkontrolle

Sind Bewusstsein und Atmung des Betroffenen vorhanden, führen Sie eine Ganzkörperuntersuchung durch, um Verletzungen oder Zeichen einer akuten Erkrankung zu erkennen.

  • Suchen Sie den Körper des Betroffenen durch Sehen und Fühlen von Kopf bis Fuß ab: Gibt es Wunden, Schwellungen, Fehlstellungen, eine Veränderung der Hautfarbe?
  • Beachten Sie bei dieser Kontrolle die Schmerzäußerungen des Betroffenen.

Priorität haben für Sie die Maßnahmen, die lebenswichtige Funktionen sichern, wie z. B. die Atmung:

1. Stabile Seitenlage

2. Herz-Lungen-Wiederbelebung / Beatmung

3. Stillung bedrohlicher Blutungen / Schocklage

Das PAKET - Vier Basismaßnahmen, die immer richtig sind

Unabhängig von der spezifischen Notfallsituation sind folgende Maßnahmen immer richtig:

  1. Vitalfunktionen sichern
    Um Änderungen der Vitalfunktionen frühzeitig festzustellen und zeitnah reagieren zu können, ist eine engmaschige Kontrolle dieser Funktionen erforderlich.
  2. Notruf tätigen
    Die frühe Alarmierung des Rettungsdienstes sichert die schnelle medizinische Versorgung des Betroffenen und erhöht seine Heilungschancen.
  3. Eigenwärme erhalten
    Schützen Sie den Betroffenen vor Wärmeverlust! Das Umhüllen mit einer Rettungsdecke hat zudem beschützende und beruhigende Wirkung.
  4. Trösten und betreuen
    Durch Ihre Zuwendung nehmen Sie dem Betroffenen die Angst und stärken seine Vitalfunktionen - selbst bei einem Bewusstlosen.

Die vier Regeln zur psychischen Betreuung

  1. Sage, dass Du da bist und dass etwas geschieht!
  2. Suche vorsichtigen Körperkontakt!
  3. Schirme den Verletzten ab!
  4. Sprich und höre zu!

Unterlegen einer Decke, um Eigenwärme zu erhalten

 

Wichtig ist, dass der Betroffene nicht nur von oben geschützt wird, sondern dass auch zum Boden hin eine Wärme-Isolierung stattfindet. Am besten führen Sie diese Maßnahme zusammen mit einem zweiten Helfer durch.

Legen Sie die Decke (z. B. metalline Rettungsdecke) bis ungefähr zur Mitte ziehharmonikaartig zusammen! Drehen Sie den Betroffenen auf eine Seite und schieben den zusammengelegten Teil der Decke so weit wie möglich an den Rücken heran! Nun drehen Sie den Betroffenen auf die andere Seite und ziehen die Decke unter seinem Körper hindurch.

Bewusstlose drehen Sie zum nicht zusammengelegten Teil der Decke hin in die Stabile Seitenlage, sodass dabei der zusammengelegte Teil frei wird und Sie diesen mühelos über den Betroffenen ziehen können.