SEG trifft DRF

Schwabach/Nürnberg, 08. April 2019

SEG trifft DRF
Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Johanniter besucht die DRF Luftrettung

So nah sind die Helfer der Johanniter selten einem Hubschrauber.
Bildquelle: Johanniter – Stefan Merz

Schwabach/Nürnberg – Vor einiger Zeit bildeten sich die ehrenamtlichen Johanniter aus dem Bevölkerungsschutz zum Thema „Einsatz mit dem Rettungshubschrauber“ fort. Als zweiten Teil der Ausbildung besuchten sie nun die DRF-Station am Nürnberger Flughafen.

Nachdem der Intensivtransporthubschrauber (ITH) Christoph Nürnberg genau kurz nach der Ankunft der Helfer zu einem Einsatz alarmiert wurde, erwartete sie der Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 27 im Hangar. Da diese Maschine nur tagsüber und auf Sicht fliegen kann, wird sie zu Sonnenuntergang außer Dienst gestellt.

Das Luftrettungszentrum der Nürnberger DRF befindet sich im Sicherheitsbereich des Flughafens. Daher waren dem Besuch bereits im Vorfeld ausführliche Sicherheitskontrollen vorausgegangen.

Ein Pilot und ein Luftretter der DRF informierten die Besucher über die technischen und medizinischen Besonderheiten der Luftrettung. Für die Einsatzkräfte des bodengebundenen Rettungsdienstes waren vor allem die Unterschiede zur eigenen Arbeit interessant. Die Abweichungen beginnen bereits bei der Ausbildung und den Aufgaben des Notfallsanitäters an Bord. Zwar kennen die Sanitäter am Boden die Situation, den genauen Einsatzort zu finden oder den Fahrer bei unübersichtlichen Kreuzungen und in engen, vielleicht zugeparkten Straßen zu unterstützen. Aus der Luft jedoch gilt es, geeignete Landeplätze zu finden oder bei der Landung zwei Augen offen zu halten, damit keine Hindernisse im Weg sind, die der Pilot von seinem Platz aus und ohne Rückspiegel nicht sehen kann. Dafür ist eine Zusatzausbildung erforderlich, die man für den Einsatz im Rettungswagen nicht braucht.

Sicherheit und tägliche Wartung aller Systeme wird in der Luftfahrt eine noch größer Bedeutung zugeschrieben, als im bodengebundenen Rettungsdienst. Gerade in der Arbeit der Schnelleinsatzgruppen, die häufig Improvisationstalent erfordert, sind individuelle und kreative Problemlösungen immer wieder wichtig - in der Luftfahrt wären sie undenkbar.

Aus medizinischer Sicht stellt der beschränkte Platz im Inneren eines Rettungshubschraubers eine besondere Herausforderung dar. Wo ein Patient im Rettungswagen nahezu rundum zugänglich ist, wird er an Bord des Hubschraubers gut eingepackt. Das Legen einer Kanüle für eine Infusion oder auch das wieder Ankleben einer abgelösten EKG-Elektrode wird so schnell zu einer echten Herausforderung - Probleme, die die „Bodenretter“ in dieser Form aus ihrer Arbeit nicht kennen.

Sehr interessiert waren die Johanniter auch an der Besonderheit  des Nürnberger Rettungshubschraubers: Er ist mit einer Rettungswinde ausgestattet. Die kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn es gilt, Kletterer in der Fränkischen Schweiz zu retten. Dafür haben alle Einsatzkräfte am Hubschrauber eine weitere Sonderausbildung absolviert. Während Notarzt oder Bergretter mit der Winde aus der Luft zum Patienten abgelassen werden, koordiniert der Bordsanitäter - gesichert durch einen speziellen Haltegurt - von der Kufe des Helikopters aus die Flugbewegungen des Piloten und den Einsatz der Winde. An dieser Stelle war der ein oder andere Johanniter dann doch dankbar, bei der eigenen Arbeit in der Regel festen Boden unter den Füßen zu haben.

Dank des freundlichen DRF-Personals hatten die Aktiven des Schwabacher Bevölkerungsschutzes ausgiebig die Möglichkeiten sich mit Fragen über alle möglichen Besonderheiten der Luftrettung zu informieren. Die Fortbildung fand im Rahmen der regelmäßigen Ausbildungen und Übungen statt, zu denen sich die Schwabacher Johanniter jede Woche treffen. Donnerstags um 19 Uhr stehen für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Wechsel Fortbildungen, Übungen oder Materialpflege auf dem Programm. Wer sich für die Arbeit der Johanniter in und um Schwabach interessiert, ist herzlich in die Dienststelle in der Angerstraße 5 willkommen.