Ohrenentzündungen behandeln und vermeiden

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Wer Kinder hat oder an seine eigene Kindheit zurückdenkt, kennt das Gefühl von juckenden und schmerzenden Ohren, meist einhergehend mit Fieber und Schwindel. Schnell wird das Zwiebelsäckchen geschnürt und auf die Ohren gedrückt. In vielen kambodschanischen Dörfern hingegen wird nicht mit Zwiebeln, sondern Betel- oder Tausendfüßlersaft getrunken, Hühnerfedern in die schmerzenden Ohren gesteckt oder sogar Benzin hineingegossen.

Wenn ohnehin bereits eine Verletzung des Ohres vorliegt, wird diese leicht durch solche Praktiken verschlimmert, manchmal irreparabel“, so Claudia Zehl, Projektkoordinatorin für Kambodscha bei der Johanniter-Auslandshilfe.

Bereits seit 2016 setzen sich die Johanniter und die lokale Partnerorganisation "All Ears Cambodia" dafür ein, Patienten mit Ohrenschmerzen oder Mittelohrentzündungen eine Linderung zu ermöglichen und Hörgeschädigte zu kurieren. 2017 wurde im Rukhakiri-Distrikt, in der Provinz Battambang, eine Ohrenklinik errichtet, klinisches Personal geschult und Aufklärungskurse veranstaltet. Die Tereska-Stiftung förderte diese Maßnahmen finanziell.

Schäden am Gehör haben vielfältige Auswirkungen auf andere Lebensbereichen und wirken sich je nach Alter unterschiedlich aus. So wird bei Kindern vor allem der Spracherwerb und die kognitive Entwicklung beeinträchtigt, was wiederum schulischen Fortschritten im Wege steht. Für Erwachsene stehen berufliche und finanzielle Schwierigkeiten im Vordergrund, während bei Älteren Schwerhörigkeit häufig zu Vereinsamung und Vernachlässigung führt. Für alle Altersstufen sind Gehörschäden mit sozialen Schwierigkeiten und oft mit Stigmatisierung verbunden.

Mittelohrentzündungen und Ohrenschäden durch Lärmbelastung

Die häufigste Ohrenkrankheit in Entwicklungsländern ist Mittelohrentzündung. Armut geht dabei mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher, was darin begründet liegt, dass vor allem in armen Gemeinden alle Risikofaktoren, die zu dieser Krankheit führen können, anzutreffen sind. Durch gezielte Diagnose und Medikation kann den Patienten hier schnell Linderung verschafft werden. Ein weiterer typischer Fall sind Ohrenschäden, die durch konstante Lärmbelastung am Arbeitsplatz ausgelöst werden. Arbeits- und damit auch Gehörschutz ist in Kambodscha keine Selbstverständlichkeit. In unserem Projekt klärten wir die Betroffenen nicht nur über die Hintergründe ihres Leidens auf, sondern konnten ihnen auch sowohl individuell angepasste Hörgeräte als auch Gehörschutz gegen Lärm zur Verfügung stellen.

2.000 Untersuchungen in den ersten drei Monaten

Aufgrund des Erfolgs fördert die Tereska-Stiftung seit April 2018 ein zweijähriges Projekt. AEC weitet ihre Aktivitäten dabei auf die benachbarten Provinzen Pursat und Kampong Chhnang aus. Innerhalb der ersten drei Projektmonate konnten bereits mehr als 2.000 Menschen hörmedizinisch untersucht werden. 1.528 Kinder und 599 Erwachsene wurden professionell beraten, betreut und medizinisch versorgt. Bei sogenannten Outreach-Einsätzen wurden mehr als 1.300 Menschen in Schulen und Dörfern hörmedizinisch untersucht. 48 Patienten wurden zu akustischen Hörgeräten beraten und erhielten - je nach Bedarf - analoge sowie digitale Modelle.
Parallel wurde ein Programm zur Gesundheitsbildung an Schulen gestartet. Für die "LISTEN.OUT.LOUD-Show" arbeiteten 292 Schüler und Studenten der Jahrgangsstufen 1-6 an der Zusammenstellung und Prüfung eines Drehbuchs. Zudem wurden Poster und Schulungspakete gedruckt, die insbesondere Orte ohne Stromversorgung zur Verfügung gestellt werden.

Für die medizinische Behandlung von Ohrenkrankheiten in Kambodscha sind die Johanniter auf Spenden angewiesen.

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Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihre Ansprechperson Nicole Kockmann

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