Aktuelles

Auf dieser Seite informieren wir Sie über Ereignisse und Veranstaltungen, die wir kürzlich erlebt haben, die uns im Augenblick bewegen oder die für die nächste Zeit geplant sind.

Nikolaus besucht Flüchtlinge

Er war nicht persönlich da. Seine Helfer haben den Heiligen Nikolaus aber würdig vertreten. Am 6. Dezember haben Mitglieder der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Magdeburg (JHG) gemeinsam mit Sozialarbeitern der Johanniter-Unfallhilfe (JUH) diesen besonderen Tag im Advent für die Flüchtlinge in der Landesaufnahme-Einrichtung im Magdeburger Herrenkrug liebevoll ausgestaltet. Ein Johanniter-Ritter aus der Altmark hatte dafür einen prächtigen Weihnachtbaum gesponsert. Der war bereits zum 1. Advent in der Einrichtung aufgestellt worden. Am Nikolaustag dann durfte er von den Kindern der Einrichtung bunt geschmückt werden. Die Lichterkette hatte die JHG zur Verfügung gestellt, Kugeln und Sterne von verschiedenen Privatpersonen.

Den Auftakt hat ein Magdeburger Posaunenchor gegeben. Der hat in musikalischer Perfektion und deshalb unter anhaltendem Beifall eine halbe Stunde lang europäische Weihnachtlieder gespielt. Unterbrochen wurde er nur durch ein Grußwort des Vorsitzenden der JHG Magdeburg, RR Andreas Volkmann. Der hat in kurzen, verständlichen Sätzen die Geschichte des Hl. Nikolaus erzählt. Außerdem sind bei dieser Gelegenheit die ehrenamtlichen Helfer der Hilfsgemeinschaft erwähnt und mit einem sichtbaren Zeichen des Dankes bedacht worden.

Im Anschluss daran gab es für alle Besucher ausreichend Adventsgebäck zu knabbern und alkoholfreien Punsch zu trinken. Auch wenn sich das Wetter mit Nieselregen nicht von seiner besten Seite gezeigt hat, haben die Gäste den Tag bis in den zeitigen Abend hinein gefeiert.

Geschenke gab es natürlich auch. Dank zweier großzügiger Sachspenden konnten Insgesamt fünf blaue Plastiktüten mit Kuscheltieren konnten an die Kinder verteilt werden. Zum Abschluss gab es noch eine besondere Überraschung. Das Magdeburger Kaufhaus „INTERSPORT GROSSE“ hat der Landesaufnahmeeinrichtung sowohl Sport-Trikos für eine ganze Fußballmannschaft als auch zwei Fußbälle gesponsert. Auf diese Weise wird wohl vor allem den Kindern die mehr als tausendjährige Geschichte vom Hl. Nikolaus nachdrücklich in Erinnerung bleiben. Der einstige Bischof von Myra ist schließlich bis heute bekannt und verehrt, weil er seinen ererbten Reichtum mit anderen geteilt und vor allem an die Kinder der ärmsten der Armen verschenkt hat. 

Begegnung in Bonn

 

Bereits vor langer Zeit geplant, hat am verlängerten Wochenende vom 9. bis 12. November 2018 in Bonn ein Partnerschafts-Treffen zwischen der dortigen JHG und der JHG Magdeburg stattgefunden. Die Treffen haben seit inzwischen 28 Jahren Tradition. Diese geht vordergründig auf die Unterstützung der Bonner Johanniter bei der Gründung der Magdeburger Hilfsgemeinschaft im Jahr 1990 zurück. Genauer betrachtet, reicht diese Partnerschaft bis in das Jahr 1982 zurück. Damals haben die Freunde aus Bonn damit begonnen, die Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg mit Hilfsgütern zu versorgen. Finanziert worden sind diese Spenden von Anfang an aus dem Erlös des Weihnachtsbasars, den die Rheinländer zugunsten dieser diakonischen Einrichtung an der Elbe organisiert und veranstaltet haben.

