Winterhilfe in Afghanistan

Berlin / Kabul, 03. Januar 2020

Der Winter hat Kabul derzeit fest im Griff. Temperaturen von -15 Grad Celsius und Schnee sind vor allem für Vertriebene lebensbedrohlich. Deshalb leisten wir auch dieses Jahr Winterhilfe in den Flüchtlingssiedlungen in Kabul, damit die Bewohner sich mit Kleidung, Decken oder Heizmaterial vor der Kälte schützen können.

Tausende Menschen in Kabul haben der derzeitigen Winterkälte nur wenig entgegenzusetzen. Sie leben in rund 50 informellen Siedlungen der afghanischen Hauptstadt auf engstem Raum zusammen. Die Dächer ihrer Lehmhütten bestehen meist nur aus dünnen Blechen oder Planen, sanitäre Einrichtungen, Wasserleitungen oder Heizungen gibt es nicht. Die meisten Menschen haben ländliche Regionen aufgrund von Gewalt und tiefer Armut verlassen. Mehr als 1,3 Millionen sind inzwischen innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht.

Im Winter, bei Temperaturen von weit unter null Grad Celsius, spitzt sich die Situation regelmäßig zu. Die Dächer der Behausungen halten dem Schnee kaum stand und den Menschen fehlt es an warmer Kleidung, Decken und sonstiger Grundversorgung. Vor allem für die Kinder sind die schlechten hygienischen Bedingungen, die eisigen Temperaturen und das Fehlen von gesunden Nahrungsmitteln lebensbedrohlich. Deshalb leisten die Johanniter auch in diesem Jahr wieder Winterhilfe.

Mit Ihrer Spende leisten wir Winter-Nothilfe

Medikamente und Nahrungsmittel helfen den Familien und auch mit warmen Wolldecken und Winterkleidung können sich Familien dank Ihrer Spende versorgen.

  • 84 Euro versorgen eine ganze Familie mit dringend benötigter Winterkleidung.
  • 28 Euro für Medikamente und Aufbaunahrung sind eine große Hilfe!
  • 55 Euro reichen, um eine Familie mit warmen Winter-Wolldecken auszustatten.

Jetzt Spenden

2018 konnten wir bereits 230 Familien helfen, sich mit Decken, Nahrungsmitteln oder anderen Grundgütern auszustatten. Der 42-jährige Tahir aus der Siedlung Hewaldwal war einer von ihnen. "Das Dach unseres Hauses war labil und es wurde durch den Regen und Schnee von Tag zu Tag gefährlicher. Wir hatten Angst, dass es jederzeit zusammenstürzt." Dank der Winterhilfe konnte die Familie das Dach reparieren und neue Decken sowie Essen kaufen.

Dieses Jahr soll die Winterhilfe auf 500 Familien ausgeweitet werden, die sich mit dem Nötigsten ausstatten können. "Damit verringern wir die Gefahr, dass viele Kinder im Winter arbeiten müssen, um Heizmaterial oder Nahrungsmittel für die Familie zu beschaffen," sagt Ruben Baudisch, Projektkoordinator der Johanniter.

Bilder aus Afghanistan

Spenden Sie jetzt
winterhilfe_afghanistan_johanniter_akthar_mohammad_suppe_kochen

Akhtar Mohammad ist 37 und lebt mit seiner Familie in einer der informellen Siedlungen in Kabul.

Er hat einen kleinen Wagen, mit dem er Suppe verkauft. Damit ist er einer der wenigen hier mit einer Einkommensquelle, auch wenn es nicht viel ist.

Seine 6 Kinder sind alle nicht in der Schule, sondern suchen im Müll nach Material, das sie verheizen können, denn in der Hütte ist es eiskalt.

winterhilfe_afghanistan_johanniter_akthar_mohammad_und_familie

Der Schnee der ersten Januarwoche sickert durch das Dach, das nur aus einer Plastikplane besteht, auf dem Boden dient eine alte Decke als Teppich. In der Luft hängt der Geruch von verbranntem Plastik. Doch die Dämpfe sind nicht nur unangenehm, sondern gefährlich, Akthars Kinder leiden deshalb häufig an Husten und sind sehr anfällig für Lungenentzündungen.  

Nur zwei Mal die Woche kann die Familie den Ofen einheizen, um Brot zu backen, ansonsten ernährt sich die Familie von gekochten Kartoffeln. Für Speiseöl ist kein Geld da.

Ihr Ansprechpartner Kathrin Anhold

Lützowstrasse 94
10785 Berlin