Erkältung oder Heuschnupfen?

Berlin, 23. April 2019

Johanniter klären auf und geben Tipps für den Alltag mit Heuschnupfen

Ständiges Niesen, tränende Augen, laufende Nase: Die klassischen Erkältungssymptome können auch auf Heuschnupfen hinweisen – denn Hasel und Erle haben bereits zu blühen begonnen. Tausende von Menschen sind in Deutschland von dieser allergischen Erkrankung betroffen.

Heuschnupfen (Foto: Julian Rossig)

Heuschnupfen (Foto: Julian Rossig)

 

Allergien wie der Heuschnupfen werden ausgelöst, indem Pollen von Gräsern und Bäumen über die Atmung aufgenommen werden. Kommen die Schleimhäute in Mund, Nase oder Augen damit in Berührung, gibt der Körper sogenannte Histamine ab, die die genannten Symptome hervorrufen.

Erkältung oder Heuschnupfen – was sind die Unterschiede?

Die Symptome der Pollenallergie ähneln den Beschwerden bei einer Erkältung. Dies sind die  Erkennungsmerkmale für Heuschnupfen:

  • häufiges Nasenlaufen, Niesanfälle, gerötete oder brennende Augen sowie Jucken im gesamten Nasen-Rachen-Bereich
  • wässrig und klares Nasensekret
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen
  • verstärktes Auftreten der Symptome außerhalb der Wohnung
  • nachlassen der Symptome nach Regenfällen, da die Luft von den Blütenpollen reingewaschen wurde 

Ärztliche Behandlung bei einer Allergie

Bei Verdacht auf eine Pollenallergie sollte der Hausarzt zu Rate gezogen werden. Wichtig ist zunächst, durch einen Test klären zu lassen, ob eine Allergie vorliegt, und gegen welche Pollen. Darauf basierend empfiehlt der Arzt eine geeignete Behandlung, etwa die Einnahme von Antihistaminika per Tabletten, Spray oder Tropfen.

Wer stark unter Pollenallergie leidet und die Symptome auf lange Sicht bekämpfen will, kann über eine Langzeitbehandlung nachdenken: Die sogenannte Hyposensibilisierung programmiert das Immunsystem dauerhaft um und macht es weniger empfindlich. Die präventive Therapie verlangt einen langen Atem und kontinuierliche Kontrolle: Bei einer Hyposensibilisierung werden die allergieauslösenden Stoffe über einen längeren Zeitraum per Tabletten oder Spritzen verabreicht. 

Heuschnupfen lindern – Tipps für den Alltag

Heuschnupfen kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Die Johanniter raten zu ebenso einfachen wie wirksamen Maßnahmen: Aufenthalte im Freien sollten an Tagen mit stärkerem Pollenflug vermieden werden. Um die eigenen vier Wände möglichst pollenfrei zu halten, sollte vorwiegend nach Einbruch der Dunkelheit oder vor Sonnenaufgang gelüftet werden. Außerdem ist es ratsam, abends zu duschen und dabei auch die Haare zu waschen.

Regelmäßig sollten Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 40 Grad gewaschen werden. Glatter Boden sollte alle zwei Tage gewischt werden; der Teppichboden entsprechend häufig gesaugt. Empfehlenswert sind dabei spezielle Pollenfilter, damit die Partikel nicht in die Luft geblasen werden. Beim Autofahren gilt: Fenster zu. Denn Niesattacken am Steuer können gefährlich werden. Damit die Pollen nicht durch die Lüftungsanlage ins Auto gewirbelt werden, helfen Pollenfilter, die auch nachträglich eingebaut werden können. 

Wenn Heuschnupfen gefährlich wird

Bleibt eine Pollenallergie unbehandelt, kann es zum allergischen Asthma kommen. Während beim klassischen Krankheitsbild in erster Linie die oberen Atemwege betroffen sind, verändern sich bei Asthmatikern die tiefen Atemwege, die sogenannten Bronchiolen. Akute lebensbedrohliche Verläufe sind bei Pollenallergien glücklicherweise sehr selten. Aber bei allen Allergien gilt: Stellen sich neben den typischen Beschwerden beispielsweise Kreislaufprobleme oder eine Quaddelbildung am ganzen Körper ein, sollten Betroffene umgehend den Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 alarmieren. 

Pressestelle Verena Goetze

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