World Toilet Day: Gute Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht

Berlin, 19. November 2019

Für das menschliche Überleben und für die gesunde Entwicklung jedes Einzelnen sind Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) unverzichtbar. Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erkennen Wasser und Sanitärversorgung als Menschenrechte an, die schrittweise umgesetzt werden müssen. Menschen in tiefer Armut dürfen dabei nicht zurückgelassen werden, mahnt ein neues WASH-Positionspapier an.

Muss keine Angst mehr haben: Man Maly aus dem kambodschanischen Dorf Kachan. Foto: Johanniter/Piñeros

Man Maly aus Kambodscha bringt es auf den Punkt: „Es ist so viel einfacher, seitdem wir eine Toilette zu Hause haben. Der Wald war immer so weit weg und ich hatte oft Angst.“ Die 30-Jährige gehört zu den ersten Bewohnern aus dem Dorf Kachan, die eine Toilette im Rahmen eines Johanniter-Projekts gebaut haben. Die Mehrzahl nutzt jedoch noch immer den Wald für die Notdurft. Der Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht und gilt als Basis für ein Leben in Würde. Die Versorgung mit ausreichend Sanitäranlagen ist aber nicht nur in Kachan eine langwierige Herausforderung, sondern auch global.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) haben weltweit ca. 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer sicheren Sanitärversorgung. Auch an elementarer Hygiene mangelt es. Das Händewaschen mit Seife wird vielerorts nicht umfassend und konsequent praktiziert. 1,4 Milliarden Menschen (18 Prozent) besitzen gar keine Einrichtung zum Händewaschen, weiteren 1,6 Milliarden Menschen (22 Prozent) fehlt es an Wasser oder Seife zum effektiven Händewaschen.

Positionspapier fordert Stärkung von WASH

Eine Latrine wie diese kostet im ländlichen Kambodscha rund 250 US-Dollar. Foto: Johanniter/ Piñeros

Um der Bedeutung dieses Themenkomplexes Nachdruck zu verleihen, haben VENRO und das WASH-Netzwerk, in denen die Johanniter Mitglied sind, kürzlich ein Positionspapier veröffentlicht. Darin wurden zehn Forderungen an die Bundesregierung adressiert, um gemeinsam WASH in der deutschen humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. So wird gefordert, dass die Finanzierung des WASH-Sektors proportional mit anderen Bereichen mitwächst, damit WASH als global unterfinanzierter Sektor nicht noch weiter zurückbleibt. Denn: WASH hat eine zentrale Bedeutung im Gesundheitsbereich. Wird WASH vernachlässigt, hat das eine erhöhte Rate an Infektionskrankheiten zur Folge, deren Ausbruch oft auf mangelnder Hygiene basiert.

Das Positionspapier macht auch auf Defizite bei den Entwicklungszielen (SDGs) aufmerksam: Die Tatsache, dass die SDGs verschiedene Versorgungsqualitäten definieren, könne unbeabsichtigt zu einer Vergrößerung der Ungerechtigkeiten führen. Menschen von „Grundversorgung“ auf „sicheres Management“ zu heben sei oftmals schneller und günstiger zu machen, als marginalisierten, unversorgten Menschen Zugang zur „Grundversorgung“ zu verschaffen. Das Bestreben, mit knappen Mitteln möglichst viele Menschen zu erreichen, könne dem „Niemanden zurücklassen“-Ansatz genau entgegenwirken. Rund 250 US-Dollar kostet die Errichtung einer Latrine im Dorf Kachan. Für kambodschanische Verhältnisse sehr viel Geld, aber zweifelsohne ein wichtiger Schritt, marginalisierten Menschen die Grundversorgung zu ermöglichen und niemanden zurückzulassen.

Spenden Sie jetzt
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz - Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin