Mosambik: Eine zweite Katastrophe droht

Berlin/Beira, 19. September 2019

Im März richtete der Zyklon Idai schwere Schäden und Zerstörungen in Mosambik an. Durch die anschließende humanitäre Hilfe konnten mehr als 1.800.000 Menschen mit Nahrungsmitteln, Unterkünften, Wasser und medizinischer Versorgung unterstützt werden. Die Johanniter begannen nach dem Einsatz ihrer Soforthelfer mit medizinischer Behandlung und Vorsorge im Bereich Hygiene. Doch trotz der bisherigen internationalen Hilfe droht eine Hungerkrise.

Laut Berechnungen der Regierung, den Vereinten Nationen und internationalen Organisationen sieht sich Mosambik ab November der Gefahr einer Hungerkrise ausgesetzt. Der Zyklon, der vor sechs Monaten über das Land fegte, zerstörte nicht nur die Ernte, sondern auch die Vorratslager, Saatgut und Landmaschinen. „Das Land und Hilfsorganisationen bereiten sich auf die Katastrophe nach der Katastrophe vor“, berichtet David Prieto. Er leitet die Hilfsmaßnahmen der Johanniter in Mosambik. Auch sechs Monate nach der Katastrophe erhole sich der Gesundheitsbereich nur langsam und viele Häuser seien nur provisorisch wiederhergerichtet worden.

Ernten und sich selbst ernähren können: Für hunderttausende Menschen in Mosambik noch immer nicht möglich. ©Johanniter/Lena Mucha

Eine Million Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen

Laut Prieto treten heute insbesondere Krankheiten wie Pellagra (Vitamin B-Mangel) auf, die mit Unterernährung und schlechter Ernährung zusammenhängen. Felder sind vielerorts durch getrocknete Schlammschichten noch nicht nutzbar und die Bewässerungsinfrastruktur muss repariert werden. Die Folge sind steigende Preise bei Gemüseprodukten für eine tief verarmte Bevölkerung. Laut UNICEF sind rund eine Million Menschen von Nahrungsmittelknappheit betroffen, darunter etwa 160.000 Kinder unter fünf Jahren.

Neben den laufenden Gesundheitsprojekten bereiten die Johanniter deshalb Maßnahmen zur Ernährungssicherheit vor, die auf der Verteilung von Saatgut, landwirtschaftlichen Geräten und der Reparatur von Bewässerungssystemen und Wasserquellen im betroffenen Bezirk Búzi basieren. Eine weitere Herausforderung für die Region sind die äußerst prekären Wohn- und Infrastrukturbedingungen. Im Oktober beginnt die Regenzeit, zahlreiche Häuser könnten starken Regenfällen und Stürmen nicht standhalten. Hunderttausende Familien leben laut den Vereinten Nationen noch immer in Zelten oder beschädigten Häusern. Mehr als 60 Übergangslager existieren im Land, wo Menschen Schutz finden, die ihr Zuhause verloren hatten. „Es ist trotz der Lage bewundernswert, wie die Menschen trotz der Widrigkeiten daran arbeiten, aus der Krise herauszukommen“, sagt aber Prieto. „Wir müssen all diese Energie nutzen, um beim Aufbau der Infrastruktur und für bessere Lebensbedingungen zusammenzuarbeiten.

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