Insofern war es für die Magdeburger eine besondere Freude, diesen Weihnachtsmarkt nun einmal selbst zu erleben. Die zwei Etagen im „Haus der Evangelischen Kirche Bonn“ waren voll ausgestattet mit Verkaufstischen. Selbstgekochte Marmeladen zuhauf wurden angeboten, gut erhaltene und teilweise edle Kleidungsstücke ebenso, wie Porzellan- und Glaswaren. Natürlich waren auch Bücher im Angebot und natürlich Kinderspielzeug.

Die Besucher strömten in Scharen. Fast ausschließlich Johanniter. Denn auf Öffentlichkeitsarbeit legt man hier keinen Wert. Für mehr Besucher wären die Räume zu beengt. Verkauft worden ist trotzdem ausreichend. Schließlich bekam man fast alles, was das Herz begehrt. Vor allem, weil irgendwie ja Weihnachten bereits vor der Tür steht. Von einem stolzen Umsatzvolumen in der Größenordnung um die 15 Tausend Euro war die Rede.

Die wechselseitige Begegnung der JHG-Mitglieder ist bei allem nicht zu kurz gekommen. Schon am ersten Abend saßen alle Teilnehmer bei einer der Gastfamilien zusammen und wurden dort reichlich bewirtet. Natürlich haben sich auch die anderen Gastgeber von ihrer besten Seite gezeigt. Nach dem Basar am Sonnabend traf man sich abermals in fröhlicher Runde zum Abendessen „Im Stiefel“, einem sehr urigen Gasthaus mitten in Bonn.

Das geistlich-kulturelle Rahmenprogramm wurde am Sonntag mit dem Besuch des Gottesdienstes in der Bonner Universitätskirche eröffnet. Die ist Teil des Schlossensembles und wird seit 1816 als die erste evangelische Kirche der Stadt am Rhein benutzt. Höhepunkt die Programms an diesem Tag war sicherlich der Besuch einer der ältesten romanischen Klosteranlagen auf deutschem Boden. Maria Laach ist bereits im 8. Jahrhundert als geistlicher Ort begründet worden. Die Architektur überwältigt wohl jeden seiner Besucher.

In einem Teil der Klosteranlage wird in diesen Monaten eine Ausstellung über den Bauhaus-Künstler Theodor Bogler gezeigt. Bogler war 1927 in die Benediktinerabtei eingetreten. Zahlreiche seiner vor allem keramischen Entwürfe tragen seitdem christliche Motive. Die Ausstellung zeigt in beeindruckender Weise eine ganz überraschende Linie auf vom Bauhaus in Weimar hin zur Benediktinerabtei Maria Laach.

Allein dieser Ausstellung wegen hat es sich gelohnt, diese Reise und die Begegnung zwischen den beiden Johanniter-Hilfsgemeinschaften bis zum Montag auszudehnen. Dann aber haben sich die Gäste doch voller Dank für die reich angefüllten Tage von ihren Gastgebern verabschiedet, um gemeinsam die Heimfahrt anzutreten. Die Erinnerung an diese Unternehmung aber wird noch geraume Zeit nachwirken.

Weihnachten im Schuhkarton

Wie bereits im vergangenen Jahr, sind der Johanniter-Hilfsgemeinschaft (JHG) Magdeburg auch in diesem Jahr rechtzeitig vor der Adventszeit Weihnachts-Päckchen für Flüchtlingskinder übergeben worden. Organisiert worden ist die Aktion vom FSV 1895 in Magdeburg- Fermersleben. Der hat unter Leitung des Trainers der Jugendmannschaft, John Thiele, ein Fußball-Turnier organisiert. Das fand am ersten November-Wochenende in der Mittellandhalle in Barleben statt. Als „Startgeld“ gewissermaßen sind von den Kindern und Jugendlichen „Weihnachtsgeschenke im Schuhkarton“ erbeten worden. Über 50 solcher Kartons sind dafür gepackt worden.

Etwa 20 Mannschaften haben sich an dem Turnier beteiligt. Im Durchschnitt sind in jeder von ihnen drei Päckchen zusammengeschnürt worden. Dazu haben sich jeweils drei oder vier Spieler zusammengetan. Empfehlungen zum Inhalt waren zuvor von Brigitte Nehring, der Flüchtlings-koordinatorin der JHG, an die Mannschaften gegeben worden.

