Mosambik

Der Tropensturm Idai hatte im März 2019 für Tod und Zerstörung in Mosambik gesorgt. 1,8 Millionen Menschen waren schlagartig auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Johanniter entsandten ein Soforthilfeteam und helfen seitdem beim Wiederaufbau.

Der Zyklon Idai zählt zu den verheerendsten Wirbelstürmen auf der Südhalbkugel seit Beginn verlässlicher Wetterbeobachtungen. Er forderte mehr als 600 Tote und tausende Verletzte allein in Mosambik. In weiten Landesteilen wurde die Infrastruktur und Ernten zerstört. „Das Wasser stand über Wochen teilweise meterhoch in den flachen Regionen. Erntereifer Mais verfaulte und viele Menschen hatten keine Reserven“, berichtete Linda Zimmermann, die vor Ort Hilfsprojekte der Johanniter-Auslandshilfe einleitete.

Besonders der Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln war gefährdet, denn auf rund 6000 Quadratkilometern wurden Ernten vernichtet. Rund einen Monat nach dem Zyklon begannen die Johanniter zusammen mit der lokalen Organisation Kubatsirana die Verteilung von Saatgut, Werkzeugen, Moskitonetzen und Hygieneartikeln an 500 Familien im Distrikt Gondola. „Wir müssen die Familien schnell wieder in die Lage versetzen, selbst Nahrungsmittel anzubauen und sich von den Zerstörungen zu erholen“, so Zimmermann.

Lesen Sie hier das Interview mit Linda Zimmermann über die bevorstehenden Herausforderungen

Aus eigener Kraft ist das für die Menschen kaum zu bewältigen: Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Jeder neunte Erwachsene ist mit HIV infiziert und viele Kinder wachsen ohne einen Elternteil auf, was die Verarmung noch verstärkt. Nach einem 16 Jahre andauernden Bürgerkrieg konnte in den neunziger Jahren zwar ein Waffenstillstand ausgehandelt werden, politische und religiöse Spannungen schwelen jedoch weiter, die teils in offene Gewalt münden. Neben der Gesundheitsversorgung ist auch die Trinkwasserversorgung mangelhaft und hat sich durch die Stürme Idai und Kenneth in den betroffenen Gebieten verschlechtert. Deswegen planen die Johanniter zusammen mit lokalen Organisationen weitere Hilfsaktivitäten im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH). Mobile Gesundheitsteams sollen zusätzlich die Gesundheitsversorgung stabilisieren.

„Ich habe für meine Kinder und mich nicht mehr viel zu essen. Und auch neues Saatgut zum Pflanzen fehlt“, sagt Lidia Waene. Sie lebt allein mit ihren fünf Kindern im von Idai schwer getroffenen Distrikt Gondola. Ihre Wohnhütte wurde stark beschädigt, die Hütte mit den Vorräten hatte kein Dach mehr. Der tagelange Regen machte ihre Vorräte unbrauchbar. Nur eine Ziege und ein paar Hühner haben den Tropensturm überlebt. (Foto ©Johanniter/Flurschütz)

Weitere Schicksalsberichte finden Sie hier

Soforthelfer fast einen Monat im Einsatz

Das wochenlang stehende Wasser nach dem Zyklon Idai  begünstigte den Ausbruch von Krankheiten wie Malaria und Cholera. Durch zerstörte Gesundheitsposten war eine umfängliche Behandlung der Bevölkerung nicht gegeben. Die mosambikanische Regierung forderte deshalb internationale Unterstützung an und die Johanniter entsandten ein medizinisches EMT-Soforthilfeteam. Insgesamt 23 Soforthelfer, bestehend u.a. aus Ärzten, Notfallsanitätern, Rettungsassistenten und Logistikern,  übernahmen ab dem 5. April die basismedizinische Versorgung für rund 17.000 Bewohner im abgelegenen Distrikt Buzi.

Täglich behandelten mobile Teams rund 50 Patienten vor allem wegen Malaria, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. Zusätzliche medizinische Hilfsgüter sicherten die Behandlung von 10.000 Patienten für drei Monate ab sowie die Behandlung von Cholera und Malaria. Zusätzlich wurden 22 mobile Wasserfilter verteilt, um die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera zu verhindern, mit der sich nach Idai tausende Menschen infizierten. Das EMT der Johanniter konnte insgesamt 842 Patienten behandeln.

Lesen Sie hier, wie der Einsatz für unsere Helfer vor Ort war

Spenden Sie jetzt

In der unten stehenden Tabelle erfahren Sie mehr zu den aktuellen Projekten der Johanniter-Auslandshilfe in Mosambik.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Distrikt Buzi, Provinz Sofala Verbesserung der Gesundheit und Ernährungssicherung in der Provinz Sofala 15.05.2019 – 15.11.2019 Eigenmittel aus Spenden
Beira, Munhava, Mananga in Provinz Sofala Aufklärung über Hygienemaßnahmen und Zugang zu sauberem Trinkwasser für mehr als 4000 Haushalte 15.05.2019 - 15.11.2019 Eigenmittel aus Spenden
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Jens Schwalb

Lützowstr. 94
10785 Berlin