Gesundheitsvorsorge per App in Nepal

Drei Jahre ist das verheerende Erdbeben in Nepal nun her, noch immer setzen wir uns im Land ein. Mit dem Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung wollen wir so viele Menschen wie möglich erreichen. Unsere Partnerorganisation Nyaya Health Nepal hat zu diesem Zweck eine App entwickelt, die Familien in abgelegenen Regionen hilft. Vor allem für schwangeren Frauen ist die Betreuung hier wichtig.

Gesundheitshelferin Sangita Thami.

Zwei Gesundheitsstationen konnten wir im Distrikt Dolakha im letzten Jahr bereits wieder aufbauen und ausstatten. Solche lokalen Einrichtungen sind im bergigen Nepal immens wichtig. Viele Menschen müssen sonst schwere und lange Wegstrecken auf sich nehmen, um ein Krankenhaus oder einen Arzt zu erreichen. Um die medizinische Versorgung noch zugänglicher zu machen, werden nun auch mobile Gesundheitshelfer eingesetzt, die auf Hausbesuche gehen. Sie erhielten zuvor eine Grundausbildung und ein Smartphone samt Gesundheits-App.

Sangita Thami aus dem Distrikt Dolakha ist eine von ihnen. Mitte 2017 nahm sie an einem dreiwöchigen Training zur Gesundheitshelferin und an einer Datenerhebung in der Region teil. Jeder Haushalt erhielt eine Identifikationsnummer, die Informationen flossen in das eigens entworfene Programm auf ihrem Smartphone. Danach lernte Sangita den Umgang mit dieser App, die alle Informationen ordnet und an der sie sich bei der Diagnose orientiert.  Anfangs war ihre Motivation, mit der App noch mehr über Gesundheit zu lernen. Jetzt hat sie gemerkt, wie viel wichtig ihre Tätigkeit für die Region ist: „Als ich mit der Arbeit angefangen hatte, merkte ich, wie sehr ich den Patienten helfen kann.“

Hilfe für 937 Haushalte

Sangita setzt sich vor allem für Mütter und Kleinkinder ein, damit sie gesund bleiben. ©JUH

Sangita bildet zusammen mit drei weiteren Helferinnen ein Team. Sie sind einer Krankenschwester unterstellt, die sie regelmäßig weiterbildet. Sangita ist für 937 Haushalte zuständig, die sie mindestens alle drei Monate besucht. Keine einfache Aufgabe: „Ich muss sehr viel laufen. Manche Häuser sind zwei Stunden entfernt, aber eine weitere Helferin soll uns bald unterstützen“, so Sangita, die täglich sechs Stunden im Einsatz ist. Die App erinnert sie bei den Hausbesuchen, welche Basisfragen sie stellen muss und welche Kontrollen wie Blutdruckmessung anstehen. Die Daten trägt sie dann offline ein. Später bekommt die Krankenschwester die Informationen der besuchten Patienten per Download und das weitere Vorgehen wird dann je nach Diagnose oder Auffälligkeiten besprochen.

Genauso wie Tipps zur Familienplanung hat Sangita hat immer kostenlose Schwangerschaftstests dabei, um möglichst früh schwangere Frauen zu erfassen. Die Frauen erhalten umgehend Beratung und Sangita besucht sie dann monatlich, um die Schwangerschaft zu begleiten und Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Bei Neugeborenen kontrolliert sie die Atmung, um Lungenentzündungen vorzubeugen. „Ich kann den Patienten wirklich helfen und die schwangeren Frauen sind glücklich, wenn ich sie besuchen komme“, freut sich Sangita.

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Neubau einer Gesundheitsstation.

Überblick: Unsere Hilfe in Nepal

Nach den verheerenden Erdbeben im April und Mai 2015 leisteten die Johanniter medizinische Soforthilfe, und versorgten die betroffene Bevölkerung mit Lebensmitteln, Zeltplanen und Haushaltsutensilien. Auch ein Reha-Zentrum und drei temporäre Schulen wurden im Distrikt Sindhupalchowk unterstützt. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen schafften die Johanniter sichere Räume für traumatisierte Frauen und Kinder, wo diese psychosoziale Betreuung erhielten. Um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen, schulen derzeit unsere Partner vor Ort die Menschen in den Gemeinden in Sofortmaßnahmen. Im Ernstfall sollen sie richtig reagieren und die Schäden so gering wie möglich gehalten werden können.
Zusammen mit den lokalen Partnern wurden im letzten Jahr zwei Gesundheitsstationen im Distrikt Dolakha wieder aufgebaut, mit den nötigen Geräten ausgerüstet, und mit Medikamenten ausgestattet. Spendengelder von Aktion Deutschland Hilft machten dies möglich. Der Wiederaufbau von drei weiteren Stationen soll 2018 starten.

Mehr Infos zu unserem Engagement in Nepal erhalten Sie hier

Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Kathrin Anhold

Lützowstrasse 94
10785 Berlin