Zusammen mit einem Sozialarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe, die für den Transport einen VW-Bus zur Verfügung gestellt hatte, sowie einem inzwischen in Magdeburg lebenden Flüchtling aus Syrien, konnte der JHG-Vorsitzende, Andreas Volkmann, dann am 5. November um 15 Uhr die Präsente entgegennehmen. Dabei hat er vor allen Spielern und Zuschauern dieses Engagement noch einmal ausdrücklich gewürdigt und den Spielern für ihre Weihnachts-Spenden gedankt. Inzwischen steht auch fest, die Geschenke am 2. Weihnachtsfeiertag an die Kinder in der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) im Magdeburger Herrenkrug übergeben werden sollen.

Weihnachtspäckchen für Flüchtlingskinder

Die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Magdeburg ist dankbar dafür, den rund 50 Kindern, die derzeit mit ihren Familien in der Landesaufnahmeeinrichtung im Magdeburger Herrenkrug leben, mit jeweils einem Weihnachtspäckchen eine Freude zum Fest machen zu können. Während die JHG in den zurückliegenden Jahren gemeinsam mit der Johanniter-Unfallhilfe solche Geschenke vorbereitet hat, hat sich in diesem Jahr ein Fußballverein mit seiner Jugendmannschaft bereiterklärt, einen Fußballwettbewerb unter gleichaltrigen Mannschaften zu organisieren, zu dem als „Teilnahmegebühr“ ausschließlich Weihnachtspäckchen für Flüchtlingskinder gelten. Dabei sollen die Päckchen jeweils von Mehreren Spielern gemeinsam gepackt werden. Darüber, wie die bestückt werden können, erhält jeder Spieler ein aussagekräftiges Merkblatt. Das ist vor allem aufgrund der Essgewohnheiten vor allem arabischer Flüchtlinge wichtig.

Es wird erwartet, dass durch diese Aktion deutlich mehr als 50 Weihnachtspäckchen zusammenkommen. Für diesen Fall sind in einer Koordinationsrunde zwischen den verschiedenen Flüchtlingsinitiativen innerhalb der Elbestadt bereits entsprechende Verabredungen getroffen worden. Es wird also kein Geschenk umsonst gepackt worden sein.

An die JHG übergeben werden die Päckchen im Anschluss an das Fußballturnier am 4. November in der Mittellandhalle in Barleben durch den Organisator des Wettbewerbes. Als Weihnachtsfreude werden sie dann am letzten Adventssonntag an die Flüchtlingskinder übergeben.

Partnerschaftstreffen in Bonn geplant

Bereits vor 1989 bestanden enge Beziehungen von Magdeburg aus zur Johanniter-Hilfsgemeinschaft in Bonn. Die nämlich hatte seit Jahrzehnten die Arbeit der Pfeifferschen Stiftung sowohl mit finanziellen als auch vor allem mit materiellen Spenden der verschiedensten Art unterstützt. Als das durch die politische Wende schließlich möglich wurde, haben die Bonner, die schon damals längst zu Freunden geworden waren, 1990 dann angeregt, in Magdeburg eine eigene JHG ins Leben zu rufen. Das ist auch sehr schnell gelungen. Die entsprechende Urkunde ist noch vor dem Tag der deutschen Wiedervereinigung datiert.

Die Freundschaft mit den Bonnern hat sich inzwischen zu einer tragfähigen Partnerschaft weiterentwickelt. Die wird unter anderem gepflegt durch regelmäßige Besuche hin und her. Die werden aller zwei Jahre organisiert. In diesem Jahr sind wir vom 9. Bis 12. November nach Bonn eingeladen. Unsere Gastgeber haben ein abwechslungsreiches Besuchsprogramm für uns vorbereitet. So werden wir unter anderem den 41. Johanniterbasar der JHG Bonn erleben können. Nach einem Stadtbummel sind wir am Abend zu einem lebendigen Gedankenaustausch in einem urigen Weinlokal am Rhein zusammentreffen. Natürlich besuchen wir am Sonntag gemeinsam den Gottesdienst in der Schlosskirche aus dem Jahr 1816, die die erste evangelische Kirche Bonns ist.

