Kolumbien: Frieden auf dem Prüfstand

Berlin / Medellín, 24. Mai 2018

Am 27. Mai wählt Kolumbien einen neuen Präsidenten. Jahrzehntelange Konflikte haben Land und Menschen geprägt. Und so zeigt auch die anstehende Präsidentenwahl, wie tief gespalten das Land ist. Trotz eines Friedensabkommens mit der einst größten Rebellenbewegung FARC kommt es weiterhin zu Übergriffen, Gewalt und Drohungen durch verschiedene bewaffnete Gruppen. Mehr als sieben Millionen Menschen sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten vertrieben worden.

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Die meisten von ihnen haben Zuflucht in den großen Städten des Landes gesucht. Bogotá, Medellín oder Cali sind die Heimat hunderttausender Binnenvertriebener geworden. Dort versuchen sie, ein neues Leben aufzubauen und den Konflikt und die Bedrohungen hinter sich zu lassen. Noch immer finden Vertreibungen statt. Bea Cecilia Anguribe gehört zu den rund 56.000 Menschen, die im Jahr nach dem Friedensschluss ihren Heimatort verließen. Sie wurde von Paramilitärs bedroht. “Erst haben sie meinen Sohn zwingen wollen, mit ihnen zu kooperieren“, erklärt Bea Anguribe. „Als er untergetaucht war, bedrohten sie unsere gesamte Familie, falls sie ihn nicht finden würden. Deshalb gingen wir zu meiner Schwester nach Medellín“, so Bea Cecilia, wo sie nun mit Unterstützung der Johanniter und der Fundación Las Golondrinas einen Gemeinschaftsgarten zur Selbstversorgung betreibt.

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Auch bei Rückkehrern, die auf mehr Sicherheit nach dem Friedensabkommen gehofft hatten, macht sich Enttäuschung breit. Im Norden Kolumbiens kehrte eine indigene Gemeinde auf ihr Land im Bezirk Frontino zurück, nachdem sie Jahre zuvor von dort vertrieben wurden. Sie mussten erleben, dass ihr Land nicht mehr ihnen gehört, sondern den Besitzer gewechselt hat. Millionen Hektar Land wechselten in ganz Kolumbien im Laufe der Jahre illegal den Besitzer. Die Johanniter helfen die Menschen in Frontino mit dem Nötigsten wie Wasserfilter und medizinischer Unterstützung, um auf ihrem Land weiterleben zu können.

Neben den Binnenvertriebenen stellen venezolanische Flüchtlinge eine enorme Herausforderung für Kolumbien dar. Mehr als eine halbe Million Venezolaner sind nach Kolumbien geflohen, um der Unterversorgung im Heimatland zu entkommen. Die Johanniter leisten Unterstützung. Mehr Infos hier.

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Ihr Ansprechpartner Mathias Wahler - Fachbereichsleiter Kommunikation Auslandshilfe

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