Hilfe zur Selbsthilfe für Rohingya

Über 600.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya mussten 2017 nach Bangladesch fliehen. Zuvor war es zu gewalttätigen Übergriffen gekommen, bei denen hunderte Dörfer niedergebrannt wurden. Ausgrenzung und Anfeindungen erleben die Rohingya im Rakhine-Staat, die dort nicht als Volksgruppe anerkannt sind, schon seit Jahrzehnten.

Während es derzeit kleine Fortschritte für eine Rückkehr gibt, hoffen verbliebene Rohingya-Gemeinden, in ihren Dörfern unbeschadet weiterleben zu können. Ihre Lage ist äußerst schlecht: Es gibt nur eine lückenhafte Gesundheitsversorgung. Die schwelende Angst vor Übergriffen beschränkt die Bewegungsfreiheit der Menschen. Durch geringe Einkommensmöglichkeiten herrscht tiefe Armut. Deshalb haben die Johanniter im April ein Projekt begonnen, um die Lebensbedingungen zu verbessern.

Auf Flucht folgt noch mehr Elend wie hier in Bangladesh. Das neue Projekt soll helfen, die Lebenssituation zuhause zu verbessern und eine Flucht zu verhindern. Foto: World Vision/Himaloy Joseph Mree

Bessere Hygiene gegen Krankheiten

In fünf Gemeinden bildet die lokale Partnerorganisation Meikswe Myanmar freiwillige Gesundheitshelfer aus. Diese sollen anschließend ihre Mitbewohner rund um das Thema Hygiene sensibilisieren und dabei helfen, gemeinschaftlich die sanitäre Situation und Wasserversorgung in den Dörfern zu verbessern. Diese ist vielfach in einem schlechten Zustand oder gar nicht vorhanden, weshalb wasserbedingte Krankheiten grassieren.

Selbsthilfeschule für Wissenstransfer

Parallel erhalten Erwachsene eine Grundausbildung im Nähen von Kleidung und dem Reparieren von Motorrädern. Beides hilft ihnen, sich selbst mit einfachen Mitteln zu helfen und somit Geld sparen oder hinzuverdienen zu können. Dafür wird eine Selbsthilfe-Schule gebaut, in der neue Fähigkeiten beigebracht und vorhandene ausgetauscht werden.
Mit der Organisation Meikswe Myanmar wurde bereits 2017 ein erstes Projekt gestartet, um zwei Gemeinden im nördlichen Shan-Staat bei der Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen zu helfen. Dort hatten sich ebenso viele intern Vertriebene wie Einheimische angesiedelt, weshalb die Versorgung der Menschen akut gefährdet war. Neben dem Bau von Latrinen und Wassertanks klärt Meikswe in Elterngruppen über die kindliche Entwicklung und die Fürsorge für Kleinkinder auf. Dieser Ansatz wird auch im neuen Projekt im Rakhine-Staat angewandt.

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