nach-gedacht

Impuls zum Monat September

Foto: Vivian Weber

"Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende." Pred.3,11(L)

Mitten im Leben

Alles hat seine Zeit: geboren werden und sterben...bauen und abbrechen...lachen und weinen...umarmen und loslassen.

Gott hat dem Menschen aber nicht nur die Zeit und damit die Vergänglichkeit zugemutet, er hat ihm auch eine Sehnsucht ins Herz gelegt, die über alles Zeitliche, Sichtbare und Vergängliche hinausgeht. Der Mensch möchte wissen, erforschen und erfahren was das Ganze ist. Wissen woher alles kommt und wohin alles geht. Nur wenn der Mensch begreift, dass ihm seine Zeit geschenkt ist und er sie selber nicht in seiner Hand hält, kann er seine Zeit als Geschenk empfangen. Hier und jetzt gilt es zu leben. Jetzt ist die Zeit, das Leben zu gestalten und zu genießen. Und in Beidem, im Gestalten und Genießen kann ein wenig "Ewigkeit" zu spüren sein.

Und auch im Genießen verbindet sich der Mensch mit Gott, indem er dankbar sein Leben mit seinen Möglichkeiten aus Gottes Hand nimmt: dankbar für Menschen, die uns durchs Leben begleiten,

dankbar für Menschen, die uns unterstützen, wenn wir es brauchen, dankbar für die Menschen die uns lieben. Dankbar auch für durchlebte und überwundene Lebenskrisen.

Die Ewigkeit finden wir nicht am Anfang und am Ende aller Dinge- das ist uns nicht zugänglich.

Die Ewigkeit können wir nur mitten im Leben finden, weil wir wissen, dass der, der Zeit und Ewigkeit in seiner Hand hält, alles in seiner Hand hält, auch uns.

Johanniterschwester Gabriele Beyer-Bauer

Impuls zur Jahreslosung 2018

"Woher kommt das Wasser, Kinder?" "Aus der Wasserleitung, Mami." Das wäre doch sehr einfach, wenn das so funktionieren würde. Aber Gott hat andere Pläne. Wenn man die Jahreslosung genau betrachtet, kommt ein Bild in den Mittelpunkt: Gott gibt das Wasser - man muss also seine Hand aufhalten, um es zu bekommen. Muss sich Gott entgegenstrecken und sich ihm ganz zuwenden. Das wird die Aufgabe dieses Jahres - sich Gott zuwenden und sich dann gestärkt dem Nächsten, dem Mitmenschen zuwenden, um die unterschiedlichen Arten von Durst zu stillen, die so viele Menschen heute quälen. Wasser fließt; genauso wie Gnade, wie geteilte Freude und Leid. Mit dem Wasser, das Gott schenkt im Gepäck, das ja als Metapher für so vieles steht, geht es hin auf das Ziel, das auch in der Offenbarung genannt wird: "Ich bin das A und O, der Anfang und das Ziel."

Johanniterschwester Elisabeth Kühnelt-Leddihn