Regionale Allianz gegen Heuschrecken fordert bessere Finanzierung

Berlin, 27. Februar 2020

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Als Reaktion auf die sich ausbreitende Heuschrecken-Krise hat sich eine Gruppe internationaler und nationaler NGOs in der sogenannten "Regionalen Wüstenheuschrecken-Allianz" (RDLA) zusammengetan. Diese Allianz will gemeinsam ihre Reaktion auf die andauernde Krise koordinieren. Zudem fordert sie größerer Unterstützung auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene.

Die Partner der RDLA fordern die Geber auf, die Finanzierung von Maßnahmen zum Schutz der Lebensgrundlagen und zur frühzeitigen Wiederherstellung jetzt einzuleiten, anstatt zu warten und später im Jahr eine teure Nothilfe leisten zu müssen. Die vorausschauende Finanzierung wird es den NGOs ermöglichen, sich zu positionieren und rasch auf die Auswirkungen der Wüste zu reagieren.

"Wir müssen uns koordinieren und zusammenarbeiten, wenn wir etwas bewirken wollen"

Auch die Johanniter beteiligen sich an der RDLA. Denn nur durch eine koordinierte Hilfe und das Nutzen der Synergien zwischen den Akteuren können wir den Menschen in dieser Situation helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Die Johanniter helfen den von der Heuschreckenplage betroffenen Menschen kurzfristig mit Nahrungsmittelgutscheinen. So können sie sich Nahrungsmittel auf lokalen Märkten kaufen. Foto: Anthony Mwangi

 

"Die unmittelbare Reaktion auf die Heuschreckenkrise konzentrierte sich sehr stark auf den Kontrollaspekt, wobei die FAO und die Landwirtschaftsministerien versuchten, die Vermehrung der Heuschrecken zu kontrollieren. Obwohl dies ein entscheidender Aspekt der Reaktion ist, sind sich die Mitglieder dieses Bündnisses einig, dass wir jetzt auch damit beginnen müssen, die Lebensgrundlagen der Menschen zu retten und zu schützen, um eine längerfristige Krise abzuwenden. Es handelt sich nicht nur um den größten Schwarm seit 70 Jahren, sondern sie kommen auch in eine Region, in der die Gemeinden in letzter Zeit aufgrund der jüngsten ungünstigen klimatischen Bedingungen wie Dürren und Überschwemmungen mit chronischer Ernährungsunsicherheit zu kämpfen haben. Das Problem liegt jenseits der Möglichkeiten einzelner Akteure, was dieses Bündnis sofort erkannt hat. Wir müssen uns koordinieren und zusammenarbeiten, wenn wir etwas bewirken wollen", so Philippe Carette, Leiter des Johanniter-Büros in Kenia.

Beteiligung der betroffenen Gemeinden sicherstellen

Mit der bevorstehenden Pflanzsaison von März bis Mai werden sich die Auswirkungen voraussichtlich in der gesamten Region noch weiter verstärken. Denn vor allem die Haushalte, die während der Wachstumsperiode der nächsten Saison auf die Pflanzenproduktion angewiesen sind, werden die Auswirkungen am stärksten spüren. Analysen von FAO und WFP zeigen, dass in Somalia im schlimmsten Fall zwischen April und Juni 2020 zusätzlich 616.000 Menschen aufgrund der Heuschrecken eine schwere Ernährungsunsicherheit erfahren würden. Das Netzwerk hilft den Gemeinden, die Heuschreckenkrise zu verstehen, zu überwachen und darauf zu reagieren Die RDLA empfiehlt eine sofortige und frühzeitige Reaktion auf die Auswirkungen von Heuschreckenausbrüchen auf das Leben und die Lebensgrundlagen. Die Mitglieder der RDLA planen, mit Barmitteln und ergänzenden Aktivitäten die Lebensgrundlagen von Hirten und Nomaden sowie anderen gefährdeten Haushalten zu sichern. Die Partner versuchen, auf der Dynamik aufzubauen, die von der FAO durch ihre umfassenden und kontinuierlichen Aktivitäten zur Überwachung, Kontrolle und Eindämmung der Wüstenheuschrecken sowie durch die laufenden Bemühungen der nationalen Regierungen in allen betroffenen Ländern erzeugt wird. Die RDLA fördert Partnerschaften mit nationalen Akteuren, um die Beteiligung der betroffenen Gemeinschaften sicherzustellen. Durch die Teilnahme nationaler NGOs ist sicherstellt, dass schwer zugängliche Gebiete in der gesamten Region erreicht werden können. Entscheidend ist dabei, dass dieses Netzwerk lokaler Partner den Gemeinden hilft, die Heuschreckenkrise zu verstehen, zu überwachen und darauf zu reagieren.

Die Johanniter und „Aktion Deutschland Hilft“ rufen zu Spenden für die von der Heuschreckenplage betroffenen Menschen auf. Bitte unterstützen Sie uns!

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Hinweis an die Redaktionen:

Ein Factsheet mit Hintergrundinformationen zur Heuschreckenplage finden Sie hier.

Deutschsprachige Mitarbeiter in Berlin und Kenia stehen Ihnen für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an: Sandra Lorenz 030 / 26998 356 oder sandra.lorenz@johanniter.de

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz - Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI