Afghanistan: Bessere Gesundheitsversorgung für Vertriebene und Nomaden

Kabul, 14. November 2018

Khost ist eine von 34 Provinzen Afghanistans, die sich im östlichen Teil des Landes an der Grenze zu Pakistan befindet. Eine Militäroperation gegen die Taliban hatte im Juni 2014 auf pakistanischer Seite zu massiven Vertreibungen geführt - sowohl nach Afghanistan als auch in andere grenznahe Gebiete. Extern Vertriebene ließen sich in Khost und den Nachbarprovinzen nieder. Seitdem setzen sich die Johanniter für eine bessere Gesundheitsversorgung der Menschen ein, denn aufgrund des anhaltenden Konflikts können die Vertriebenen nicht an ihren Herkunftsort zurückkehren.

Eine große Anzahl Vertriebener ist im Gulan Camp angesiedelt, wo die Johanniter und ihre Partnerorganisation Afghanistan Center for Training and Development (ACTD) ein Gesundheitszentrum betreiben. Neun Monate nach Beginn des derzeit laufenden Projekts, welches vom Auswärtigen Amt und über Spenden finanziert wird, hat sich vor allem das Wissen und in die Einstellung der Menschen positiv verändert. Sie werden durch die mobilen Gesundheitsteams kontinuierlich über Themen zu Hygiene und Gesundheit aufgeklärt.

Vor allem Frauen sind nicht mehr so distanziert wie früher, als die mobilen Gesundheitsteams mit der Bereitstellung ihrer Dienste begannen. Ihre Körperhygiene hat sich verbessert und sie sorgen sich mehr und mehr auch um ihre eigene Gesundheit", erklärt Helen Guillermo, Programm-Verantwortliche der Johanniter im Land. So wenden sie sich beispielsweise an die Hebamme und fragen nach "roten Tabletten", die wichtige Säuren und Mineralien enthalten. Sie bestätigen, dass die Einnahme dieser Tabletten Schwindel- und Schwächeanfälle verringert haben.

Gesundheitsdienste auch in abgelegenen Gemeinden

Neben den Vertriebenen bieten die Johanniter den Nomaden vom Stamm der Kutchi in drei Distrikten von Khost ihre Gesundheitsdienste an. Zwei mobile Gesundheitskliniken führen an leicht zugänglichen Orten Sprechstunden durch, die von Impfungen bei Kleinkindern bis zur Behandlung alltäglicher Krankheiten reichen. Die Ältesten und Mitglieder der Kutchi-Gemeinschaft äußerten bei einem Besuch im September ihre Wertschätzung dafür, dass nun in ihren abgelegenen Gemeinden Basisgesundheitsdienste angeboten werden.

Die Kutchi verfügen nur noch begrenzt über Weideland, da lokale Milizenführer das Land in den vergangenen Jahren unter sich aufgeteilt haben. Ihre Einkommensgrundlage hat sich dadurch verringert. Soziale Diskriminierung, mangelnde Möglichkeiten für Bildung und bezahlte Arbeit verschlechtern ihre Lage zusätzlich. Die mobilen Gesundheitsdienste sind darin ein positives Signal.

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Die Johanniter sind in zahlreichen Regionen Afghanistans aktiv. Dieser Reisebericht gibt einen kleinen Einblick in die Vielseitigkeit und die Probleme des Landes.

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