Syrien

Nach neun Jahren Bürgerkrieg bekämpfen sich weiterhin die Kriegsparteien im Norden Syriens. Zehntausende Menschen sind rund um die Stadt Idlib auf der Flucht und suchen Schutz in den Nachbarländern. Dort hilft die Johanniter-Auslandshilfe, um ihnen eine Lebensperspektive zurückzugeben.

Schicksal jedes zweiten Syrers: knapp 13 Millionen sind in- und außerhalb des Landes auf der Flucht. ©Johanniter/J. Studnar

Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 haben rund eine halbe Million Menschen ihr Leben verloren. Rund 5,5 Millionen Menschen flohen in die Nachbarstaaten. Ähnlich viele sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht. Trotz abflauender Intensität des Konflikts in zahlreichen Regionen ist eine Rückkehr für viele Menschen äußerst riskant. Das macht den Konflikt zu einer der größten und längsten humanitären Krisen der vergangenen Jahrzehnte.

Durch wiederholte Bombardements von Krankenhäusern, zivilen Einrichtungen und dem Einsatz von Giftgas wurde bereits mehrfach das Humanitäre Völkerrecht verletzt. Das gefährdet das Recht auf Hilfe für die betroffenen Menschen vor Ort. Die Johanniter-Auslandshilfe engagierte sich seit 2013 mit lokalen Partnern in dem Land. Projekte im Bereich der Basisgesundheitsversorgung halfen bei der medizinischen Versorgung der Menschen und leisteten Schutz vor Krankheiten. Denn ein flächendeckend funktionierendes Gesundheitssystem gab es in Syrien vielerorts nicht mehr.

Mit dem Abflauen der Kämpfe im Süden des Landes haben Wiederaufbaumaßnahmen begonnen. In Ost-Ghouta, das besonders 2018 die Brutalität dieses Krieges erlebte und jahrelang belagert wurde, unterstützten die Johanniter die Ausbildung Jugendlicher zu Tischlern. Dadurch leisteten sie einen Beitrag zum Wiederaufbau und schaffen sich eine berufliche Zukunftsperspektive. Seit 2019 führen die Johanniter keine Projekte mehr in Syrien durch. 

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Das haben wir seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges im Bereich Gesundheit und Einkommenssicherung geleistet:

Impfungen gegen Polio für Kinder: Ende 2013 traten erste Poliomyelitis-Fälle auf. Die Virusinfektion - besser bekannt als Polio oder Kinderlähmung – führt zu Lähmungserscheinungen und kann tödlich sein. Den einzigen Schutz bietet eine mehrfache Impfung. Deshalb führte die Johanniter-Auslandshilfe 2014 gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation und der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes eine Impfkampagne im Süden Syriens durch. 93.000 Kinder wurden immunisiert und 120.000 Menschen über die Verbreitung der Infektion und die Vorsorge aufgeklärt.

Medizin und technische Ausstattung für Gesundheitsstationen: 2016 wurden Arzneimittel und medizinisches Equipment beschafft, die über lokale Organisationen in Südsyrien verteilt und eingesetzt wurden. Mit dem Eqipment konnten Basisgesundheitsstationen und mobile Kliniken ausgestattet oder neu eingerichtet werden. Deren regional gleichmäßige Verteilung vermied, dass die Menschen teure und gefährliche Reisen innerhalb des Konfliktgebiets auf sich nehmen mussten. Da nur noch fünf von 22 Dialysezentren in syrischen Kliniken funktionstüchtig waren, unterstützte die Auslandshilfe im Jahr 2017 Kliniken bei der Behandlung von Dialyse-Patienten.

Ausbildung Jugendlicher im Tischlerhandwerk Im November 2018 startete ein Projekt zusammen mit der Partnerorganisation St. Ephrem Patriarchal Development Committee (EPDC), in dem 25 Jugendliche eine Berufsausbildung in einer Tischlerei begannen. Eine Werkstatt musste wegen Bombenschäden zunächst repariert und ausgestattet werden. Jetzt fertigen dort die Jugendlichen zusammen mit Handwerkern dringend notwendige Holzprodukte wie Türen, Fenster und Möbel an.

Wie schwer eine Flucht aus Syrien ist, zeigt Ihnen die folgende Grafik. Auf unseren Seiten zu Jordanien und dem Libanon erfahren sie mehr über unser Engagement für die Betroffenen des syrischen Bürgerkriegs.

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