Aufklärung zum Klimawandel

Phnom Penh , 03. Juli 2014

Klimaschulung in Kambodscha

Überschwemmungen, Dürreperioden, Ernteausfälle – in der Provinz Kratie im Osten Kambodschas ist der Klimawandel immer stärker zu spüren. Mit einem lokalen Partner entwickeln die Johanniter Unterrichtsmaterialien, um über die Folgen aufzuklären. Bauern lernen neue Anbaumethoden und verbessertes Saatgut kennen.

Seit seiner Kindheit weiß Meach Meng, dass die Regenzeit Ende April beginnt. Dann ist es Zeit, den Reis auszusäen. Tatsächlich regnet es Ende April und die Bauern bringen das Saatgut in die Erde. Doch nach einer Woche ist der Regen vorbei. Ende Mai brennt die Sonne bei 35 Grad vom wolkenlosen Himmel. Auf den Feldern sieht man zartes Grün und die Bauern pumpen Wasser aus dem Fluss Mekong auf die Felder. Wer zu weit vom Mekong entfernt wohnt, kann nur warten.

„Wenn es nicht bald regnet, wird es gefährlich für das Saatgut und für unsere nächste Ernte“, sagt Meach Meng.

Der 63-jährige Bauer lebt in einem der acht Dörfer der Gemeinde Bos Leave im Osten Kambodschas. Mehr als 50 Prozent der Menschen leben hier unterhalb der Armutsgrenze. Durch den Klimawandel wird sich die Lage noch verschärfen.

Die Johanniter engagieren sich deshalb mit ihrem lokalen Partner „Save Cambodia's Wildlife“ (SCW), um die Menschen besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und die Anbaumethoden anzupassen. „Die Bauern wissen, dass sich die Regenzeit durch den Klimawandel verändert hat – also später beginnt, heftiger ausfällt und zügig aufhört – und doch bewirtschaften sie die Felder weiter so, wie sie es schon seit Jahrzehnten tun“, erklärt Vichet Chan, Programmkoordinator bei SCW.

Die Johanniter haben sich für einen zweigleisigen Ansatz entschieden: Zum einen werden die Bauern in speziellen Trainings über die neuen Anbaumethoden, resistentere und schnellwachsende Reissorten sowie verbesserte Düngemittelherstellung aufgeklärt. Zum anderen entwickeln die Johanniter gemeinsam mit Lehrern der Sekundarschulen Unterrichtsmaterialien zum Thema Klimawandel.

In dem neuen Schulfach lernen zwölf bis 18-jährige Schüler alles über die Folgen von Abholzung, schwindende Biodiversität, Fischsterben, Klima und Landwirtschaft. „Wir unterstützen das Projekt, denn der Klimawandel ist ein wichtiges Thema“, sagt Schuldirektor Du Vantha. Neben seiner Schule in Bos Leave nehmen noch sieben weitere an dem Projekt der Johanniter teil.

„Wenn die Schüler hier etwas darüber lernen, dann werden sie es in ihren Familien weitererzählen“, so Du Vantha. „Die Schule ist deshalb der optimale Platz, um möglichst viele Menschen zu erreichen.“

Weitere Informationen über die Arbeit der Johanniter in Kambodscha finden Sie hier.

Für ihre Arbeit in Kambodscha sind die Johanniter auf Spenden angewiesen.