Mosambik: Medizinische Soforthelfer im Einsatz

Berlin/Beira, 24. April 2019

Spenden Sie jetzt

Soforthelferin Lorena Steinbach bei der Behandlung von Patienten in Bopira. ©Lena Mucha

Ein Soforthilfe-Team der Johanniter aus 16 Helferinnen und Helfern traf am 5. April im Katastrophengebiet ein, um medizinische Hilfe zu leisten. Fast 1000 Patienten konnten seitdem medizinisch behandelt werden. Überschwemmungen und Zerstörungen durch den Zyklon Idai hatten in Mosambik mehr als 600 Menschenleben gefordert. Rund 1,8 Millionen Personen benötigen laut UN-Angaben humanitäre Hilfe. Knapp 60.000 Menschen haben ihr Haus verloren. In der Gemeinde Grudja waren rund 17.000 Menschen von medizinischer Versorgung wochenlang abgeschnitten gewesen. Über viele Tage stand das Wasser bis zu drei Meter hoch in dem Gebiet. Dort befindet sich noch bis zum 28. April das Einsatzgebiet von zehn verbliebenen EMT-Soforthelfern, deren Rückkehr nach Deutschland kurz bevorsteht.

Neben den Helfern erreichten 2,5 Tonnen überlebenswichtige medizinische Hilfsgüter der Johanniter das Katastrophengebiet, mit denen die basismedizinische Versorgung von 10.000 Patienten über drei Monate sichergestellt werden kann. Zusätzlich trafen medizinische Güter zur Behandlung von Malaria- und Cholerapatienten ein. In den letzten zwei Wochen wurden hunderte neue Cholerafälle in der Region gemeldet und es wird eine weitere Ausbreitung befürchtet. Um dem entgegenzuwirken, verteilten die Johanniter 22 mobile PAUL-Wasseraufbereitungsfilter, die mit Unterstützung des Lions-Hilfswerks angeschafft wurden."Die häufigsten Krankheitsbilder sind Atemwegserkrankungen und Magen-Darm-Infekte", sagt Jasmin Vogel, die bis zum 16. April das EMT vor Ort unterstützte. Rund die Hälfte der Patienten seien Kinder.

Bereits seit dem 21. März sind Erkundungs-Teams der Johanniter-Auslandshilfe im Einsatz. "Vier von fünf Häusern, die wir gesehen haben, waren zerstört", so Dr. Oliver Hoffmann, der als Fachberater für Public Health der Johanniter als einer der ersten Johanniter vor Ort war. Er zeigte sich besorgt über den Zustand der Gesundheitsversorgung.(Interview mit Dr. Hoffmann hier)

Enorme Schäden in der Landwirtschaft bedrohen Nahrungsmittelversorgung

Am 29. März traf ein weiteres Assessmentteam in Mosambik ein, um die Hilfsmaßnahmen vor Ort zu steuern. In der Provinz Manica begutachtete Projektkoordinatorin Linda Zimmermann die Schäden vor allem in der Landwirtschaft. Landesweit wurden Ernten auf mehr als 600.000 Hektar durch die Wassermassen zerstört, schnelle Maßnahmen zur Ernährungssicherung seien laut Zimmermann notwendig. (siehe Video) Am 12. April begannen die Johanniter in Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation Kubatsirana mit der Verteilung von Saatgut, Werkzeugen, Moskitonetzen und Hygieneutensilien. 500 Familien sollen dabei unterstützt werden, wieder schnell eigene Nahrungsmittel anbauen zu können. Weitere Hilfsmaßnahmen werden derzeit vorbereitet.

Am vergangenen Dienstag führten die Johanniter zusammen mit dem ASB und HelpAge eine Verteilung nahe der Stadt Beira durch. Familien erhielten Zeltplanen, Decken, Nägel und Seile, um beschädigte Häuser wieder reparieren zu können oder provisorische Unterkünfte gegen den Regen zu bauen. Denn nach wie vor drohen starke Regenschauer, weshalb sich die Lage nur langsam entspannt.

Die Johanniter-Auslandshilfe ruft gemeinsam mit dem Bündnis Aktion Deutschland Hilft zu Spenden auf.

Unterstützen Sie unsere Hilfe für Betroffene des Zyklons "Idai"

Spenden Sie jetzt

Für Redaktionen:

Unsere Helfer und Mitarbeiter in Mosambik stehen für Interviews und O-Töne aus der betroffenen Region zur Verfügung.

Anfragen nehmen wir gerne entgegen unter: + 49 30 26997-356, Mobil +49 172 161 85 92, E-Mail: mathias.wahler@johanniter.de

Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Mathias Wahler - Fachbereichsleiter Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin