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Der „Zeitlupen-Tsunami“, der im vergangenen Sommer entlang des Indus durch ganz Pakistan rollte, bevor er sich im Arabischen Meer ergoss, hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Die Johanniter konnten durch ihre jahrelang aufgebauten Strukturen sofort helfen - und tun es bis heute.
Als im Sommer 2010 der erhoffte Monsunregen zum Fluch für ganz Pakistan wurde, waren die Johanniter direkt zur Stelle, um medizinisch zu helfen. Die Flutwelle, die ihren Anfang in den pakistanischen Himalayaausläufern nahm und in den folgenden fünf Wochen 2200 Kilometer bis in Arabische Meer zurücklegte, richtete in ganz Pakistan schwerste Verwüstungen an. Häuser, Straßen, Brücken und Felder wurden mitgerissen und überflutet – ein Fünftel des Landes stand wochenlang unter Wasser. 20 Millionen Menschen wurden obdachlos und sind seitdem auf internationale Hilfe angewiesen.
Die Johanniter, bereits seit dem Erdbeben 2005 in Pakistan, konnten über ihre vorhandenen Strukturen sofort aktiv werden. In den nächsten Monaten sicherten sie über 40 Gesundheitsstationen die medizinische Versorgung von rund einer halben Million Menschen. Über 100 000 Menschen erhielten Hilfsgüter wie Zelte, Decken, Schlafmatten, Moskitonetze, Kleidung, Wasserbehälter, Kochutensilien und Hygieneartikel. „Unser bisher größter Einsatz kommt auch den meisten Menschen zugute. Wir haben genau die richtige Entscheidung getroffen, nach dem Erdbeben vom Oktober 2005 dauerhaft in Pakistan zu bleiben“, fasst der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Hans-Peter von Kirchbach, die Hilfe der letzten Monate zusammen.

In den nächsten Monaten werden die bereits unterstützten Gesundheitsstationen vollständig saniert, Stromleitungen gelegt und die sanitären Einrichtungen instand gesetzt. Außerdem werden die bereits angelaufenen Ernährungsprogramme landesweit ausgebaut sowie Labore und an Krankenhäuser angeschlossene Stabilisierungszentren für schwer unterernährte Kinder eingerichtet, um deren umfassende medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Um auf künftige Katastrophen besser vorbereitet zu sein, bilden die Johanniter in Rawalpindi, Punjab, sogenannte „Community-based Rapid Response Teams“ aus. Diese kommunalen Schnell-Einsatz-Gruppen sollen später in die staatlichen Katastrophenschutz-Strukturen eingegliedert werden. Denn bisher gibt es in Pakistan nur wenige freiwillige Helfer auf diesem Gebiet - mit eine Erklärung für die vielen Todesopfer nach den bisherigen Katastrophen.
Durch das Engagement der Johanniter sollen bis zum Jahr 2012 rund 12 000 freiwillige Helfer in Katastrophenvorsorge und Erster Hilfe geschult werden, um im Falle eines Notfalles in ihren Gemeinden zeitnah und qualifiziert helfen zu können.
Pakistan wurde in den letzten Jahren von mehreren großen (Natur-) Katastrophen heimgesucht:

Lesen Sie, wie die Johanniter in Pakistan geholfen haben - ein Jahr nach der Fluten.
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