Chance für Benachteiligte in einem fremden Land

In der Flüchtlingssiedlung Kyganwali in Uganda leben mehr als 100 000 Flüchtlinge. Die Mehrheit floh vor der Gewalt aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie erhalten von der Regierung in Uganda ein Stück Land zum Hausbau und zur landwirtschaftlichen Nutzung, doch es reicht meist nicht aus, um sich selbst zu versorgen. Ein Ende 2019 begonnenes Projekt der Johanniter, das finanziell vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt wird, hilft insbesondere vulnerablen Menschen in dieser Situation.

Von Dezember 2017 bis heute hat sich die Anzahl der in der Siedlung Kyganwali lebenden Flüchtlinge verdreifacht, 15 kleine Dörfer sind innerhalb von zwei Jahren entstanden. Trotz eines eigenen Stück Landes mangelt es jedoch den meisten Flüchtlingen in Kyganwali an ausreichenden und diversen Nahrungsmittel, Werkzeugen und Saatgut. Der Anbau von eigenen Nahrungsmitteln unter den ungewohnten Umständen mit unbeständigen Wetterlagen und langanhaltenden Dürreperioden stellt eine weitere Herausforderung für die Menschen dar. Eine Selbstversorgung ist kaum möglich, die Mehrzahl ist auf Nahrungsmittelrationen und finanzielle Unterstützung des Welternährungsprogramms angewiesen.

Fokus auf vulnerable Gruppen

Besonders prekär ist die Situation für Menschen mit Behinderung oder HIV. Sie sind oft körperlich nicht in der Lage, ihre Lebensmittel selbst anzubauen oder die angebotenen Lebensmittelrationen abzuholen. Auch die Gesundheitszentren, in denen HIV infizierte Personen behandelt werden können, sind oft nur schwer und über lange Wegstrecken erreichbar. Zusätzlich verunsichert Angst die Betroffenen. Viele der HIV infizierten Personen werden stigmatisiert, weshalb Betroffene ihre Erkrankung nicht publik machen und somit auf eine Behandlung komplett verzichten. Vor allem in den neu gegründeten Dörfern wie Maratatu, Mombara und Kavule sind Hilfsprogramme für vulnerable Gruppen noch nicht gut etabliert, um diese Nachteile abzubauen.

Im Mai 2018 hatten die Johanniter zusammen mit der lokalen Partnerorganisation ACORD ein erstes Pilotprojekt gestartet, um den Zugang zu Gesundheitsdiensten und Hilfsprogrammen in diesen drei Dörfern zu verbessern, sowie die Stigmatisierung und Diskriminierung zu verringern. 353 vulnerable Personen organisierten sich in Netzwerken und sie lernten mehr über die Themen Gesundheit, Hygiene und Ernährung. Theaterstücke thematisierten die Probleme der benachteiligten Flüchtlinge und sensibilisierten so die Menschen gegenüber erlebter Stigmatisierung und Ausgrenzung.

Unterstützung innerhalb neuer Dorfstrukturen

Basierend auf diesem Projekt begannen die Johanniter und ACORD im Dezember 2019 ein neues Projekt. In sechs Dörfern der Flüchtlingssiedlung stehen 1.080 Menschen mit Behinderungen, Personen mit HIV, älteren Menschen und gefährdete Kinder im Fokus. Durch die Einrichtung von gemeindebasierten Spar- und Leihgruppen wird ihnen die finanzielle Grundlage geboten, zukünftig ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften. In Schulungen erhalten sie dazu marktrelevantes Wissen, außerdem werden sie über weiteren Themen wie Ernährung, Gesundheit, Wasser- und Hygienethemen, Menschenrechte und Gender aufgeklärt und sensibilisiert. Gemüsegärten werden eingerichtet, um die Nahrungsmittelsicherheit zu verbessern. So wird den Menschen die Möglichkeit geboten, sich selbst versorgen zu können und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

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Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Maja Bünsche

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