Als touristischer Höhepunkt dieses Partnerschaftstreffens ist sicherlich der Besuch der romanischen Klosteranlage von Maria Laach anzusehen. Dort ist eine sachkundige Führung angemeldet. Natürlich ist zwischendurch ständig die Gelegenheit zu persönlichem Austausch. Die trägt immer wieder zur Bestärkung der freundschaftlichen Verbunden hin und her zwischen den Bonner und den Magdeburger JHG-Mitgliedern bei. Ganz bestimmt trägt der Austausch untereinander zur gegenseitigen Anregung bei. Ob daraus schließlich auch neue, gemeinsame Projekte erwachsen, bleibt abzuwarten.

Freiwilligentag in Magdeburg

Zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen in unserer Stadt hat sich auch die Johanniter-Hilfsgemeinschaft am Bundesfreiwilligentag am 15. September 2018 in Magdeburg beteiligt. Natürlich haben wir unsere Aktivitäten hierfür an dem Ort geplant und vorbereitet, an dem wir seit Monaten unser Hauptbetätigungsfeld haben. Zusammen mit der Leitung und einzelnen Mitarbeitern der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) im Magdeburger Herrenkrug haben wir uns eine handwerkliche Aktion vorgenommen. Wir würden gemeinsam mit den hier ansässigen Flüchtlingen Gartenmöbel aus Transport-Paletten zimmern wollen. Brigitte Nehring, unsere neue Flüchtlings-Koordinatorin hatte ausreichend viele solcher Paletten organisieren können. Außerdem war mit Thomas Schmidt aus Schönebeck ein Zimmer gewonnen worden, der sich nicht nur mit seiner Fachkenntnis, sondern auch mit dem geeigneten Werkzeug und dem nötigen Kleinmaterial zum Mitmachen bereiterklärt hatte.

Um 11 Uhr begann es an vielen Stellen auf dem Gelände der LAE zu sägen, zu bohren, zu hämmern und zu schrauben. Die Bewohner der Einrichtung waren froh, auf diese Weise einmal ihre handwerklichen Fähigkeiten testen zu können. Und in der Tat: was sie da zustande gebracht haben, konnte sich durchaus sehen lassen. Zunächst sind einige Bänke entstanden, auf denen man es sich würde gemütlich machen können. Dann kamen auch noch ein paar Tische dazu. Damit man sich an dem rauhen Holz nicht verletzen sollte, wurden die so entstandenen Gartenmöbel am Ende noch kräftig abgeschliffen und bei dem anschließenden Fest in Gebrauch genommen.

Dazu waren von der LAE Bratwürste zur Verfügung gestellt worden. Die JHJG hatte die notwendigen Brötchen und ausreichend Getränke besorgt. Hauptsächlich in Form von Cola und anderen Mischgetränken. So hat man es sich bis nach 14 Uhr richtig gut gehen lassen auf dem Gelände der Landesaufnahmeeinrichtung.

Der Tag ist dann mit einem Empfang des Oberbürgermeisters, Dr. Lutz Trümper, ausgeklungen. Dazu waren alle Ehrenamtlichen ins Magdeburger Rathaus eingeladen worden. Dafür, wie viele von den Johannitern und deren Helfern dabei waren, liegen keine verlässlichen Zahlen vor. Auf jeden Fall ist der diesjährige Freiwilligentag in Magdeburg auch für uns als JHG eine erfolgreiche Veranstaltung gewesen.

Kirchenasyl

Der Hilferuf einer Berliner Anwältin hat uns aufgerüttelt und in Bewegung gebracht. Ein junger Mann, der als Soldat aus Eritrea geflohen war, sollte in die Schweiz abgeschoben werden. Dort hatte er einen ersten Asylantrag gestellt, der aber abgelehnt worden war. Er hätte in seine Heimat zurückkehren müssen. Welche Konsequenzen das für ihn als Deserteur gehabt hätte, mag man sich kaum vorstellen. Er hat sich der Abschiebung deshalb durch die Flucht nach Deutschland entzogen. Gemäß europäischem Recht aber darf er hier keinen zweiten Asylantrag stellen. Deshalb drohte ihm hier die Abschiebung in die Schweiz und von dort zurück nach Eritrea. Dies musste unbedingt verhindert werden. Deshalb dieser Hilferuf.

