Weltstillwoche: Vorteile von Muttermilch bewusst machen

Berlin, 31. August 2018

Der Monat August stand im Zeichen der Weltstillwoche. In vielen Ländern fanden Aufklärungsveranstaltungen und Kampagnen statt, um die Bedeutung des Stillens in den Vordergrund zu rücken. Die Johanniter beteiligten sich daran.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich vielerorts die Vorstellung durchgesetzt, dass Säuglingsnahrung aus Milchpulver für Neugeborene besser sei als Muttermilch. Mit fatalen Folgen: Wichtige Abwehr- und Nährstoffe, die besonders in der ersten Muttermilch nach der Geburt vorhanden sind, erhält das Kind nicht. Oft werden Hygieneregeln nicht eingehalten, wodurch Babys gefährlichen Keimen und Bakterien ausgesetzt sind. Ein Grund dafür ist das Wasser, welches oft nicht Trinkwasserqualität besitzt. Hinzu kommt der Kostenfaktor: spezielle Säuglingsnahrung ist teuer und für arme Familien nicht erschwinglich, weshalb Mangel- und Unterernährung schon im Babyalter den Anfang nimmt.

In Kambodscha machten die Johanniter zusammen mit ihrer lokalen Partnerorganisation Khmer Community Development (KCD) im Süden des Landes auf dieses Problem aufmerksam. So reisten sie Ende August in das Dorf Chrouy Snao, in dem ein Projekt zur Reduzierung von Hunger und Unterernährung mit finanzieller Unterstützung des BMZ umgesetzt wird. Die Bedingungen waren kompliziert. Es hatte seit Wochen geregnet und weite Landstriche sind seitdem überschwemmt. Dennoch durchquerte das Team die Region mit Booten, um die Kampagne zur Weltstillwoche mit Gemeindemitgliedern umzusetzen. In der Gemeinde-Pagode, die nicht überschwemmt war, wurden Schlüsselbotschaften und Kampagneninstrumente vermittelt, welche die Bewohner anschließend auf Booten und mit Megafonen in die Häuser trugen. Rund 130 Haushalte konnten so erreicht werden.

Es war inspirierend zu sehen, dass trotz der Widrigkeiten, die durch die Überschwemmungen in den Häusern und Bauernhöfen der Menschen entstanden sind, immer noch eine große Zahl von engagierten und leidenschaftlichen Bewohnern die Botschaften über das Stillen verbreitet haben", sagt die Länderbüroleiterin der Johanniter, Kyra Marwaha.

Auch im Südsudan führten die Johanniter bereits Anfang August umfangreiche Kampagnenmaßnahmen im Westen des Landes durch, um das Stillen zu fördern. Neben Theateraufführungen und Märschen komponierte das Team sogar eigens ein Lied, um die Botschaften über das Stillen in die Familien zu tragen. Dabei wurde eng mit UNICEF zusammengearbeitet. Vor allem Familien in der Stadt Wau und den Regionen Jur River und Raga County wurden erreicht.

Auszüge aus dem Breastfeeding-Song können Sie hier auf unserem Facebook-Kanal hören.

Hintergrund

Mit der jährlich stattfindenden World Breastfeeding Week heben Organisationen und Institutionen Anfang August die Bedeutung des Stillens durch Veranstaltungen, Workshops und Aufklärungskampagnen weltweit hervor. Die vielfältigen Aktivitäten ziehen sich durch den gesamten Monat.  Netzwerke fördern  das Stillen langfristig im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklungen (SDGs). Die World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) ist Initiatorin der Weltstillwoche und engagiert sich federführend bei der Umsetzung der Ziele in Verbindung mit dem Stillen.
UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die SPHERE-Standards empfehlen, dass Kleinkinder bis zu einem Alter von sechs Monaten ausschließlich gestillt, ab dann bis zum 24. Monat zusätzlich mit halbfester oder fester ergänzender Nahrung gefüttert werden sollen. Ausschließliches Stillen ist deshalb empfohlen, weil die Muttermilch sauber ist und das Kind mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird, die es in seinen ersten Lebensmonaten benötigt. Darüber hinaus enthält sie die Antikörper der Mutter und schützt das Kind so vor Krankheiten.

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Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI
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Ihr Ansprechpartner Claudia Zehl

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