REBEKA - Bevölkerungsschutzprojekt mit Johanniter-Beteiligung abgeschlossen

Berlin, 27. Februar 2019

Foto: Dieter Guderley

REBEKA – so der Name eines großangelegten Forschungsprojektes, in dem die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Einsatzkräften bei eigener Betroffenheit in Krisenlagen untersucht wurde. Die Johanniter-Unfall-Hilfe war durch ihren Fachbereich Internationale Projekte und Kooperationen (IPC) als Verbundkoordinator sowie den Landesverband Nordrhein-Westfalen und dessen Bildungsinstitut daran beteiligt. Auf der Abschlussveranstaltung am 27. Februar im Fraunhofer-Forum Berlin wurden die Projektergebnisse des gut dreijährigen Projektes vorgestellt.

Was passiert, wenn Einsatzkräfte im Katastrophenfall selbst betroffen sind, z.B. durch Hochwasser oder eine eigene Erkrankung? Was passiert, wenn wichtige Strukturen  zerstört sind, z.B. durch einen IT- oder Stromausfall? Wie können Hilfsorganisationen weiterhin einsatzfähig bleiben, wenn ihnen der Treibstoff für ihre Fahrzeuge ausgegangen ist? Und: Wie können Helfer ohne Erfahrung die Einsatzkräfte unterstützen?

Diese Fragen standen im Zentrum des Projektes,  das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Beteiligt waren neben der Johanniter-Unfall-Hilfe das Technische Hilfswerk, die Technische Hochschule Wildau, das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart sowie die Freie Universität Berlin. Ende März wird REBEKA offiziell abgeschlossen sein.

Die Johanniter waren unter anderem für die Überführung der Ergebnisse in die Praxis zuständig. So wurde im Oktober 2018 eine groß angelegte REBEKA-Feldübung im Rhein-Kreis Neuss mit 250 Beteiligten organisiert.

Jörg Lüssem, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe, erinnerte an die innerverbandlichen Diskussionen in der Vergangenheit, wie die Einsatzbereitschaft der Helfer bei großen Katastrophenschutz-Einsätzen aufrechterhalten werden kann – besonders, wenn die Helfer selbst oder deren Familie betroffen waren. In solchen Fällen stelle sich auch die Frage nach der Verantwortung der Hilfsorganisationen gegenüber ihren Helfern. Gleichzeitig plädierte Lüssem für die Einbindung von Spontanhelfern: „Ohne sie kommen wir meiner Erfahrung nach in großen Lagen nicht aus. Wir müssen aber darauf vorbereitet sein, wie wir sie sinnvoll einbinden können.“

Hans-Peter von Kirchbach, Ehrenpräsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, bescheinigte dem Bevölkerungsschutz in Deutschland eine hohe Leistungsfähigkeit, das System müsse jedoch zügig weiterentwickelt werden. Wichtig seien eine hohe Reaktionsfähigkeit der Führung und eine rasche Verfügbarkeit der Helfer. „Wir werden nie dahin kommen, dass wir sagen können: Wir sind fertig.“

 

REBEKA

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt „Resilienz von Einsatzkräften bei eigener Betroffenheit in Krisenlagen“ (REBEKA) hat sich zum Ziel gesetzt, die Einsatzfähigkeit der im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen zu erhöhen, auch wenn Einsatzkräfte selbst betroffen sind oder relevante Infrastruktur nicht mehr zur Verfügung steht.

Ziel ist es, den  Ausfall von erforderlichen Ressourcen in Krisenlagen zu kompensieren. Dazu betrachtet REBEKA die drei verschiedenen Säulen:

  • Akteure (Einsatzkräfte, Spontanhelfer)
  • Ressourcen (Fahrzeuge, Gebäude etc.)
  • sowie Strukturen und Prozesse

In den drei Jahren Projektlaufzeit wurden bestehende Abläufe und Strukturen in den Einsatzstrukturen  überprüft und weiterentwickelt. Diese Forschungsergebnisse flossen in ein neues Konzept. Unterstützend dazu wurden Materialen und Fortbildungen entwickelt, die die Einsatzkräfte in der Umsetzung unterstützen sollen. Weitere Infos unter: http://www.rebeka-projekt.de/

 

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist mit rund 22.000 Beschäftigten, mehr als 37.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und knapp 1,3 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.

Weitere Infos um Engagement der Johanniter-Unfall-Hilfe im Bevölkerungsschutz finden Sie hier: www.johanniter.de/dienstleistungen/im-notfall/bevoelkerungsschutz/

Kontakt Pressestelle Therese Raatz

Lützowstraße 94
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