Indonesien: Überleben sichern, Neuanfang ermöglichen

Berlin, 22. Oktober 2018

Knapp einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi helfen die Johanniter mit zwei Projekten vor Ort. In Palu-Stadt, West Palu und dem Distrikt Sigi in Zentral-Sulawesi arbeiten wir mit lokalen Partnerorganisationen zusammen. Das gemeinsame Ziel: Überlebenssicherung und Deckung der Grundbedürfnisse für insgesamt 10.000 Menschen.

Zusammen mit den Organisation INANTA (Yayasan Inovasi Ketahanan Komunitas) und PERUATI erhalten Betroffene seit Anfang Oktober Nothilfepakete. Neben Nahrungsmitteln wie Reis, Eier, Babynahrung und Zucker umfassen diese unter anderem Küchenutensilien, Eimer, Matratzen, Zeltplanen und Hygienematerialien. Im Bereich Hygiene ist vor allem Seife wichtig, damit sich Keime und Krankheiten nicht ausbreiten können. Starke Regenfälle hatten in den vergangenen Tagen die Situation vor Ort verschlechtert, sie erhöhen das Risiko von Krankheitsübertragungen zusätzlich. Mitarbeiter von INANTA klären die Menschen über die Risiken und Hygienemaßnahmen auf. INANTA liefert außerdem Trinkwasser für 1.000 Haushalte. So wird gewährleistet, dass jeder Person pro Tag mindestens 15 Liter sauberes Wasser zur Verfügung stehen, um den Grundbedarf zu decken.

Über Hilfslieferungen hinaus engagieren sich beide Organisationen mit Trainings unter den zahlreichen Betroffenen. Mehr als 60.000 Menschen gelten weiterhin als vertrieben, viele leben in Notunterkünften. Freiwillige und Vertreter betroffener Gemeinden werden darin geschult, wie sie Risiken mindern können und sich besser gegen Katastrophen wappnen. Dazu zählen unter anderem Erste-Hilfe-Maßnahmen.

"Halt und Normalität zurückgeben"

Auch die Kinder betroffener Familien sollen schnellstmöglich wieder einen geregelten Schulunterricht aufnehmen können. Unterstützend dafür erhalten 2.000 Kinder Schul- und Zeichenhefte, Stifte, Lineale und Radiergummi, nachdem die meisten ihre Schulmaterialien beim Beben und Tsunami verloren hatten und zahlreiche Schulen eingestürzt sind.

Besonders für Kinder ist es jetzt wichtig, nach den schwierigen Erfahrungen an ein kindgerechtes Leben anzuknüpfen. Die Schulmaterialien geben ihnen Normalität und Halt zurück und sie können sich beschäftigen“, sagt Claudia Zehl, Projektkoordinatorin der Johanniter.

Das Erlebte auf- und verarbeiten: Für Betroffene und Helfer gleichermaßen wichtig. PERUATI konzentriert sich auf die psychosoziale Unterstützung und trainiert Helferinnen und Helfer im Umgang mit Betroffenen, die Angehörige oder Freunde verloren haben. Je nach deren persönlichen Umständen fungieren sie als Ratgeber oder organisieren Selbsthilfegruppen. Das Erlebte verarbeiten Kinder, Frauen oder Ältere dabei auf unterschiedliche Weise und traumatische Erlebnisse müssen zur langfristigen psychischen Gesundheit in das bisherige Leben integriert werden. Daher ist es wichtig, die Menschen nach einer ersten Stabilisierungsphase, die derzeit durch PERUATI übernommen wird, professionell zu betreuen. Die psychische Gesundheit ist ein wichtiger Grundstein für den Wiederaufbau als Gemeinde.

Die Projektaktivitäten werden über eingegangene Spendengelder von Aktion Deutschland Hilft finanziert und laufen zunächst bis Ende Dezember. Danach beginnt die Wiederaufbauphase.


Was wir bisher in Indonesien nach dem schweren Erdbeben getan haben, erfahren Sie hier.

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Ihr Ansprechpartner Mathias Wahler - Fachbereichsleiter Kommunikation Auslandshilfe

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