Nun verstehen sich die Johanniter als ein Teil der Kirche, sind aber nicht selbst Kirche. Deshalb sind wir als Johanniter-Hilfsgemeinschaft Magdeburg dankbar dafür, dass wir eine hiesige Kirchengemeinde von der Notwendigkeit eines Kirchenasyls überzeugen und diese dafür gewinnen konnten. Dies war nicht zuletzt durch unsere Zusage möglich geworden, dass wir als JHG sowohl alle in diesem Zusammenhang entstehenden Kosten als auch die persönliche Begleitung dieses Kirchenasyls übernehmen würden. Vor allem für einen möglichen Krankheitsfall würde das von maßgeblicher Bedeutung sein. Das hätte die Möglichkeiten der infrage kommenden Kirchengemeinde überfordert.

Diese Zusagen haben wir dankenswerter Weise geben können, weil seitens unserer provinzialsächsischen Genossenschaft deren Bereitschaft erklärt worden ist, für den Fall eines solchen worst case dafür mit einzustehen. Vor allem aber ist der beteiligten Kirchengemeinde zu danken, dass sie für die Dauer von absehbaren vier Monaten ein geeignetes Zimmer mit den notwendigen sanitären Möglichkeiten für dieses Kirchenasyl zur Verfügung gestellt hat.

Und zu danken ist den zwölf Mitgliedern unserer JHG bzw. der Kirchengemeinde selbst, die es ermöglicht haben, dass „unser Gast“ beinahe an jedem Tag besucht worden ist. Und wenn wir nicht konnten, dann haben das Freunde von ihm übernommen, zu denen er bereits während seiner Zeit in der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) im Magdeburger Herrenkrug Kontakt gefunden hatte.

Ende Oktober geht dieses Kirchenasyl zu Ende. Dann hat sich unser Schützling seit der Ablehnung seines Asylantrages insgesamt sechs Monate in Deutschland aufgehalten ohne „abgetaucht“ und ohne abgeschoben worden zu sein. Dies zu erreichen, war das Ziel dieses Kirchenasyls. Denn diese Situation gibt ihm nun die Möglichkeit, unabhängig von den europäischen Regelungen des sogenannten Dublin-Abkommens hier in Deutschland – auf nationaler Ebene gewissermaßen – einen neuen Asylantrag zu stellen. Wie auch immer der beschieden werden wird – vor eine Abschiebung nach Eritrea ist er – aufgrund der politischen Verhältnisse, die in seiner Heimat herrschen - hier in Deutschland sicher.

Flüchtlingspatenschaften

Angeregt durch die Freiwilligenagentur Magdeburg, vermittelt die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Magdeburg seit dem Herbst 2017 so genannte Flüchtlingspatenschaften. Das Projekt ist der der Bundesfreiwilligenagentur aufgelegt worden und wird auch durch sie unterstützt. Dabei geht es um ganz niederschwellige Angebote für hilfsbereite Menschen. Der Vorteil ist dabei, dass keine langfristigen Verpflichtungen eingegangen werden müssen. Lediglich drei Begegnungen zwischen Menschen von hier und solchen Geflüchteten, die noch in der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) im Magdeburger Herrenkrug leben müssen, sollen verabredet werden. Das kann einmal ein Stadtrundgang zu den besonderen Sehenswürdigkeiten sein. Ein weiteres Mal kann evtl. eine Einladung zum Eis essen folgen. Womöglich kann auch eine Konzertveranstaltung besucht werden. Dem Einfallsreichtum sind da keine Grenzen gesetzt.

Ziel dieser Flüchtlingspatenschaften soll es zum einen sein, die Paten ein wenig die Situation der Menschen aus der Fremde kennenlernen und wahrnehmen. Zum anderen sollen die Flüchtlinge erfahren, dass ihnen hier in Deutschland nicht nur Bürokratie begegnet, sondern dass ihnen auch Zuwendung zuteil wird.

