Uganda: Gemeinsam kochen, Unterernährung vorbeugen

Berlin / Kampala, 27. Juli 2018

Das Flüchtlingslager Palabek im Norden Ugandas beherbergt 40.000 Flüchtlinge aus dem Südsudan. Eine selbständige Versorgung ist nicht möglich, da ihnen nicht ausreichend Land zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung steht. Somit sind sie auf Lebensmittelrationen des Welternährungsprogramms angewiesen. Die Rationen sind oft unzureichend und einseitig, um eine ausgewogene Ernährung für die optimale Entwicklung von Kleinkindern sicherzustellen. Die Folge: Viele Kleinkinder sind von chronischer Unterernährung betroffen. Um dem nachhaltig entgegenzuwirken, haben die Johanniter in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Pachedo Mutter-Kind-Gruppen eingerichtet, die regelmäßig zusammen kochen und Schulungen zu guter und ausgewogener Ernährung erhalten.

Regina Akello Amon ist 56 Jahre alt. Nachdem sie im Juli 2017 aus dem Südsudan fliehen musste,lebt sie in Palabek. Dort hatte sie nach ihrer Flucht von der ugandischen Regierung eine Parzelle erhalten. Sie lebt in Zone 5b der Siedlung Block 8. Unter den Frauen in ihrer Zone 5 ist sie eine bekannte Respektperson. Sie übersetzt für andere Frauen, die kein Englisch oder die lokale Sprache Acholi beherrschen und setzt sich für ihre Belange gegenüber Hilfsorganisationen, die in der Siedlung arbeiten, ein. Regina hatte sieben Kinder, von denen nur noch drei leben. Jetzt kümmert sie sich vor allem um ihre vielen Enkelkinder und bringt ihre Erfahrungen ein. „Ich sehe mich als Mentor von anderen Müttern und möchte sie dabei unterstützen das Wissen über gute Ernährung sowie Hygiene anzuwenden. Viele der Frauen in der Siedlung kommen aus sehr ablegenen Gebieten im Südsudan. Jetzt leben wir zusammen in Palorinya und können durch Austausch Wissenslücken schließen.“

Regina Amon

Ich hoffe, dass eine bessere Gesundheit und Ernährung den Kindern in der Siedlung eine bessere Zukunft bringt.“

 

 

Regina trifft sich mit anderen Müttern und deren Kindern aus ihrer Gemeinschaft an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen. Während der Treffen kochen sie gemeinsam speziell entwickelte Menüs, die eine ausgewogene und nahrhafte Ernährung der Kleinkinder sicherstellen. Gleichzeitig erhalten sie Schulungen über Nahrungsgruppen, die richtigen Mengen von Nahrungsmittel und eine schonende Zubereitung. Viele der Zutaten werden gedünstet statt gekocht, um sicherzustellen, dass wichtige Vitamine nicht verloren gehen. Während der Treffen haben die Mütter die Gelegenheit, sich über gute Ernährungspraktiken auszutauschen und sie können voneinander lernen. Zusätzlich lernen sie in Gruppen mehr über eine gute Hygienepraxis wie regelmäßiges Händewaschen. Für Regina sehr wichtige Schritte: „Ich hoffe dass eine bessere Gesundheit und Ernährung den Kindern in der Siedlung eine bessere Zukunft bringt.“

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