Ortsbeauftragter leitet Notunterkunft

Oerbke/Landesbergen, 30. September 2015

Obdach für 1400 Flüchtlinge – das bietet die Notunterkunft „Camp Oerbke“ bei Bad Fallingbostel in Niedersachsen. Das Ministerium für Inneres und Sport hatte die Johanniter damit beauftragt. Aus deren Reihen leitet nun der Ortsbeauftragte Walter Busse die Einrichtung. Ehrenamtlich. Und mit dem festen Willen, der Verantwortung für die Menschen gerecht zu werden.

Bis vor Kurzem war Walter Busse „nur“ der ehrenamtliche Ortsbeauftragte der Johanniter in Landesbergen. Mitte September hat er die Leitung eines humanitären Einsatzes übernommen, den es bis dahin noch nicht gab. Als Gesamtleiter der Flüchtlingsnotunterkunft in Oerbke koordiniert er nicht nur die Johanniter-Helfer, sondern auch die beteiligten Hilfskräfte der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks (THW), der Feuerwehren, der Deutschen Lebensrettung Gesellschaft (DLRG), die zahlreichen Ehrenamtlichen in der Kleiderkammer und die freiwilligen Dolmetscher aus dem Umkreis.

Seine Aufgabe ist es, die Notunterkunft in den nächsten Wochen in den sogenannten Regelbetrieb zu überführen. Denn schon bald werden die ehrenamtlichen Helfer des Katastrophenschutzes wieder in ihre Dienststellen einrücken. Dann muss die Unterkunft mit hauptamtlichen Mitarbeitern geführt werden. „Im Moment läuft alles ruhig und geordnet ab. Die Johanniter werden bis zu 25 neue Arbeitsplätze schaffen, wobei die ersten Einstellungen bereits erfolgt sind“, sagt Walter Busse. Gesucht werden Fachkräfte im Bereich Rettungsdienst, kaufmännischer Leitung, Dolmetscher und Menschen mit sozialer Kompetenz, die für die Betreuung vor allem der zahlreichen Kinder zuständig sein sollen.

Viel Zeit, sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten, hatte Walter Busse zuvor nicht. An einem Samstag kam der Anruf von Uwe Beyes, Vorstand im Regionalverband Niedersachsen Mitte der Johanniter-Unfall-Hilfe. Der bat Busse, sich um die neu eingerichtete Notunterkunft zu kümmern. „Ich habe die Bitte dann mit meiner Frau besprochen“, erzählt Walter Busse. „Und kurz darauf bin ich nach Oerbke gefahren.“ Der einstige Bürgermeister der Samtgemeinde Landesbergen ist ein Mann der Tat. Der Richtige, um Strukturen zu schaffen, da ist sich Regionalvorstand Uwe Beyes sicher.

Seit der Übernahme der Einrichtung ist Walter Busse nur ein paar Mal für ein paar Stunden zu Hause gewesen. „Man muss auch mal raus, um abschalten zu können“, weiß Busse. Er absolviert in diesen Tagen ein umfangreiches Programm. Zwischen Lagebesprechungen, Telefonaten und Terminen mit Menschen mit unterschiedlichen Anliegen müssen Entscheidungen schnell und professionell getroffen werden.

Nach einem Gespräch mit Vertretern des Innenministeriums wartet bereits die Flüchtlingsbeauftragte des Johanniter-Regionalverbandes, Anja Homann, auf ihn. In einem weiteren leer stehenden Block sollen nämlich Gemeinschaftsräume für die Flüchtlinge entstehen. Und ein geeigneter Raum für die Kinderbetreuung wird ebenso benötigt wie ein Raum, in dem ausreichend Waschmaschinen Platz finden. Es gibt also noch viel zu tun – Walter Busse packt es an.

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