Was bei Sonnenbrand hilft

Hannover, 02. Juli 2018

Aspirin, Quark und Kortison können bei Sonnenbrand helfen

Ob im Urlaub oder zu Hause: Das Sommerwetter lockt wieder viele Menschen in die Sonne. Doch ein zu langes Sonnenbad kann böse Folgen haben – kurzfristig wie langfristig. Bei einem Sonnenbrand entzündet sich die Haut, sie rötet sich und kann Blasen bilden. Dabei wird, je nach Schweregrad, der gesamte Organismus in Mitleidenschaft gezogen.

Sonnenbad (Foto: Frank Schemann)

Vorsicht beim Sonnenbaden (Foto: Frank Schemann/ JUH)

Quark kühlt den Sonnebrand

Um den Schmerz zu lindern, empfiehlt sich sanfte Kühlung – etwa mit einer lauwarmen Dusche oder feuchten Tüchern. „Auch Hausmittel wie Quark oder Joghurt aus dem Kühlschrank eignen sich gut: Sie werden auf ein feuchtes Tuch aufgetragen und als Kompresse benutzt, damit sie nicht auf der Haut antrocknen“, rät Dr Jörg Oberfeld, Bundesarzt der Johanniter-Unfall-Hilfe. Eiskalte Coolpacks hingegen können die Hautreizung verschlimmern und außerdem den Organismus noch mehr belasten.

Entzündungshemmende Mittel gegen Sonnenbrand

Entzündungshemmend wirken Gels, Sprays oder Lotionen mit Aloe Vera, Kamille, Hamamelis oder Panthenol. Auch Produkte mit dem Wirkstoff Hydrokortison, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, können helfen. „Meiden sollten sie dagegen fettige Cremes oder Öle. Sie reizen die verbrannte Haut nur noch mehr und können einen Film auf der Haut bilden, der die Heilung bremst“, erläutert Oberfeld. „Je weniger Duft- und Konservierungsstoffe oder Emulgatoren das Hautpflegeprodukt enthält, umso besser.“ Auch eine Schmerztablette mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann die entzündungsauslösenden Botenstoffe bremsen. Aber Vorsicht: „Für Kinder unter zwölf Jahren ist Acetylsalicylsäure nicht geeignet“, warnt der Mediziner.

Bei schweren Verbrennungen Arzt aufsuchen

Vorsicht ist auch bei folgenden Symptomen geboten: ausgeprägte Rötungen, starke Schmerzen, Blasenbildung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Fieber weisen auf Sonnenbrand der Stufe 2 hin. Dann sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hausmittel wie Quark sind dann nicht mehr angebracht, da sie zu schweren Infektionen führen können.

Ist das Schlimmste überstanden, sollten sich Sonnenbrand-Opfer noch mindestens eine Woche lang im Schatten aufhalten und sich mit heller, luftiger Kleidung schützen. „Die Haut vergisst nie - diese alte Weisheit gilt nach wie vor. Wer den Sonnenschutz vernachlässigt, riskiert nicht nur eine vorzeitige Hautalterung, sondern auch Hautkrebs“, erinnert Oberfeld.

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