Mehr Schutz und Gesundheit für Mädchen und Frauen

Durchschnittlich sterben im Südsudan jeden Tag acht schwangere Frauen und fünf Neugeborene an Geburtskomplikationen. Ein Indiz dafür, wie weit das Land von einem funktionierenden Gesundheitssystem entfernt ist. Rund 1,7 Millionen Südsudanesen sind intern auf der Flucht. Vor allem Mädchen und Frauen unter ihnen sind von sexueller Gewalt und Ausbeutung betroffen. Zusammen mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung engagieren sich die Johanniter für eine bessere Versorgung Schwangerer und für mehr Schutz gegen genderbasierte Gewalt.

Mit dem Krieg kam die Zerstörung: Als sich im Juni 2016 Regierungssoldaten und bewaffnete Kämpfer der Opposition in der Region Wau South schwere Auseinandersetzungen lieferten, brannten dort nicht nur Häuser nieder. Das Gesundheitszentrum von Nazareth fiel den Flammen zum Opfer und somit auch die Gesundheitsversorgung aller Bewohner. Das Zentrum in Nazareth bot – wenn auch nur begrenzt - eine Notfallversorgung bei Geburten und für Neugeborene an.

Viele Vertriebene haben sich seit 2016 in der Stadt Wau niedergelassen. Auf engstem Raum suchen sie Schutz vor der Gewalt. © Johanniter/L. Coleman

Heute kehren die geflohenen Menschen langsam wieder zurück in ihre Heimat. Damit sie bessere Bedingungen vorfinden, haben die Johanniter im Dezember ein neues Projekt gestartet, um den Aufbau zerstörter Strukturen zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium wird in den kommenden Monaten in Wau South eine Geburtenstation errichtet und ausgestattet. Vier ausgebildete Hebammen und zwei Gesundheitshelfer werden sie betreiben. Vorbild ist eine Geburtenstation, welche die Johanniter bereits 2018 im Ort Kangi eingeweiht hatten und seitdem unterstützen. Beide Stationen tragen zukünftig dazu bei, die Zahl professionell begleiteter Geburten in der Region zu erhöhen. Diese liegt laut UNICEF mit einer von fünf Geburten alarmierend niedrig.

Genderbasierte Gewalt: Betroffenen helfen, Risiken mindern

Auf dem Weg nach Hause oder bei der Suche nach Feuerholz: Mädchen und Frauen sind der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt. ©Johanniter/Coleman

Neben der medizinischen Betreuung spielt der Schutz von Mädchen und Frauen eine wichtige Rolle. „Ob beim Feuerholz suchen oder in einer Hütte im Flüchtlingscamp: Das Risiko ist groß, dass Mädchen und Frauen von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen betroffen sind. Unser Ziel ist es, ihnen in solch einem Fall schnelle medizinische Hilfe innerhalb der ersten 72 Stunden anbieten zu können und psychosoziale Unterstützung zu leisten“, sagt Rik Vaassen, Projektkoordinator der Johanniter für den Südsudan.

Dafür werden in den drei Ortschaften Kangi, Mapel und Wau Schutzräume für Frauen eingerichtet. Hier erhalten Betroffene Beratung und Unterstützung durch 15 ausgebildete Sozialarbeiter. Sie sensibilisieren auch die Gemeindemitglieder über Wege, wie sie sich gegen solche Übergriffe schützen können. Jungen und Männer werden in die Aufklärungskampagnen involviert. Für die medizinische Betreuung von Vergewaltigungsopfern werden 20 Gesundheitshelfer ausgebildet und eingesetzt. Die geplanten Maßnahmen stehen rund 15.000 Menschen in der Region direkt zur Verfügung und werden für ein Jahr von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung finanziert, die bereits eine langjährige Partnerschaft mit den Johannitern verbindet. In den vergangenen Jahren unterstützte die Stiftung in Dschibuti erfolgreich den Einsatz gegen die weibliche Genitalverstümmelung.

Hier erfahren Sie mehr über unser Stabilisierungszentrum für unterernährte Kinder im Flüchtlingscamp von Wau.

Im Februar 2018 haben wir eine Geburtenstation in Kangi eingeweiht und eröffnet. ©Johanniter

Eindrücke aus dem Flüchtlingslager in Wau im Video:

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Ihr Ansprechpartner Rik Vaassen

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