Erdbeben Indonesien: Erste Hilfspakete eingetroffen

Berlin, 11. Oktober 2018

Zwei Wochen nach den schweren Erdbeben und anschließendem Tsunami vom 28. September auf der indonesischen Insel Sulawesi sind die Maßnahmen zur Soforthilfe der Johanniter im Gang. Eine lokale Koordinatorin ist für die Johanniter vor Ort, um Verteilungen von Paketen gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation zu organisieren. 67.000 Häuser gelten als beschädigt oder zerstört, mehr als 82.000 sind vor den Zerstörungen geflüchtet.

Die Hilfsmaßnahmen der Johanniter auf Sulawesi sind angelaufen. Unsere Koordinatorin Ejodia Kakoensi unterstützt von der Stadt Palu aus den Transport und die Verteilung von Hilfspaketen an die betroffenen Menschen. Sie arbeitet eng mit unserer lokalen Partnerorganisation PERUATI zusammen, welche die Verteilungen umsetzt. Hilfsgüter wie Unterwäsche, Windeln und Frauenbinden sollen die Körperhygiene von denjenigen verbessern, die bei Katastrophen oft unbeachtet bleiben: Ältere Menschen. Die Pakete, welche am Montag dieser Woche verteilt wurden, erhielten zusätzlich Trockengebäck für Kleinkinder. Kirchengemeinden auf West-Java sammelten die Hilfsgüter, den Transport finanzierten und organisierten die Johanniter.

Am vergangenen Dienstag trafen weitere Hilfslieferungen über den Seeweg in Palu ein. Nudeln, Reis, Trinkwasser sowie Hygiene-Utensilien wurden am Mittwoch verpackt und an insgesamt 204 Bewohner an der Westküste verteilt.

Die Hilfsmaßnahme zeigt, wie man Hand in Hand lokale Initiativen und Strukturen schnell und unkompliziert unterstützen kann", sagt Claudia Zehl, Projektkoordinatorin der Johanniter-Auslandshilfe. 

Dies sei umso wichtiger, da laut Informationen des indonesischen Außenministeriums es internationalen Helfern nicht erlaubt werden soll, im Katastrophengebiet zu arbeiten. Jegliche Maßnahmen sollen vor allem über lokale und nationale Organisationen abgewickelt werden.

Die Lage vor Ort verbessert sich nur schleppend. "Wir haben einige Dörfer gesucht, die schwere Zerstörungen aufwiesen und in denen zahlreiche Familien in selbst errichteten Notunterkünften ausharren müssen", sagt Ejodia Kakoensi. "Laut Berichten von Betroffenen sind die Mengen an Lebensmitteln und sauberem Wasser sehr begrenzt." Das Stromnetz sei aber in zahlreichen betroffenen Ortschaften wieder instandgesetzt. Geprüft wird, inwieweit vor allem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in zahlreichen Gemeinden stabilisiert werden kann.

Schutz vor zukünftigen Katastrophen

In den kommenden Wochen soll neben der gerade anlaufenden Nothilfe vor allem mit der Katastrophenprävention begonnen werden. In Schulungen sollen Gemeinden die Gefahren analysieren und ihre Anfälligkeit in Zukunft reduzieren. "In diesem Bereich haben wir an anderen Orten in Indonesien erfolgreich gearbeitet und wollen diesen Ansatz auch auf Sulawesi einsetzen", sagt Claudia Zehl. Eine besonders wichtige Komponente sieht sie in der Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse mit den Betroffenen. "Erfahrungen nach den Erdbeben in Nepal oder Haiti haben gezeigt, dass die seelischen Verletzungen erst viele Monate später aufbrechen. Darauf müssen wir uns vorbereiten."   

ADH ruft zu Spenden auf und stellt 100.000 Euro für Soforthilfe bereit

Das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland Hilft“ hat 100.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung gestellt. „Die Menschen auf der Insel Sulawesi benötigen unsere Unterstützung: Lebensmittel, Trinkwasser, medizinische Versorgung und Notunterkünfte müssen für die vielen Kinder, Frauen und Männer bereit gestellt werden“, sagt Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von ‚Aktion Deutschland Hilft‘. Die Johanniter-Auslandshilfe beteiligt sich zusammen mit zahlreichen anderen ADH-Mitgliedsorganisationen am Einsatzfall des Spendenbündnisses. Sie bittet um Spenden über ADH oder direkt an die Johanniter unter dem folgenden Spenden-Button.

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Ihr Ansprechpartner Mathias Wahler - Fachbereichsleiter Kommunikation Auslandshilfe

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