Durch die Unterstützung der Bundesfreiwilligenagentur ist es dabei möglich, dass die Paten als Anerkennung für Engagement eine Zuwendung in Höhe von 10 EUR je übernommener Patenschaft ausgezahlt bekommen können. Das freilich ist eher ein symbolischer Betrag, mit dem jedoch immerhin die Kosten für ein paar Straßenbahnscheine abgegolten sein könnten.

Welche Freude man mit der Übernahme einer solchen Flüchtlingspatenschaft erfahren kann, spiegelt etwa der folgende kurze Bericht wieder.

„Als Ehepaar sind wir beide Paten geworden. Es begann mit einem Treffen in der Unterkunft, bei dem wir schnell erkannten, dass wir uns mit unseren Familien gut verstehen werden. Wir luden sie nach Hause ein, tauschten unsere Familiengeschichten aus und erfuhren viel über die Gründe Ihrer Flucht. Dabei wurde uns klar, dass wir wahrscheinlich unter diesen Verhältnissen ähnlich gehandelt hätten. Einer Gegeneinladung unserer beiden Familien in ihr bescheidenes Heim zum Mittagessen haben wir sofort zugesagt, da Gastfreundschaft auf Gegenseitigkeit beruht. Das Essen war köstlich und alle dankbar für die Möglichkeit, sich auszutauschen – oft schon recht gut auf Deutsch. Wir konnten etwas von der Gastfreundschaft wiederspiegeln, die in den Ländern unserer Familien eine größere Tradition haben als in unserem Land. Wir mussten uns aber auch bewusst werden, dass es für uns eine Grenze der Unterstützung gibt, und die ist der deutsche Rechtsstaat. Wir bleiben mit unseren beiden „Patenkindern“ in Kontakt, wie auch immer die Rechtslage entscheidet, da sind wir sicher.“

Wechsel in der Flüchtlings-Koordination

Janine Ahrendt

Brigitte Nehring

Ein Jahr lang hat Janine Ahrendt die Begleitung der Flüchtlinge in der Landesaufnahmeeinrichtung (LAE) im Magdeburger Herrenkrug organsiert. Sie hat diese Arbeit auf der Grundlage eines Mini-Job-Vertrages geleistet. Erfreulicherweise stehen uns rund 20 Ehrenamtliche zur Verfügung, um vor allem Sprachkurse, Sport-Trainings und Kinderbetreuung anzubieten. Darüber hinaus hat Frau Ahrendt auch Begegnungen und Feste organisiert. Außerdem hat sie das Projekt „Flüchtlings-Patenschaften“ gemanaged, das wir zusammen mit der hiesigen Freiwilligenagentur aufgelegt haben. Nun aber verlässt sie uns. Von ihrem Hauptarbeitgeber hat sie eine Stellenerweiterung angeboten bekommen und angenommen. Wir danken ihr aber für die engagiert geleistete Arbeit währenden ihrer Zeit bei uns.

Neu übernimmt dieses Management Brigitte Nehring, die Frau unseres Ritterbruders Prof. Dr. Dr. Reinhard Nehring. Bisher ist sie ebenfalls auf der Basis eines Mini-Job-Vertrages als Projetmanagerin beim Kreisverband Magdeburg/Börde/Harz der Johanniter-Unfallhilfe angestellt. Die Arbeit für uns übernimmt sie ausschließlich im Ehrenamt. Dafür zollen wir ihr unseren ausdrücklichen Dank. Neben der Aufstellung der „Stundenpläne“, mit der sie Angebote unserer freiwilligen Helfer organisiert, liegt ihr hauptsächlich daran, das Projekt der Flüchtlingspatenschaften weiter voranzubringen. Damit soll nicht nur die Integration hier am Ort unterstützt und befördert werden. Viel wichtiger scheint es, den vielfach traumatisierten Flüchtlingen das Gefühl zu vermitteln, dass ihnen hier menschliche Zuwendung zuteil wird.