Laos: Verhalten ändern, Gesundheit stärken

Vientiane, 05. März 2018

Mit etwa 8.000 Euro kann man sich in Deutschland einen halbwegs guten Gebrauchtwagen kaufen - oder in Laos die Gesundheitsbedingungen an einer kompletten Grundschule umkrempeln. Unsere Partnerorganisation BORDA Laos installierte dort neue Toiletten, Waschgelegenheiten und einen Abwassertank. Lehrer sowie Schüler erhielten Hygiene-Schulungen. Ein Jahr nach Abschluss des kleinen Projekts besuchte BORDA nochmal die Einrichtung und konnten eine bleibende Verbesserung feststellen.

Techniker von BORDA Laos prüfen den Grad der Verunreinigung beim Abwasser.

„Es ist toll, die Kleinen munter und vor allem gesund auf dem Schulhof herumspringen zu sehen“, sagt Lena Germscheid von BORDA Laos. Sie war Ende 2017 erneut mit einigen ihrer Kollegen in der ländlichen Grundschule des Dorfes Huay Xai in der Provinz Bokeo. Der Auftrag war nachzuprüfen, ob die neu installierten Sanitäranlagen noch funktionieren und die Kinder die erlernten Hygienegewohnheiten anwenden. Ende 2016 beendeten die Johanniter und BORDA Laos das kleine Projekt an der Schule, das über einen Fond der Deutschen Botschaft in Laos finanziert wurde. Für die 220 Schüler und sechs Lehrer aus dem Umland des Dorfes Huay Xai wurden neue Toiletten und Waschgelegenheiten installiert, nachdem sie sich zuvor zwei Latrinen teilen mussten. (Wir berichteten hier) Parallel wurde ein Auffangbecken für Abwasser installiert, um vor allem organische Substanzen durch biologische Prozesse abzubauen. Das Abwasser wird dadurch sauberer und die Umweltbelastung rund um die Schule geringer. Zu welchem Ergebnis kommen die erhobenen Daten nach fast einem Jahr?

Alle Schulkinder verwenden regelmäßig Seife

100% saubere Hände dank Seife.

„Vor dem Projekt hatten viele von ihnen noch ihr Geschäft draußen verrichten müssen, weil die Latrinen damals nicht ausreichten oder in einem schlechten Zustand waren. Laut den jetzigen Daten tut das niemand mehr“, freut sich Germscheid. Dadurch könne die Übertragung gefährlicher Keime und Krankheiten eingedämmt werden. Das gleiche positive Bild ergibt sich beim Händewaschen. Hatten sich vor dem Projekt nur zwei von drei Schülern die Hände gewaschen, tun es jetzt ausnahmslos alle. „Und was fast noch wichtiger ist: Alle berichteten uns, dass sie regelmäßig Seife benutzen, die früher oft außer Acht gelassen wurde“, sagt Germscheid. Insgesamt wurden 30 Schüler zwischen neun und elf Jahren befragt.

Weniger Risiken nicht nur an Schule, sondern auch zuhause

Neben den technischen Installationen waren die Schulungen entscheidend. Dadurch können die Lehrer die Instandhaltung der Anlagen selbst durchführen und die Kinder haben wichtige Hygieneregeln verinnerlicht. Mit Erfolg: Nicht nur die Fälle bei Hautausschlägen und durch Mücken übertragbare Krankheiten hätten sich laut dem Bericht fast halbiert. „Die Kinder bestätigten uns, dass sie die neuen Gewohnheiten auch zuhause anwenden. Das verbessert ihr Umfeld und mindert letztlich die Risiken für die gesamte Familie“, so Germscheid.

Erfreut zeigte sich auch Claudia Zehl, Projektkoordinatorin der Johanniter-Auslandshilfe: „Es passiert selten, dass Partnerorganisationen gerade bei solch kleinen Projekten die Mühe auf sich nehmen, die Wirkung der Maßnahmen zu prüfen. Das Ergebnis zeigt uns, dass auch solche Projekte mit einem kleinen finanziellen Rahmen eine große Wirkung entfalten können. Deshalb wollen wir sie zukünftig gerne auch an anderen Schulen durchführen“, so Zehl.

Durch Schulungen erlernten die Kinder das richtige Händewaschen. Foto: JUH

Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Mathias Wahler - Fachbereichsleiter Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin